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Krafttraining verlängert das Leben – am besten zusammen mit Ausdauersport

17.5.2022

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Windräder machen offenbar nicht krank

17.5.2022

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Psilocybin therapiebegleitend erfolgreich

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26.6.2026

Krafttraining verlängert das Leben – am besten zusammen mit Ausdauersport

Bereits geringe Umfänge von 1–29 Minuten Krafttraining pro Woche waren mit einer signifikant niedrigeren Gesamtsterblichkeit assoziiert, der deutlichste Effekt zeigte sich jedoch bei 90–119 Minuten wöchentlich mit einer Risikoreduktion von rund 1 % im Vergleich zu Personen ohne Krafttraining. Darüber hinaus (≥120 min/Woche) flachte der Nutzen ab. Besonders profitierten kardiovaskuläre und neurologische Todesursachen: Für 90–119 Minuten Krafttraining wöchentlich ergaben sich Hazard Ratios von 0,81 für kardiovaskuläre und 0,73 für neurologische Mortalität. Für die Krebsmortalität zeigte sich der Vorteil vor allem bei niedrigen bis moderaten Umfängen (1–59 min/Woche), bei höheren Dosen ließ sich kein weiterer Zugewinn nachweisen.

Entscheidend für die Praxis ist das Zusammenspiel des Kraft- mit einem Ausdauertraining. Reines Krafttraining bei ansonsten unzureichender Ausdaueraktivität (<7,5 MET-h/Woche, i.e. die aktuelle Mindestempfehlung von 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver Ausdaueraktivität pro Woche) war zwar mit einem moderaten Überlebensvorteil verbunden, die deutlich stärkeren Assoziationen zeigten sich jedoch für ausreichende aerobe Aktivität. Am niedrigsten war die Mortalität bei Personen, die beides kombinierten: hohe Ausdaueraktivität und moderates Krafttraining. Die Daten stützen damit die aktuellen Bewegungsempfehlungen, nach denen regelmäßige Ausdaueraktivität die Basis bilden sollte, ergänzt durch ein- bis zweimal wöchentliches Krafttraining. Besonders günstig erschien ein Umfang von etwa 60 bis 120 Minuten Krafttraining pro Woche. Darüber hinaus ließ sich kein zusätzlicher Mortalitätsvorteil nachweisen.

Hintergrund: MET (Metabolic Equivalent of Task): Maß für den Energieverbrauch körperlicher Aktivität. 1 MET entspricht dem Energieumsatz in Ruhe (ca. 3,5 ml Sauerstoff/kg Körpergewicht/Minute).

26.6.2026

Windräder machen offenbar nicht krank

Nach Angaben der Universität Augsburg handelt es sich um eine der bislang größten und methodisch anspruchsvollsten Untersuchungen zu diesem Thema.

Für die Analyse wurden Daten von mehr als 120.000 US-Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023 ausgewertet. Die Forscher und Forscherinnen verknüpften die Standorte von rund 75.000 Windkraftanlagen mit Gesundheitsangaben aus dem NielsenIQ Ailments Survey, der regelmäßig Informationen zu Beschwerden wie Schlafstörungen, Depressionen, Angstzuständen und Kopfschmerzen erhebt.

Besonders aussagekräftig ist das Studiendesign: Die Haushalte wurden nicht mit anderen Haushalten verglichen, sondern jeweils mit sich selbst. Untersucht wurde, ob sich die Häufigkeit gesundheitlicher Beschwerden nach der Inbetriebnahme nahe gelegener Windkraftanlagen veränderte. Zusätzlich analysierten die Autoren und Autorinnen Veränderungen beim Kauf von Schlaf- und Schmerzmitteln als objektivierbaren Indikator möglicher Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Weder bei den selbst berichteten Beschwerden noch beim Kaufverhalten fanden sich statistisch nachweisbare Veränderungen. Auch weitere Indikatoren wie Schlafdauer, körperliche Aktivität, Zeit im Freien oder Ausgaben für Alkohol, Tabak und Medikamente blieben unverändert. Die Ergebnisse zeigten sich konsistent über verschiedene Altersgruppen, Einkommensschichten und Bildungsniveaus hinweg.

Nach Einschätzung der Autoren sprechen die Daten gegen relevante gesundheitliche Auswirkungen von Windkraftanlagen bei den in der Praxis üblichen Wohnabständen. Unberührt davon bleiben mögliche Belastungen durch Lärm, Schattenwurf oder die visuelle Präsenz der Anlagen, die die Lebensqualität beeinträchtigen und die Akzeptanz von Windkraftprojekten beeinflussen können.

Hintergrund: Mögliche Gesundheitsfolgen von Windkraftanlagen werden seit Jahren kontrovers diskutiert. Als potentielle Ursachen werden vor allem hörbarer Lärm, tieffrequenter Schall und Infraschall, periodischer Schattenwurf sowie nächtliche Lichtsignale genannt. Befürchtet werden insbesondere Schlafstörungen, Stressreaktionen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen, Angstzustände und depressive Symptome.

