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CAR-T-Zellen mit Stammzellreserve

Frühe Phase-1-Daten machen Hoffnung auf langlebigere Tumorabwehr

17.5.2022

Digitalisierung

Weniger als ein Viertel nutzt die elektronische Patientenakte

17.5.2022

Fastenforschung

Moderate Kalorienbremse statt Diätstress: Neue CALERIE-Daten stärken das Geroscience-Konzept des „gesunden Fastens“

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22.5.2026

Frühe Phase-1-Daten machen Hoffnung auf langlebigere Tumorabwehr

Untersucht wurden Patienten und Patientinnen mit rezidivierten oder refraktären CD19-positiven B-Zell-Malignomen nach allogener Stammzelltransplantation – also eine Hochrisikogruppe mit sehr begrenzten Optionen. Zwei aufeinanderfolgende Kohorten erhielten entweder konventionelle allogene CD19-CAR-T-Zellen oder ein gezielt mit TSCM-Zellen angereichertes, nahezu homogenes CD8+-Produkt. Dabei fiel auf: Obwohl die TSCM-Gruppe deutlich weniger Zellen erhielt, expandierten diese nach Infusion stärker und persistierten länger im Blut. Im niedrigeren Dosisbereich wurden bei 5 von 11 TSCM-behandelten Patienten und Patientinnen komplette Remissionen beobachtet, gegenüber nur 1 von 10 in der Standardkohorte. Die ereignisfreie Überlebenszeit war in dieser kleinen Frühphase insgesamt allerdings noch nicht signifikant verlängert.

Bemerkenswert ist vor allem, dass sämtliche Infusionen ohne die sonst übliche lymphodepletierende Chemotherapie erfolgten. Dass CAR-T-Zellen unter diesen Bedingungen dennoch robust anwachsen können, stellt eine der etablierten Grundannahmen des bisherigen CAR-T-Designs zumindest teilweise infrage.

Nicht nur mehr Persistenz – sondern ein sich erneuerndes Zellreservoir

Der eigentliche wissenschaftliche Reiz der Arbeit liegt jedoch in der Langzeitbeobachtung der Zellkinetik. Konventionelle CAR-T-Zellen zeigten das bekannte Muster einer frühen Expansion mit anschließendem Abfall. Die TSCM-Produkte verhielten sich anders: Sie bauten im Patienten ein stammzellähnliches Reservoir auf, aus dem nacheinander neue aktive Zellklone hervorgingen. Die Tumorabwehr lief also nicht als einmalige Zellwelle ab, sondern in sequenziellen Nachlieferungsphasen – ein Verhalten, das die Autoren und Autorinnen mit der klonalen Regeneration hämatopoetischer Stammzellen vergleichen. Damit könnte ein zentrales Grundproblem heutiger CAR-T-Therapien adressiert werden: das vorzeitige funktionelle Ausbrennen der übertragenen Zellen.

Günstigeres Toxizitätsprofil, aber noch kein Durchbruch

Auch die Verträglichkeit war günstiger als in der Vergleichsgruppe: Schwere Zytokinfreisetzungssyndrome traten seltener auf, obwohl die TSCM-Zellen hohe Blutspiegel erreichten. Ganz nebenwirkungsfrei war die Therapie jedoch nicht. Zudem betonen die Autoren und Autorinnen selbst, dass die klinischen Schlussfolgerungen wegen kleiner Patientenzahl, heterogener Erkrankungen und fehlender Randomisierung vorerst nur explorativen Charakter haben. Das gilt umso mehr, als das Therapieversagen in einzelnen Fällen weiterhin durch Antigenverlust, immunsuppressive Zytokine oder Anti-CAR-Antikörper bestimmt wurde.

Dennoch liefern die Daten einen wichtigen Proof of Principle: Nicht jede Verbesserung von CAR-T-Zellen muss über neue Rezeptorkonstrukte erfolgen – möglicherweise entscheidet schon die Wahl eines biologisch „stammzellfähigeren“ Ausgangsmaterials darüber, wie lange die zelluläre Tumorabwehr tatsächlich durchhält.

22.5.2026

Weniger als ein Viertel nutzt die elektronische Patientenakte

Zwar hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt, dennoch greift nur rund insgesamt jeder Vierte auf die elektronische Patientenakte zurück.

„Ein Jahr nach Einführung der ePA ist ein Anteil von Nutzerinnen und Nutzer unter 25 % kein guter Wert. Wir sind noch weit davon entfernt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Vorteile der ePA kennt und sie im Alltag nutzt. Damit geht Potential verloren, das wir gerade jetzt im Gesundheitssystem dringend brauchen“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Die aktuellen Daten zeigen zudem weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. So nutzen Männer die ePA häufiger als Frauen (25,2 % gegenüber 21,7 %). Auch regional bleibt ein Gefälle bestehen: In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Nutzungsrate mit 28,9 % über der im Westen (22,2 %).

Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit einer Nutzungsquote von 28,8 %. In den übrigen Altersgruppen bewegt sich die Nutzung auf einem etwas niedrigeren, aber vergleichbaren Niveau: 30-39-Jährigen (27,1 %), 40- bis 49-Jährige (21,6 %), 50- bis 64-Jährige (24,5 %) sowie Menschen ab 65 Jahren (20,9 %).

