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17.5.2022

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Sechs Darm-Metabolite im Blut markieren frühe kognitive Risikostadien

17.5.2022

CAR-T-Zellen mit Stammzellreserve

Frühe Phase-1-Daten machen Hoffnung auf langlebigere Tumorabwehr

17.5.2022

Digitalisierung

Weniger als ein Viertel nutzt die elektronische Patientenakte

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22.5.2026

Sechs Darm-Metabolite im Blut markieren frühe kognitive Risikostadien

Untersucht wurden 150 Personen über 50 Jahre, jeweils 50 kognitiv gesunde Kontrollen, 50 mit subjektiver kognitiver Beeinträchtigung (SCI) und 50 mit mild cognitive impairment (MCI). Aus Nüchternserumproben bestimmten die Autoren und Autorinnen mittels gezielter LC-MS/MS-Analytik 33 diät- und mikrobiomabhängige Metabolite; parallel wurde das Darmmikrobiom per 16S-rRNA-Sequenzierung charakterisiert. Auffällig war, dass die deutlichsten mikrobiellen Verschiebungen nicht erst zwischen Gesunden und MCI-Betroffenen auftraten, sondern bereits zwischen Kontrollen und SCI-Teilnehmenden. Das spricht dafür, dass Veränderungen entlang der Darm-Hirn-Achse schon einsetzen können, wenn Betroffene zwar über erste Gedächtnisprobleme klagen, in Standardtests aber noch weitgehend unauffällig erscheinen.

Tryptophan-Stoffwechsel rückt in den Mittelpunkt

In den multivariat adjustierten Modellen erwiesen sich fünf Metabolite als robust mit frühem kognitivem Abbau assoziiert: Cholin, 5-Hydroxyindolessigsäure, Indol-3-propionsäure, Indoxylsulfat und Kynurensäure. Auffällig ist, dass vier dieser Marker direkt oder indirekt dem Tryptophanmetabolismus entstammen. Neuroprotektiv diskutierte Indol- und Serotoninabbauprodukte lagen bei SCI- und MCI-Personen niedriger, während potentiell neurotoxische beziehungsweise inflammationsnahe Metabolite wie Indoxylsulfat und Kynurensäure anstiegen. Damit verdichtet sich der Eindruck, dass frühe kognitive Verschlechterung weniger mit einem einzelnen „Demenzmarker“ als mit einer systemischen Verschiebung mikrobiell beeinflusster Entzündungs- und Neurotransmitterachsen verbunden sein könnte.

Risikostratifikation ja – Diagnostik nein

Ein Random-Forest-Modell reduzierte die 33 Einzelparameter auf ein Panel aus sechs Metaboliten und erreichte damit für die Dreifachklassifikation gesund/SCI/MCI eine makro-durchschnittliche AUC von 0,79. Die Trennung gesunder Kontrollen von MCI gelang relativ gut, die Unterscheidung zwischen SCI und MCI dagegen nur mäßig. Damit eignen sich die Daten eher für eine statistische Gruppen-Risikostratifikation als für eine individuelle klinische Diagnostik. Von einem „einfachen Bluttest“, der Demenz Jahre im Voraus sicher vorhersagen könnte, kann auf dieser Basis also noch keine Rede sein.

Interessanter Mechanismus, aber noch keine Vorsorgeanwendung

Hinzu kommt: Die Studie ist querschnittlich angelegt und zeigt Assoziationen, nicht Krankheitsverläufe. Ob die identifizierten Metabolitensignaturen tatsächlich eine spätere Demenzentwicklung prognostizieren, wurde nicht untersucht. Dennoch liefern die Daten einen interessanten Hinweis darauf, dass sich frühe neurodegenerative Prozesse womöglich über periphere Stoffwechselmuster mit abbilden lassen. Für die hausärztliche Praxis entsteht daraus vorerst kein Biomarker, wohl aber ein weiteres Argument dafür, die Darm-Hirn-Achse und ernährungsmetabolische Präventionsansätze bei kognitiv gefährdeten älteren Menschen ernster zu nehmen.

22.5.2026

Frühe Phase-1-Daten machen Hoffnung auf langlebigere Tumorabwehr

Untersucht wurden Patienten und Patientinnen mit rezidivierten oder refraktären CD19-positiven B-Zell-Malignomen nach allogener Stammzelltransplantation – also eine Hochrisikogruppe mit sehr begrenzten Optionen. Zwei aufeinanderfolgende Kohorten erhielten entweder konventionelle allogene CD19-CAR-T-Zellen oder ein gezielt mit TSCM-Zellen angereichertes, nahezu homogenes CD8+-Produkt. Dabei fiel auf: Obwohl die TSCM-Gruppe deutlich weniger Zellen erhielt, expandierten diese nach Infusion stärker und persistierten länger im Blut. Im niedrigeren Dosisbereich wurden bei 5 von 11 TSCM-behandelten Patienten und Patientinnen komplette Remissionen beobachtet, gegenüber nur 1 von 10 in der Standardkohorte. Die ereignisfreie Überlebenszeit war in dieser kleinen Frühphase insgesamt allerdings noch nicht signifikant verlängert.

