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News-Ticker
11.6.2021

Finanzielle Einbußen bei Ärzten

Das US-amerikanische Medizinerportal mit deutschem Ableger ‒ deutsch.medscape.com ‒ hat in einer differenzierten Befragung von 700 Ärztinnen und Ärzten in Deutschland die Auswirkungen der Corona-Krise auf deren finanzielle Situation erfasst („Medscape Gehaltsreport 2021“). Dabei zeigte sich, dass das Einkommen von rund der Hälfte der Befragten unverändert geblieben, bei 35% jedoch gesunken war, teilweise um mehr als ein Viertel. Nur 17% gaben ein während Corona-Zeiten gestiegenes Einkommen an. Hauptgrund der Einkommenseinbußen war mehrheitlich die Corona-Krise. Beispielsweise bei vielen Fachärzten ein deutlicher Rückgang der Patientenzahlen, z.B. bei Kardiologen oder Onkologen.
Auch wenn die Online-Terminvergabe noch nicht in vielen Praxen etabliert ist (nur bei 7%), so ist die Kommunikation übers Internet mit Kollegen und auch mit Patienten dank der Pandemie deutlich im Kommen. Derzeit nutzen 4 von 10 Ärzten diese Tele-Möglichkeiten. 6 von 10 Medizinern, die schon über Internet-Plattformen Gespräche führen, denken, dass die Corona-Krise solche Beratungstermine am Computer forciert hat. Mehr als jeder zweite Arzt nutzt diese Telekonsultationen und -konsile doppelt so häufig wie vor der Pandemie. Fast jeder dritte sogar 5-mal so häufig. Etwa 77% der Nutzer haben mit der virtuellen Kommunikation gute Erfahrungen gemacht. Aber: Eine große Gruppe von Ärzten lehnt diese moderne Form des Arbeitens immer noch ab: 57% der Ärzte, die sich noch nicht am Computer austauschen, planen auch künftig nicht den Einsatz von Telekonsultationen. Ein Treffen via Bildschirm ziehen 35% zumindest in Erwägung.

9.6.2021

Vorsicht bei hoher Feinstaubbelastung

Mit dem allmählich beginnenden Sommer fühlen sich immer mehr Menschen motiviert, im Freien Sport zu betreiben. Allerdings, so zeigt jetzt eine aktuelle Studie aus Südkorea mit knapp 1,5 Millionen jungen Erwachsenen, kann dies ab einer gewissen Luftverschmutzung mehr schaden als nützen. Denn bei hohen Feinstaubwerten beeinträchtigt Sport im Freien das Herz-Kreislauf-System [1].

„Das Besondere an der Studie ist, dass sie erstmals eine Schwelle für die Feinstaubbelastung angibt, ab der es für Herz und Kreislauf nachteilig ist, draußen Sport zu treiben“, sagt Prof. Dr. Thomas Münzel, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) an der Universitätsmedizin Mainz [2]. Bei moderater Feinstaubbelastung förderte die körperliche Bewegung die Gesundheit der Studienteilnehmer. Bei höheren Luftverschmutzungswerten bewirkte der Sport aber das Gegenteil und schadete dem Herz-Kreislauf-System. „Die Feinstaubgrenzwerte der EU liegen ganz nah an dem Bereich, in dem laut der Studie körperliche Aktivität im Freien bereits schädlich für das Herz-Kreislauf-System ist“, sagt Münzel. „Regional werden die Grenzwerte in Deutschland sogar überschritten, etwa in Hochindustriegebieten.“ Wenn Feinstaub über die Lungenbläschen ins Blut gelangt, und andere Organe erreicht, führt er zu chronischen Entzündungen, die Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall zur Folge haben können. Die kleinsten Partikel des Feinstaubs können sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden und Entzündungen im Gehirn direkt auslösen.

Eine gute Möglichkeit zur Einschätzung einer potenziell riskanten Feinstaubbelastung für Freizeit- und Leistungssportler sind verschiedene aktuelle Apps für Smartphones. So liefern bereits einige Wetter-Apps (z.B. „eWeather HD“ von Elecont oder die Google Wetter-App) bzw. Wetterinformationsanbieter Hinweise auf lokale Feinstaubbelastungen. Apps wie „Luftqualität“ vom Umweltbundesamt adressieren das Problem direkt. Unverständlich ist, warum ausgerechnet die meisten Fitness-Apps, die von vielen ambitionierten Freizeitsportlern genutzt werden, keine Feinstaub-Warnmöglichkeiten vorsehen.

9.6.2021

Forderung an die Länder

Laut einer Untersuchung berichten 23 Millionen Deutsche von chronischen Schmerzen, davon fühlen sich sechs Millionen durch ihren Schmerz im Alltag beeinträchtigt, bei 2,2 Millionen ist die ursprünglich auslösende Ursache häufig nicht mehr nachweisbar.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. fordert nun mehr Schmerzbetten, bessere Nachwuchsförderung und Umsetzung eines strukturierten Akutschmerzmanagements nach Operationen. „Die Gesundheitspolitik darf diese Patientinnen und Patienten nicht aus dem Blick verlieren“, betont apl. Prof. Dr. med. Winfried Meißner, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. Vor sechs Jahren haben die Gesundheitsminister der Länder und des Bundes (GMK) Maßnahmen zur Verbesserung der Schmerztherapie und Stärkung der Versorgung beschlossen. Die Schmerzgesellschaft hat den Stand der Umsetzung abgefragt, mit dem Ergebnis, dass die Länder nachbessern müssen. „Wir fordern die Länder dringend auf, bereits im Rahmen der Landeskrankenhausplanung Schmerzbetten oder aber an schmerzspezifischen OPS-Prozeduren definierte Ressourcen der teilstationären und stationären Versorgung explizit auszuweisen“, sagt Meißner. Ebenso müsse eine interdisziplinäre, multimodale Versorgung stattfinden und diese mit der ambulanten Nachbehandlung verschränkt sein. Auch die ambulante Schmerzversorgung ist nach wie vor lückenhaft, die Akutschmerztherapie ist unzureichend.

Erstmals hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) auf Initiative der Patientenvertretung und mit Beratung der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. am 17. September 2020 beschlossen, dass Krankenhäuser und ambulant operierende Praxen ein Konzept zum Akutschmerzmanagement als Bestandteil ihres internen Qualitätsmanagements etablieren müssen. Krankenhäuser sollen Akutschmerzdienste mit pflegerischen und ärztlichen Expertinnen und Experten vorhalten.