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News-Ticker
20.5.2022

Fortgeschrittenes Lymphödem: Keine klare Überlegenheit für eine spezifische Therapie

Die vom IQWiG mit der Bewertung beauftragte Expertengruppe untersuchte den Nutzen und Schaden sowie die Wirtschaftlichkeit weiterer nicht medikamentöser Behandlungen von fortgeschrittenen Lymphödemen (ab Stadium II) ‒ unabhängig von ihrer Ursache. Zusätzlich berücksichtigte sie ethische, soziale, rechtliche und organisatorische Fragen. Die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) gilt zwar aktuell als die Standardtherapie zur Behandlung von Lymphödemen. Sie besteht aus fünf verschiedenen Komponenten: der manuellen Lymphdrainage, der Kompressionstherapie, entstauungsförderndem Sport oder Bewegungstherapie, Hautpflege und Aufklärung bzw. Schulungen zur Selbsttherapie.

Die Forscher konnten jedoch keine Studie identifizieren, die die KPE in ihrer Gesamtheit untersucht hat. Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass es zumindest für vier weitere Maßnahmen Anhaltspunkte für einen Nutzen im Hinblick auf einzelne patientenrelevante Endpunkte gibt, nämlich

  • die Kompressionstherapie (bei der Kompressionsbandagen oder -armstrümpfe einen leichten Druck auf den Arm ausüben und so den Abtransport der Lymphflüssigkeit aus den Lymphgefäßen erleichtert),
  • Heimprogramme (bei denen Betroffene nach professioneller Unterweisung zu Hause eigenständig bestimmte Bewegungs- und Atemübungen durchführen oder Selbstmassagetechniken anwenden),
  • Operationen zum vaskularisierten Lymphknotentransfer (hierbei werden mehrere Lymphknoten mit eigenem Blutgefäßsystem aus einer gesunden Körperregion entnommen und mit den Blutgefäßen in der erkrankten Lymphödem-Region verbunden) sowie
  • die intermittierende pneumatische Kompression (bei der mit einer an eine Pumpe angeschlossenen Manschette wechselnden Druck z.B. auf einen Arm aufgebaut wird, um angestaute Flüssigkeit aus dem Arm zu drücken).

Letztlich zeigte die Auswertung der Studien keine klare Überlegenheit für eine oder mehrere bestimmte Therapien. Einschränkend stellt der Health Technology Assessment (HTA)-Bericht zudem fest, dass eine vollständige Nutzen-Schaden-Abwägung der jeweiligen Verfahren in der Regel nicht möglich ist, da die wenigsten Studien unerwünschte Ereignisse erhoben. Auch ist die Übertragbarkeit der Ergebnisse limitiert, weil die für den Bericht als relevant identifizierten Studien (20 von 23) nahezu ausschließlich Betroffene mit Arm-Lymphödem nach Brustkrebstherapie untersuchten.

Weiterführende Informationen vor allem zur KPE-Therapie des chronischen Lymphödems, aber auch einiger weiterer konservativer Maßnahmen, finden sich in der S2-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Lymphödeme“ (2017, AWMF Reg.-Nr. 058-001).

16.3.2022

Corona-Informationsmaterialien für ukrainische Kriegsflüchtlinge

Für aus der Ukraine in Deutschland eintreffende Menschen, die noch nicht über ausreichenden Impfschutz vor dem Coronavirus SARS-CoV2 verfügen, ist der Schutz vor einer Corona-Infektion besonders wichtig.

Die Informationen dienen der Unterstützung von Multiplikatoren im Gesundheitssystem, zum Beispiel Beschäftigten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Beschäftigten in Gemeinschaftsunterkünften oder behandelnden Ärzten. Sie können kostenfrei heruntergeladen, ausgedruckt, ausgehängt oder an geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitergegeben werden. Zu dem BZgA-Informationspaket zum Download rund um das Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung in ukrainischer Sprache gehören verschiedene Merkblätter („Die Corona-Schutzimpfung - sicher und wirksam“, „Virusinfektionen - Hygiene schützt!“, „Tipps für die Zeit in häuslicher Quarantäne oder Isolierung“, „Corona-Schutzimpfung für Kinder von 5 bis 11 Jahren“ und „Corona-Schutzimpfung ab 12 Jahren (Informationen für Eltern und Sorgeberechtigte)“) sowie Infografiken („Der Impfablauf“, „Übersicht Corona-Tests“, „Infektionen vorbeugen: Die 10 wichtigsten Hygienetipps“ oder „Was bedeuten 3G, 3G-Plus, 2G und 2G-Plus?“).

16.3.2022

Nur geringe Risikoreduktion bei Corona

Das Bundesministerium für Gesundheit hat bereits vor der arzneimittelrechtlichen Zulassung Kontingente dieser Arzneimittel mit den Wirkstoffen Molnupiravir und Nirmatrelvir/Ritonavir bestellt. In einem patientenindividualisierten Verfahren können sie nun in Apotheken angefordert werden. In der wissenschaftlichen Welt rief dies Kopfschütteln hervor, da es für die Wirksamkeit keinerlei belastbare Evidenz gab – lediglich Pressemitteilungen der Hersteller behaupteten diese.

Vor dem Hintergrund der erst im Februar 2022 erschienenen Vollpublikationen der für die Zulassung relevanten klinischen Studien MOVe-OUT zu Molnupiravir bzw. EPIC-HR zu Nirmatrelvir/Ritonavir im New England Journal of Medicine wird die Bewertung der Experten kaum besser: Für die Wirkstoffe Nirmatrelvir/Ritonavir und Molnupiravir ist der therapeutische Stellenwert nicht ausreichend geklärt, um einen unkritischen Einsatz bei allen zur Zielpopulation gehörenden Patienten zu rechtfertigen, zu der beispielsweise alle Patienten mit einem Alter ab 60 Jahren unabhängig von Begleiterkrankungen zählen.

Die absoluten Werte der Risikoreduktion sind gering und die Nebenwirkungsprofile müssen besser definiert werden. Darüber hinaus ist die Wirksamkeit der Arzneimittel bei der zurzeit dominierenden Omikron (B.1.1.529)-Variante von SARS-CoV-2 vollkommen unklar, die ohnehin zu deutlich weniger schweren Krankheitsverläufen, einschließlich Hospitalisierung und Tod, führt, als beispielsweise die Delta-Variante. Auch zum Nutzen der Arzneimittel in der Behandlung von COVID-19 bei geimpften Patienten gibt es derzeit keine Erkenntnisse. Weitere klinische Studien sollten insbesondere untersuchen, welche Subgruppen von Patienten von den Arzneimitteln profitieren.

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