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17.5.2022

ADHS-Therapie

Retardierte Methylphenidat-Kautablette als neue Darreichungsoption

17.5.2022

Natürliche Nahrungsergänzung

Viel Selen in Paranüssen

17.5.2022

Kardiovaskuläres Risiko

Intensive LDL-Senkung nach Schlaganfall

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20.2.2026

Retardierte Methylphenidat-Kautablette als neue Darreichungsoption

Ob die Kautablette die ADHS-Therapie vereinfacht, ist weniger eine Frage der pharmakodynamischen Eigenschaften des Wirkstoffs als der galenischen Umsetzung. Die Kautablette mit Kirschgeschmack adressiert insbesondere Anwendungsbarrieren bei jüngeren Patienten oder bei Kindern und Jugendlichen mit Schluckbeschwerden, die bei herkömmlichen retardierten Tabletten oder Kapseln auftreten können. Die Möglichkeit der mahlzeitenunabhängigen Einnahme sowie der Verzicht auf das Öffnen, Teilen oder Zerkleinern retardierter Darreichungsformen können die praktische Handhabung im Alltag erleichtern. Diese Aspekte können sich positiv auf die Therapieadhärenz auswirken, ohne dass sich das pharmakologische Wirkprinzip von Methylphenidat grundlegend verändert.

Verlängerte Wirkstofffreisetzung

Das Besondere ist die Kombination aus Kautablette mit einer verlängerten Wirkstofffreisetzung, die über die sogenannte LiquiXR®-Technologie realisiert wird. Beim Kauen zerfällt die Tablette in mikrofeine Partikel eines Ionenaustauscherharzes, an das Methylphenidat gebunden ist. Etwa 30 % dieser Partikel sind unbeschichtet und ermöglichen nach dem Ionenaustausch im Gastrointestinaltrakt eine rasche Freisetzung des Wirkstoffs, mit einem Wirkeintritt nach rund 45 Minuten. Die übrigen 70 % der Wirkstoffmenge liegen ebenfalls harzgebunden vor, sind jedoch zusätzlich mit einer Polymermembran überzogen, die als Diffusionsbarriere wirkt. Die Freisetzung erfolgt hier verzögert und kontrolliert, wobei unterschiedliche Membrandicken zu einer gestaffelten Abgabe beitragen. Auf diese Weise kann nach einmaliger morgendlicher Einnahme ein therapeutischer Plasmaspiegel über einen Zeitraum von bis zu 8 Stunden aufrechterhalten werden. Für die 40-mg-Kautablette wurde eine Bioäquivalenz zur zweimal täglichen Gabe von jeweils 20 mg sofort freisetzendem Methylphenidat nachgewiesen.

Hinsichtlich der Verordnung unterliegt das neue MPH-Präparat unverändert den gesetzlichen Vorgaben für Methylphenidat-haltige Arzneimittel. Der Wirkstoff ist dem Betäubungsmittelrecht unterstellt, sodass die Verschreibung ausschließlich auf einem Betäubungsmittelrezept (BtM-Rezept) erfolgen kann. Die besondere galenische Form als retardierte Kautablette hat keinen Einfluss auf die rechtliche Einstufung. Damit gelten auch für die Kautablette die bekannten regulatorischen Anforderungen an Verschreibung, Dokumentation und Abgabemengen, die für Stimulanzien aufgrund ihres Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzials vorgesehen sind.

14.1.2026

Viel Selen in Paranüssen

Paranüsse sind eine besonders nährstoffreiche Nahrungsquelle: Sie enthalten wichtige Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium, essentielle Aminosäuren sowie ungesättigte Fettsäuren. Besonders hervorzuheben ist ihr hoher Gehalt an Selen, einem essentiellen Spurenelement, das das Immunsystem unterstützt und Zellen vor oxidativem Stress schützt. Schon eine einzige Paranuss kann den empfohlenen Tagesbedarf von 55 bis 70 Mikrogramm decken.

„Unsere Studie bestätigt den außergewöhnlich hohen Selengehalt in Paranüssen. Gleichzeitig konnten wir zeigen, dass etwa 85 % des Selens während der Verdauung gelöst werden und dem Körper zur Aufnahme zur Verfügung stehen “, sagt Dr. rer. nat. Astrid Barkleit vom Institut für Ressourcenökologie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) identifizierten die Forschenden die Hauptform des Selens in den Nüssen: Selenomethionin, eine Aminosäure, die besonders gut vom Körper aufgenommen wird. Damit liefern Paranüsse tatsächlich eine für den menschlichen Organismus sehr hochwertige Selenverbindung.

Unerwartete Begleiter

Neben den gesunden Inhaltsstoffen nehmen Paranussbäume aus dem Boden aber auch andere Elemente auf und speichern sie. Da die Böden im südamerikanischen Regenwald –- die Heimat der Bäume – vergleichsweise arm an Calcium sind, ersetzen chemisch ähnliche Elemente wie Barium und Radium teilweise das Calcium. Ähnlich wie Calcium können diese Elemente in Knochen eingebaut werden, was potentiell gesundheitsschädlich sein kann. Radium etwa ist radioaktiv und steht im Verdacht, Knochenschäden oder Krebs zu verursachen. Die Untersuchung zeigte jedoch, dass beide Stoffe im Verdauungstrakt nur sehr schwer löslich sind: Lediglich etwa 2 % des im Nussmaterial enthaltenen Bariums und Radiums sind bioverfügbar, das heißt werden im Verdauungstrakt freigesetzt.

