Die im Fachjournal Nature publizierte Studie basiert auf Messdaten von mehr als hundert europäischen Stationen, Satellitenbeobachtungen, Atmosphärenmodellen und Verfahren der künstlichen Intelligenz. Dadurch konnten die Forschenden erstmals eine hochaufgelöste Karte der Wüstenstaubbelastung für ganz Europa erstellen und regionale Trends über einen Zeitraum von zehn Jahren analysieren.
Besonders hohe Belastungen fanden sich in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal. Erhöhte Konzentrationen wurden aber auch in Westfrankreich nachgewiesen. Das liegt daran, dass Luftmassen aus der Sahara häufig zunächst über den Atlantik ziehen und anschließend weiter nördlich nach Westeuropa gelenkt werden.
Die Studie zeigt zudem, dass Wüstenstaub heute einen erheblichen Anteil an der gesamten PM₁₀-Belastung in Südeuropa ausmacht und dadurch die Bemühungen zur Verbesserung der Luftqualität teilweise unterläuft. Während sich anthropogene Feinstaubemissionen durch technische Maßnahmen reduzieren lassen, entzieht sich Wüstenstaub einer direkten Kontrolle. Nach Einschätzung der Forschenden könnte ein wirksamer Klimaschutz jedoch langfristig dazu beitragen, die weitere Ausbreitung trockener Wüstengebiete und damit auch die Freisetzung von Staub zu begrenzen.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass die gesundheitlichen Folgen erhöhter Wüstenstaubkonzentrationen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gut dokumentiert ist bereits eine erhöhte Sterblichkeit an Tagen mit starker Staubbelastung infolge von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Gleichzeitig schafft die jetzt aufgebaute Datenbasis die Voraussetzung, langfristige gesundheitliche Auswirkungen künftig genauer untersuchen zu können.
Zusatzinfo: Gesundheitliche Folgen von Wüstenstaub – klinisch relevant auch in Europa
Wüstenstaub ist weit mehr als ein meteorologisches Phänomen. Zahlreiche epidemiologische Studien zeigen, dass ausgeprägte Saharastaubereignisse mit einer Zunahme von Asthma- und COPD-Exazerbationen, mehr Notfallbehandlungen und Hospitalisierungen wegen Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer erhöhten täglichen Gesamtsterblichkeit assoziiert sind. Besonders gefährdet sind ältere Menschen sowie Patientinnen und Patienten mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen. Für die medizinische Praxis bedeutet dies, dass Warnungen vor starker Wüstenstaubbelastung – ähnlich wie Hitze-, Ozon- oder Feinstaubwarnungen – bei vulnerablen Personengruppen berücksichtigt werden sollten. Die jetzt veröffentlichte Nature-Studie liefert dafür erstmals eine belastbare Grundlage, indem sie die räumliche und zeitliche Entwicklung der Wüstenstaubbelastung in Europa detailliert beschreibt.
Als prolongiertes Sitzen definierten die Autoren zusammenhängende Sitzphasen von mindestens 30 Minuten, während derer mindestens 90 % der Zeit sitzend verbracht wurden. Jede zusätzliche Stunde dieser ununterbrochenen Sitzzeit pro Tag war mit einem um rund 10 % erhöhten Risiko für die Krebssterblichkeit assoziiert (HR 1,09; 95%-KI 1,06–1,11). Dagegen war jede zusätzliche Stunde unterbrochenen Sitzens – also kürzerer oder durch Bewegung unterbrochener Sitzphasen – mit einem um 19 % niedrigeren Sterberisiko verbunden (HR 0,82; 95%-KI 0,78–0,86). Auch für die Krebsinzidenz zeigten sich entsprechende, wenn auch schwächere Zusammenhänge: Pro zusätzlicher Stunde prolongierten Sitzens stieg das Erkrankungsrisiko um 3 %, während unterbrochenes Sitzen mit einer Risikoreduktion von 6 % assoziiert war. Ähnliche Zusammenhänge fanden sich auch bei adipositas- und Typ-2-Diabetes-assoziierten Tumoren, darunter Karzinome des Ösophagus, der Leber, der Niere, der Brust und des Kolons.
