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17.5.2022

Klinikbehandlungen von Essstörungen

Fast die Hälfte sind 10- bis 17-jährige Mädchen

17.5.2022

Kognitive Gesundheit

Durch Gefäßgesundheit 12 Jahre länger ohne Demenz leben?

17.5.2022

Mögliche Regeneration

Gehirn besitzt mehr Selbstheilungskraft als bisher angenommen

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23.9.2026

Fast die Hälfte sind 10- bis 17-jährige Mädchen

Insgesamt ist die Zahl der wegen Essstörungen Behandelten leicht gestiegen: auf 12.400 Fälle im Jahr 2024. Das waren 2,2 % mehr als 2023 (12.100 Fälle) und 8,0 % mehr als 2004 (11.500 Fälle). Die häufigste Diagnose war 2024 Magersucht (Anorexie) mit 9.000 Behandlungsfällen vor Ess-Brech-Sucht (Bulimie) mit 1.300 Fällen.

Über alle Altersgruppen hinweg werden Mädchen und Frauen häufiger wegen Essstörungen stationär behandelt als Jungen beziehungsweise Männer. Isgesamt 11.500 oder 92,9 % der mit dieser Diagnose im Jahr 2024 Behandelten waren Frauen. Im Jahr 2004 waren es 10.100 Patientinnen mit einem Anteil von 88,5 %. rb

Methodische Hinweise: Bei den Daten aus der Krankenhausstatistik handelt es sich jeweils um die Zahl der stationären Behandlungsfälle. Mehrfachzählungen einer Person sind möglich, falls diese im jeweiligen Berichtsjahr aufgrund der gleichen Hauptdiagnose mehrfach stationär behandelt wurde. Essstörungen fallen unter die ICD-10-Diagnose F50.

Pressemitteilung: „Klinikbehandlungen von Essstörungen: 48,1 % sind 10- bis 17-jährige Mädchen“. Statistisches Bundesamt (Destatis), Wiesbaden, 11.8.2026 (https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_33_p002.html).

23.9.2026

Durch Gefäßgesundheit 12 Jahre länger ohne Demenz leben?

In der Studie wurden Daten von 12.400 Frauen und Männern ausgewertet, die zu Studienbeginn etwa 55 Jahre alt und frei von Demenz waren. Über einen medianen Beobachtungszeitraum von 26,3 Jahren entwickelten 3.008 Teilnehmende eine Demenz. Untersucht wurde, welchen Einfluss drei vaskuläre Risikofaktoren – Bluthochdruck (Blutdruck ≥ 140/90 mm Hg oder antihypertensive Medikation), Diabetes mellitus (antidiabetische Medikation oder HbA1c ≥ 6,5 %) und Tabakkonsum – auf das Demenzrisiko haben.

Die Ergebnisse waren deutlich: Personen ohne Bluthochdruck, Diabetes und Tabakkonsum konnten zwischen dem 55. und 95. Lebensjahr im Mittel 30,1 Jahre ohne Demenz erwarten. Bei Vorliegen eines der drei vaskulären Risikofaktoren verringerte sich diese Zeit auf 26,3 Jahre, bei zwei Risikofaktoren auf 21,0 Jahre und bei Vorliegen aller drei Risikofaktoren auf 17,5 Jahre.

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Prävention beginnt Jahrzehnte vor den ersten Symptomen

Die neue Untersuchung bestätigt damit eindrucksvoll, was frühere Arbeiten bereits vermuten ließen: Die Weichen für die Gehirngesundheit werden lange vor dem Auftreten erster Gedächtnisstörungen gestellt. Bereits 2025 hatten Forschende derselben Arbeitsgruppe (DOI 10.1001/jamaneurol.2025.1495) gezeigt, dass ein erheblicher Anteil aller Demenzerkrankungen auf beeinflussbare vaskuläre Risikofaktoren in der Lebensmitte und im höheren Alter zurückgeführt werden kann. Die nun veröffentlichte Studie ergänzt diese Erkenntnisse um eine besonders anschauliche Perspektive: Statt lediglich das Erkrankungsrisiko zu beschreiben, zeigt sie, wie viel Lebenszeit ohne Demenz Menschen voraussichtlich gewinnen können.

„Gerade diese zeitliche Dimension ist wertvoll für die Aufklärung über Prävention. Während relative Risiken für viele Menschen schwer einzuordnen sind, macht die konkrete Zahl der gewonnenen bzw. verlorenen demenzfreien Lebensjahre den Nutzen einer konsequenten Kontrolle von Blutdruck, Blutzucker und Rauchverhalten unmittelbar verständlich“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

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Gefäßgesundheit schützt Herz, Kreislauf und langfristig auch unser Gehirn

Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen gelten seit Langem als zentrale Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Zunehmend wird jedoch deutlich, dass dieselben Faktoren auch die Gesundheit des Gehirns entscheidend beeinflussen. Nach Einschätzung der Forschenden wirken sich die vaskulären Belastungen über verschiedene Mechanismen auf das Gehirn aus. Chronische Schädigungen kleiner Hirngefäße, Entzündungsprozesse und eine beschleunigte Arteriosklerose können langfristig neurodegenerative Veränderungen begünstigen und damit das Risiko einer Demenz erhöhen. Die Ergebnisse unterstützen damit die Empfehlungen der „Lancet Commission on Dementia Prevention“, welche Hypertonie, Diabetes mellitus und Rauchen zu den wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren einer Demenz zählt (DOI 10.1016/S0140-6736(24)01296-0).