„Selbst bei täglichem Verzehr einer Paranuss ergibt sich laut Berechnung durch die sehr geringe Bioverfügbarkeit eine Strahlendosis von nur etwa 2,4 Mikrosievert pro Jahr. Das ist nur rund ein Tausendstel der natürlichen jährlichen Strahlenbelastung in Deutschland, die vom Bundesamt für Strahlenschutz mit durchschnittlich 2,1 Millisievert pro Jahr angegeben wird. Davon wiederum werden rund zehn Prozent mit der Nahrung aufgenommen. Damit ist die Strahlenbelastung, die vom Radium in Paranüssen ausgeht, deutlich geringer als bisher angenommen“, erläutert Dr. Diana Walther vom  Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung Rossendorf VKTA.

Die Forschenden vermuten, dass die geringe Löslichkeit mit pflanzlichen Speicherstoffen zusammenhängt: In den Paranüssen fanden sie Phytinsäure, die Mineralstoffe und Metalle stark bindet und dadurch deren Aufnahme verhindert.

Mit Strontium, Lanthan und Europium analysierten sie weitere Spurenelemente. Strontium verhält sich chemisch ähnlich wie Calcium und ist zu etwa 50 % bioverfügbar, allerdings in so geringen Mengen, dass keine toxikologische Relevanz besteht. Lanthan und Europium gehören zu den sogenannten Seltenen Erden und waren nur in geringsten Mengen nachweisbar. Ihre Bioverfügbarkeit liegt bei rund 25 %, die Aufnahmemengen bleiben jedoch weit unterhalb der festgelegten Grenzwerte.

Denn nicht jedes Element, das in einem Lebensmittel enthalten ist, wird auch tatsächlich vom Körper aufgenommen. Entscheidend ist, wie viel davon während der Verdauung aus der jeweiligen Nahrung freigesetzt wird – dieser Anteil gilt als „bioverfügbar“. Um das zu testen, simulierten die Forschenden den Verdauungsprozess im Labor mit künstlichem Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen bei Körpertemperatur. So konnten sie feststellen, welche Stoffe in Lösung gehen und theoretisch im Dünndarm aufgenommen werden.

Hochmoderne Analytik für ein uraltes Lebensmittel

Zur Bestimmung der Konzentrationen nutzte das Team Massenspektrometrie, Gamma- und Alpha-Spektrometrie für die radioaktiven Isotope sowie NMR- und Laser-Fluoreszenz-Methoden für die Charakterisierung der chemischen Bindungsform der Elemente.

Darüber hinaus interessierten sich die Forschenden dafür, ob Bestandteile der Paranuss die Wirksamkeit sogenannter Dekorporationsmittel beeinflussen - Verbindungen, die eingesetzt werden, um radioaktive Stoffe nach einer Kontamination aus dem Körper zu entfernen. Das Ergebnis: Die Zusammensetzung der Paranuss hatte nur minimale Auswirkungen auf die Wirksamkeit dieser Substanzen.

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass Paranüsse ein wertvolles Lebensmittel sind - insbesondere als natürliche Selenquelle“, resümiert Barkleit. „Gleichzeitig zeigen sie, dass die enthaltenen toxischen Elemente aufgrund ihrer geringen Löslichkeit beim Verzehr kaum eine Rolle spielen.“

14.1.2026

Intensive LDL-Senkung nach Schlaganfall

Im Fokus stand nicht ein randomisiertes LDL-Ziel, sondern der Zusammenhang zwischen frühen, unter Therapie erreichten LDL-Werten und späteren Ereignissen. Dabei zeigte sich über den gesamten LDL-Bereich hinweg eine kontinuierliche Assoziation: Je niedriger das erreichte LDL-Cholesterin, desto geringer war die Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse, einschließlich erneuter Schlaganfälle. Diese Beziehung setzte sich auch bei sehr niedrigen LDL-Werten fort und reichte bis unter 40 mg/dL.

Personen, die LDL-Werte unter 40 mg/dL erreichten, wiesen im Vergleich zu Patienten und Patientinnen mit LDL-Werten über 70 mg/dL eine deutlich niedrigere Rate des kombinierten kardiovaskulären Endpunkts sowie eine geringere Inzidenz erneuter Schlaganfälle auf. Diese Ergebnisse blieben auch nach Adjustierung für relevante klinische Faktoren bestehen und zeigten sich in Sensitivitätsanalysen konsistent, unter anderem bei Patienten ohne vorausgegangenen Myokardinfarkt.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Risiko hämorrhagischer Schlaganfälle. In der Analyse traten solche Ereignisse insgesamt selten auf, und es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen dem erreichten LDL-Cholesterin und der Rate intrakranieller Blutungen. Aufgrund der geringen Ereigniszahl bleibt diese Sicherheitsbeobachtung jedoch explorativ und erlaubt keine endgültigen Schlussfolgerungen für alle Patientengruppen.

Für die klinische Praxis ist wichtig, dass es sich um eine Beobachtungsanalyse innerhalb einer randomisierten Studie handelt. Die Betroffenen wurden nicht gezielt auf unterschiedliche LDL-Zielwerte randomisiert, und das erreichte LDL-Cholesterin wurde anhand früher Messungen definiert. Trotz sorgfältiger statistischer Adjustierung kann ein Rest an Verzerrung nicht ausgeschlossen werden. Zudem wurden Patienten bzw. Patientinnen mit frischem ischämischem Schlaganfall oder mit anamnestischer Hirnblutung nicht eingeschlossen, sodass die Ergebnisse nicht auf diese Gruppen übertragbar sind.

Vor diesem Hintergrund stützen die Daten das Konzept einer intensiven LDL-Senkung in der Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall und legen nahe, dass auch sehr niedrige LDL-Werte mit einem weiteren Rückgang kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert sein können. Sie liefern damit ein wichtiges Argument für eine konsequente lipidsenkende Therapie bei Hochrisikopatienten und -patientinnen, ohne jedoch formell neue Zielwerte festzulegen oder bestehende Leitlinien zu ersetzen.

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