Bemerkenswert ist vor allem, dass sämtliche Infusionen ohne die sonst übliche lymphodepletierende Chemotherapie erfolgten. Dass CAR-T-Zellen unter diesen Bedingungen dennoch robust anwachsen können, stellt eine der etablierten Grundannahmen des bisherigen CAR-T-Designs zumindest teilweise infrage.

Nicht nur mehr Persistenz – sondern ein sich erneuerndes Zellreservoir

Der eigentliche wissenschaftliche Reiz der Arbeit liegt jedoch in der Langzeitbeobachtung der Zellkinetik. Konventionelle CAR-T-Zellen zeigten das bekannte Muster einer frühen Expansion mit anschließendem Abfall. Die TSCM-Produkte verhielten sich anders: Sie bauten im Patienten ein stammzellähnliches Reservoir auf, aus dem nacheinander neue aktive Zellklone hervorgingen. Die Tumorabwehr lief also nicht als einmalige Zellwelle ab, sondern in sequenziellen Nachlieferungsphasen – ein Verhalten, das die Autoren und Autorinnen mit der klonalen Regeneration hämatopoetischer Stammzellen vergleichen. Damit könnte ein zentrales Grundproblem heutiger CAR-T-Therapien adressiert werden: das vorzeitige funktionelle Ausbrennen der übertragenen Zellen.

Günstigeres Toxizitätsprofil, aber noch kein Durchbruch

Auch die Verträglichkeit war günstiger als in der Vergleichsgruppe: Schwere Zytokinfreisetzungssyndrome traten seltener auf, obwohl die TSCM-Zellen hohe Blutspiegel erreichten. Ganz nebenwirkungsfrei war die Therapie jedoch nicht. Zudem betonen die Autoren und Autorinnen selbst, dass die klinischen Schlussfolgerungen wegen kleiner Patientenzahl, heterogener Erkrankungen und fehlender Randomisierung vorerst nur explorativen Charakter haben. Das gilt umso mehr, als das Therapieversagen in einzelnen Fällen weiterhin durch Antigenverlust, immunsuppressive Zytokine oder Anti-CAR-Antikörper bestimmt wurde.

Dennoch liefern die Daten einen wichtigen Proof of Principle: Nicht jede Verbesserung von CAR-T-Zellen muss über neue Rezeptorkonstrukte erfolgen – möglicherweise entscheidet schon die Wahl eines biologisch „stammzellfähigeren“ Ausgangsmaterials darüber, wie lange die zelluläre Tumorabwehr tatsächlich durchhält.

22.5.2026

Weniger als ein Viertel nutzt die elektronische Patientenakte

Zwar hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt, dennoch greift nur rund insgesamt jeder Vierte auf die elektronische Patientenakte zurück.

„Ein Jahr nach Einführung der ePA ist ein Anteil von Nutzerinnen und Nutzer unter 25 % kein guter Wert. Wir sind noch weit davon entfernt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Vorteile der ePA kennt und sie im Alltag nutzt. Damit geht Potential verloren, das wir gerade jetzt im Gesundheitssystem dringend brauchen“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Die aktuellen Daten zeigen zudem weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. So nutzen Männer die ePA häufiger als Frauen (25,2 % gegenüber 21,7 %). Auch regional bleibt ein Gefälle bestehen: In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Nutzungsrate mit 28,9 % über der im Westen (22,2 %).

Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit einer Nutzungsquote von 28,8 %. In den übrigen Altersgruppen bewegt sich die Nutzung auf einem etwas niedrigeren, aber vergleichbaren Niveau: 30-39-Jährigen (27,1 %), 40- bis 49-Jährige (21,6 %), 50- bis 64-Jährige (24,5 %) sowie Menschen ab 65 Jahren (20,9 %).

Pharma Deutschland bewertet die ePA als wichtigen Fortschritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die e-Akte kann den Umgang mit der eigenen Gesundheit deutlich vereinfachen. Wichtige medizinische Informationen sind gebündelt verfügbar, Behandlungen können besser abgestimmt und Risiken früher erkannt werden. Gleichzeitig bieten die Daten eine wichtige Grundlage für Forschung und passgenaue Therapien.

Hintergrund: In dem Dossier „Digitalisierung – Chancen nutzen, Hürden abbauen“ betont die KBV, die ePA sei „zentrales Element einer digitalen Versorgung“, fordert aber, dass sie reibungslos funktionieren, vollständig in die Praxisverwaltungssysteme integriert sein und ohne zusätzliche Bürokratie nutzbar werden müsse. Zugleich verlangt sie konsequenten Schutz sensibler Daten: Krankenkassen und Dritte dürften keinen Zugriff auf medizinische Inhalte erhalten, die ePA dürfe „kein Instrument für Kasseninteressen“ werden. Aktuelle KBVInformationen zur ePA (inkl. Patienteninfo und FAQs) bietet die Seite „Elektronische Patientenakte – Überblicksseite der KBV“ (https://www.kbv.de/praxis/digitalisierung/anwendungen/elektronische-patientenakte).

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