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„Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention“

Die Autorinnen und Autoren betonen, dass Prävention nicht unbedingt das Erkrankungsrisiko senkt, sondern vor allem dazu beiträgt, mehr Lebensjahre bei guter geistiger Gesundheit zu gewinnen. Denn sie weisen darauf hin, dass Menschen mit besonders guter Gefäßgesundheit aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung insgesamt häufiger ein sehr hohes Alter erreichen und dadurch auch ein höheres Lebenszeitrisiko für Demenz haben. Entscheidend sei deshalb nicht allein, ob eine Demenz auftritt, sondern wann – und wie viele Jahre zuvor ohne kognitive Einschränkungen gelebt werden können.

„Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung einer frühzeitigen Prävention“, erklärt Berlit. Der Experte rät zum Nichtrauchen, aber auch dazu, den „Wohlstandskrankheiten“ Diabetes mellitus und Bluthochdruck durch eine gesunde Lebensweise vorzubeugen. Dafür empfiehlt er viel Bewegung und eine frisch zubereitete pflanzenbetonte Kost mit Reduktion von Zucker und hochprozessierten Nahrungsmitteln. rb

Pressemitteilung: „Gesunde Gefäße, gesundes Gehirn: Gut 12 Jahre länger ohne Demenz leben“. Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Berlin, 7.8.2026 (https://www.dgn.org/artikel/gesunde-gefasse-gesundes-gehirn-gut-12-jahre-langer-ohne-demenz-leben).

23.9.2026

Gehirn besitzt mehr Selbstheilungskraft als bisher angenommen

Gliazellen sind die Stütz- und Versorgungszellen im Gehirn. Die sternförmigen Vertreter dieser Zellen – Astrozyten genannt – sind für das Funktionieren der Neuronen unerlässlich. Sie versorgen die Nervenzellen mit Nährstoffen, helfen, den Blutfluss zu steuern, und halten das Hirngewebe gesund. Lange ging man davon aus, dass das erwachsene Gehirn Astrozyten, die verloren gehen, nicht vollständig ersetzen kann. Etwa bei Hirnverletzungen oder Autoimmunerkrankungen wie der seltenen Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung, bei der körpereigene Antikörper diese Zellen zerstören.

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Regenerative Astrozyten reparieren defektes Gewebe

Nun widerlegt eine neue Studie der beiden Co-Erstautoren Dr. med. Marina Herwerth und PD Dr. Dr. Matthias Wyss vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich (UZH) diese Annahme: Das Team unter der Leitung von Prof. Dr. phil. Bruno Weber entdeckte im Gehirn von lebenden Mäusen eine spezialisierte Gruppe „regenerativer“ Astrozyten, die am Rand der geschädigten Hirnregion den Wiederaufbau der Zellen übernehmen. „Unsere Ergebnisse offenbaren eine bislang unbekannte Selbstheilungsfähigkeit des erwachsenen Gehirns. Sie zeigen neue Wege auf, um die Erholung bei Erkrankungen mit Astrozytenverlust zu unterstützen“, sagt Weber.

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Nur die Zellkerne wandern

Dazu haben die Forschenden lebende Mäusehirne über mehrere Wochen mit Zwei-Photonen-Mikroskopie in Echtzeit beobachtet und kartiert, welche Gene in welchen Regionen aktiv werden. Auf diese Weise identifizierten sie die speziellen Astrozyten, die den Wiederaufbau des verletzten Gewebes übernehmen. Doch diese Zellen teilen sich nicht nur, sie vollbringen eine bemerkenswerte Leistung: „Die neu gebildeten Zellkerne der Tochterzellen gleiten über weite Strecken, um die geschädigte Hirnregion wieder zu besiedeln und das Astrozyten-Netzwerk neu zu verknüpfen“, so berichtet Weber.

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Ansatzpunkte für gezielte Regeneration

Die Entdeckung, wie Zellkerne erwachsener Hirnzellen durch die langen, sternartigen Zellfortsätze der Astrozyten zum verletzten Gewebe wandern, erweitert das Verständnis, wie sich das Gehirn nach bestimmten Verletzungen selbst organisiert und regeneriert. Falls sich die Mechanismen gezielt aktivieren ließen, könnte dies helfen, geschädigtes Hirngewebe besser zu reparieren, Astrozyten-Netzwerke wiederherzustellen und so die Erholung nach bestimmten Hirnerkrankungen zu verbessern. „Wir konnten zahlreiche Gene und Signalwege identifizieren, die während der Reparatur vorübergehend aktiviert werden. Sie könnten künftig als Ansatzpunkte dienen, um diese Regenerationsprozesse bei Krankheiten zu beeinflussen“, betont Weber. rb

Pressemitteilung: „Gehirn besitzt mehr Selbstheilungskraft als bisher angenommen“. Universität Zürich (UZH), 10.8.2026 (https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2026/regenerative-astrozyten.html).

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