Tatsächlich zeigen einige Studien, dass Anwohner Windkraftanlagen als belastend empfinden können und ihre Lebensqualität darunter leiden kann. Für einen ursächlichen Zusammenhang mit messbaren körperlichen oder psychischen Erkrankungen ist die wissenschaftliche Evidenz bislang jedoch zu uneinheitlich. Größere und methodisch robuste Untersuchungen finden überwiegend keine Hinweise auf relevante Gesundheitsschäden bei den üblichen Abständen zwischen Windkraftanlagen und Wohngebieten.

26.6.2026

Psilocybin therapiebegleitend erfolgreich

Nach Angaben der Forschenden handelt es sich um die bislang umfassendste Langzeituntersuchung einer klinischen Studie mit Psychedelika. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Psychotherapy and Psychosomatics“ veröffentlicht.

Ob antidepressive Effekte psychedelischer Therapien auch langfristig Bestand haben, ist bislang kaum untersucht. Die nun ausgewerteten Langzeitdaten der EPIsoDE-Studie deuten darauf hin, dass die antidepressiven Effekte einer Psilocybin-gestützten Therapie über zwölf Monate hinweg bestehen bleiben können.

An der Studie nahmen 144 Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression teil. 126 von ihnen wurden in die Langzeitanalysen über 6 und 12 Monate einbezogen. Alle Teilnehmenden hatten im Rahmen der klinischen Studie mindestens eine Behandlung mit 25 mg Psilocybin in Kombination mit einer psychotherapeutischen Begleitung erhalten.

Langfristige Effekte auch nach Berücksichtigung späterer Antidepressiva-Einnahmen stabil

Die depressive Symptomatik blieb über den gesamten Beobachtungszeitraum im Durchschnitt deutlich reduziert. Erfasst wurde dies unter anderem mit der international etablierten Hamilton Depression Rating Scale (HAMD17), einem klinischen Instrument zur Bewertung depressiver Symptome. Auch nach 12 Monaten waren die depressiven Symptome auf der HAMD17-Skala im Durchschnitt um etwa 8 Punkte geringer als vor der Behandlung. Dies gilt als klinisch bedeutsame Verbesserung der Symptomatik.

Besonders relevant ist dabei die Tatsache, dass die beobachteten antidepressiven Effekte auch dann bestehen blieben, wenn statistisch berücksichtigt wurde, ob Teilnehmende nach der Studientherapie erneut klassische Antidepressiva einnahmen.

Hoher Bedarf an neuen Behandlungsansätzen

„Die langfristige Stabilität der antidepressiven Effekte ist ein besonders wichtiger Befund unserer Studie“, sagt Prof. Dr. med. Gerhard Gründer, Leiter der Abteilung Molekulares Neuroimaging am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit und einer der Letztautoren der Studie. „Gerade bei therapieresistenten Depressionen besteht ein hoher Bedarf an neuen Behandlungsansätzen, die über kurzfristige Verbesserungen hinausgehen“, ergänzt Gründer.

Die Daten stammen aus der EPIsoDE-Studie, die zwischen 2021 und 2024 in Mannheim und Berlin durchgeführt wurde. Die Behandlung umfasste neben den Psilocybin-Sitzungen auch ein strukturiertes psychotherapeutisches Setting mit Vorbereitungs- und Integrationssitzungen.

„Anders als klassische Antidepressiva wird Psilocybin nicht dauerhaft eingenommen, sondern in wenigen Sitzungen mit begleitender Psychotherapie eingesetzt. Das macht die Ergebnisse besonders bemerkenswert“, sagt Lea Mertens, Erstautorin der Studie und Wissenschaftlerin am ZI. „Die psychotherapeutische Einbettung dürfte dabei eine zentrale Rolle für die langfristige Verarbeitung und Integration der Erfahrungen spielen. Das genaue Zusammenspiel der psychologischen und biologischen Wirkfaktoren der Therapie muss jedoch noch weiter untersucht werden.“

Ergebnisse müssen vorsichtig interpretiert werden

Die Forschenden betonen zugleich, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden müssen. Bei der jetzt veröffentlichten Auswertung handelt es sich um eine Langzeitnachbeobachtung ohne zusätzliche Kontrollgruppe über den gesamten Zwölf-Monats-Zeitraum. Die Teilnehmenden konnten nach Abschluss der eigentlichen Studie wieder reguläre Behandlungen in Anspruch nehmen und es gab die Möglichkeit an einer fortlaufenden monatlichen Integrationsgruppe teilzunehmen. „Die Erfahrungen während der Behandlung waren für viele Teilnehmende sehr intensiv und persönlich bedeutsam. Deshalb haben wir eine monatliche Integrationsgruppe angeboten, die von vielen genutzt wurde“, sagt Dr. med. Michael Koslowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Hintergrund: Psilocybin und andere Psychedelika gelten als vielversprechende neue Therapieoptionen bei therapieresistenter Depression. Mehrere Studien zeigen rasche antidepressiv wirksame Effekte, die nach aktuellen Langzeitdaten teilweise über Monate anhalten können. Noch ist jedoch unklar, wie groß und dauerhaft der Nutzen im Versorgungsalltag tatsächlich ist. Der klinische Stellenwert dieser Verfahren wird derzeit in größeren Studien weiter untersucht.

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