„Unsere Daten zeigen, dass Sitzen von mehr als 30 Minuten am Stück besonders stark mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden ist“, erklärte Co-Autor Dr. Frederick Ho von der University of Glasgow. „Die gute Nachricht ist, dass das Unterbrechen der Sitzzeit durch etwas so Einfaches wie einen kurzen Spaziergang bereits schützend wirken könnte.“
Nutzen zusätzlicher Bewegung
Auch die Substitutionsanalysen sprechen für einen Nutzen zusätzlicher Bewegung. Bereits der Ersatz von einer Stunde prolongierten Sitzens durch leichte körperliche Aktivität – etwa langsames Gehen oder Hausarbeit – war mit einem um 12 % niedrigeren Risiko für die Krebssterblichkeit assoziiert (HR 0,88; 95%-KI 0,79–0,99). Ebenso war der Austausch von 30 Minuten Sitzen gegen moderat intensive körperliche Aktivität mit einer Risikoreduktion verbunden. Für intensive körperliche Aktivität zeigte sich ebenfalls ein numerischer Vorteil, der aufgrund geringer Fallzahlen für die Krebssterblichkeit jedoch statistisch nicht signifikant war.
Zu den Limitationen zählen der Beobachtungscharakter der Studie mit der Möglichkeit eines Residualkonfoundings, etwa durch allgemeine Gebrechlichkeit oder Begleiterkrankungen, die gesündere und sozial besser gestellte Stichprobe der UK Biobank sowie die auf sieben Tage begrenzte Aktivitätsmessung. Zudem ließ sich weder der Kontext des Sitzens – etwa Fernsehen oder Bildschirmarbeit – noch die optimale Dauer und Häufigkeit von Bewegungspausen bestimmen. Die Autoren und Autorinnen betonen daher, dass Interventionsstudien erforderlich sind, um kausale Zusammenhänge und konkrete Empfehlungen abzuleiten. Die Ergebnisse sprechen jedoch dafür, längere Sitzphasen möglichst regelmäßig durch kurze Bewegungseinheiten zu unterbrechen.
Die Auswertung zeigt, dass Geimpfte im Vergleich zu Ungeimpften ein um rund 50 % geringeres Risiko für einen COVID-19-bedingten Besuch in einer Notaufnahme oder Akutpraxis aufwiesen. Die geschätzte Impfstoffwirksamkeit betrug 50 % (95%-KI 42–57). Noch deutlicher fiel der Schutz vor einer Krankenhauseinweisung aus: Hier lag die adjustierte Impfstoffwirksamkeit bei 55 % (95%-KI 41–66). Bei den über 65-Jährigen, die die höchste hospitalisierungsbezogene Krankheitslast tragen, betrug die Wirksamkeit gegen Notfallkonsultationen 48 % (95%-KI 37–56) und gegen stationäre Aufnahmen 53 % (95%-KI 37–65). Die mediane Zeitspanne zwischen Impfung und Studienereignis lag bei beiden Endpunkten bei 46 bis 48 Tagen.
Die Studie bestätigt damit, dass die auf die JN.1-Linie und ihre Subvarianten abgestimmten Impfstoffe einen zusätzlichen Schutz über die bereits bestehende Immunität durch frühere Infektionen oder Impfungen hinaus bieten. Dies ist klinisch bedeutsam, da die zirkulierenden SARS-CoV-2-Varianten im Untersuchungszeitraum überwiegend Nachkommen der JN.1-Linie waren und die Impfstoffe damit gut zu den zirkulierenden Virusvarianten passten.
Zu den Limitationen zählen der Beobachtungscharakter der Studie mit der Möglichkeit eines Residualkonfoundings, etwa durch Unterschiede im Gesundheitsverhalten oder den Einsatz antiviraler Therapeutika. Zudem könnte eine Fehlklassifikation des Impfstatus die Wirksamkeitsschätzungen beeinflusst haben. Aufgrund der geringen Fallzahlen in einzelnen Subgruppen waren weiterführende Analysen, etwa zur Wirksamkeit gegen intensivmedizinische Behandlung oder zum zeitlichen Verlauf des Impfschutzes, nicht möglich. Die Autoren weisen außerdem darauf hin, dass die beobachtete Impfstoffwirksamkeit vor dem Hintergrund einer hohen infektions- und impfbedingten Grundimmunität der untersuchten Bevölkerung zu interpretieren ist.