Pharma Deutschland bewertet die ePA als wichtigen Fortschritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die e-Akte kann den Umgang mit der eigenen Gesundheit deutlich vereinfachen. Wichtige medizinische Informationen sind gebündelt verfügbar, Behandlungen können besser abgestimmt und Risiken früher erkannt werden. Gleichzeitig bieten die Daten eine wichtige Grundlage für Forschung und passgenaue Therapien.

Hintergrund: In dem Dossier „Digitalisierung – Chancen nutzen, Hürden abbauen“ betont die KBV, die ePA sei „zentrales Element einer digitalen Versorgung“, fordert aber, dass sie reibungslos funktionieren, vollständig in die Praxisverwaltungssysteme integriert sein und ohne zusätzliche Bürokratie nutzbar werden müsse. Zugleich verlangt sie konsequenten Schutz sensibler Daten: Krankenkassen und Dritte dürften keinen Zugriff auf medizinische Inhalte erhalten, die ePA dürfe „kein Instrument für Kasseninteressen“ werden. Aktuelle KBVInformationen zur ePA (inkl. Patienteninfo und FAQs) bietet die Seite „Elektronische Patientenakte – Überblicksseite der KBV“ (https://www.kbv.de/praxis/digitalisierung/anwendungen/elektronische-patientenakte).

22.5.2026

Moderate Kalorienbremse statt Diätstress: Neue CALERIE-Daten stärken das Geroscience-Konzept des „gesunden Fastens“

Die Autoren und Autorinnen der aktuellen Nature-Aging-Arbeit werten dies als Hinweis auf einen bislang unterschätzten Entzündungsschalter des biologischen Alterns: Wird die chronische Komplementaktivierung gedämpft, könnte auch das altersassoziierte inflammatorische Grundrauschen sinken.

Ganz neu ist die Grundidee allerdings nicht. Seit Jahrzehnten zeigen tierexperimentelle Arbeiten, dass Kalorienrestriktion zu den robustesten nicht pharmakologischen Interventionen zur Verlängerung von Lebens- und Gesundheitsspanne zählt. Auch verschiedene Formen des intermittierenden Fastens adressieren offenbar ähnliche Stressadaptationsprogramme. So hat Mark P. Mattson wiederholt beschrieben, dass zeitlich begrenzte Nahrungszufuhr, alternate-day fasting oder periodische Fastenintervalle metabolische Switching-Prozesse aktivieren: Zelluläre Reparaturmechanismen nehmen zu, inflammatorische Signalachsen werden herunterreguliert, die metabolische Flexibilität verbessert sich. Die jetzt publizierten C3a-Daten liefern dafür einen weiteren mechanistischen Baustein. Nicht nur die Kalorienmenge, sondern offenbar der wiederkehrende Zustand relativer Energieknappheit könnte ein evolutionär konserviertes Langlebigkeitsprogramm anschalten.

Weniger Gewichtsreduktion als Entzündungsmodulation

Bemerkenswert an der neuen Arbeit ist, dass der beobachtete Rückgang von C3a nach Angaben der Autoren und Autorinnen nicht einfach eine lineare Folge des Gewichtsverlusts war. Gerade dieser Punkt macht die Studie für die Primärversorgung interessant: Die biologische Wirkung moderater Kalorienrestriktion erschöpft sich möglicherweise nicht im Abnehmen, sondern reicht bis in zentrale immunologische Regulationssysteme hinein. Die begleitende Yale-Kommunikation spricht deshalb bereits von einem potentiell klinisch nutzbaren „inflammaging checkpoint“ – also einem therapeutisch adressierbaren Kontrollpunkt chronischer Altersentzündung.

Was heißt das für die hausärztliche Praxis?

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das nicht, dass künftig zweijährige CALERIE-Protokolle mit Küchenwaage verordnet werden müssten. Wohl aber stützt die Studie die pragmatische Vorstellung, dass bereits moderate, langfristig durchhaltbare Formen des Energieentzugs biologisch relevant sein können: etwas kleinere Portionen, konsequente Reduktion energiedichter Zwischenmahlzeiten, begrenzte Essfenster oder intermittierende Fastentage. Solche Strategien werden seit Jahren unter dem Dach des intermittierenden Fastens diskutiert; die neue Arbeit liefert nun zusätzliche Hinweise, dass sich dahinter mehr verbirgt als bloße Gewichtsdisziplin.

Geroscience statt Diätratgeber

Es geht somit weniger um die klassische Botschaft „weniger essen, um schlanker zu werden“, sondern um die plausiblere und oft motivierendere Perspektive, durch moderate Kalorienbremse chronische stille Entzündungsprozesse und damit möglicherweise biologische Alterungsdynamiken zu beeinflussen. Weitere Langzeitdaten zu Morbidität und Mortalität beim Menschen fehlen weiterhin. Doch die Summe aus CALERIE, Fastenforschung und tierexperimenteller Langlebigkeitsliteratur macht den Ansatz zunehmend anschlussfähig: Nicht jede Form des Fastens ist Wellnessmode – manches davon könnte tatsächlich in die Nähe einer alltagstauglichen Anti-Aging-Basisintervention rücken.

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