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Kongress-Ticker

DERM Frankenthal 2021

Innovationen in der Dermatologie

Dr. rer. nat. Christine Reinecke, Anton Müller

23.11.2021

Typ-2 Blockade bei Atopischer Dermatitis +++ Fraktionierte nicht-ablative Hautverjüngung +++ Update allergenspezifische Immuntherapie (AIT) +++ Gefahren durch Mikroplastik +++ Berufskrankheit Handekzem +++ Atopische Dermatitis: Probiotika stabilisieren das dermale Mikrobiom +++ Berufsbedingte Handekzeme: Erleichterungen bei der rechtlichen Anerkennung +++ Akne, Aknenarben und Rosacea: Potente Wirkstoffe stoppen den Entzündungsprozess +++ Hyperpigmentierung und Melasma: Den Schlüsselschritt der Melanogenese unterbinden

Typ-2 Blockade bei Atopischer Dermatitis

Das wichtigste Zytokin für entzündliche Prozesse bei Neurodermitis ist Interleukin-13 (IL-13), das in deutlich erhöhter Menge in der Haut vorliegt. Am höchsten ist die IL-13-Transkription in läsionaler atopischer Haut, wobei der Serumspiegel mit dem Schweregrad (SCORAD) korreliert. Neu in der klinischen Anwendung ist der vollhumane monoklonale IgG4-Antikörper Tralokinumab. Dieser blockiert spezifisch das IL-13 und unterdrückt damit die Entzündungskaskade. In den beiden Zulassungsstudien wurde eine signifikante Verringerung der Zeichen und Symptome innerhalb der ersten 2–6 Behandlungstage beobachtet.

Nach 16 Wochen zeigte sich in der Primäranalyse signifikant mehr IGA0/1-Ansprechen (15,8 % bzw. 19,1 %), das EASI-75-Ansprechen lag bei 25,0 % bzw. 33,2 %. In Woche 16 verbesserte sich bei signifikant mehr Patienten der stärkste Juckreiz (NRS ≥ 4), auch der Kortisonverbrauch war geringer. Die Nebenwirkungen (obere Atemwegsinfektionen, Konjunktivitis) waren in den Behandlungsgruppen vergleichbar und stiegen bei längerer Behandlung nicht an. Vor dem Einsatz sollte die Notwendigkeit einer Systemtherapie evaluiert werden.

Session „Atopische Dermatitis“, 11.09.2021


Fraktionierte nicht-ablative Hautverjüngung

Der Erbium-Glass-Laser besitzt eine Wellenlänge von 1 550 Nanometern und eine Eindringtiefe von zirka 1,9 Millimetern. Er ist nicht ablativ, sodass die Downtime mit 1–2 Tagen kurz ist. Der Laser arbeitet fraktioniert, d. h. er setzt ein Muster aus hauchdünnen, klein verteilten Laserpunkten, zwischen denen  die Haut intakt bleibt und so schneller abheilen kann. Er ist auch für die Hauttypen Fitzpatrick IV–VI geeignet. Die Behandlung ist etwas zeitaufwändiger, weil mehrere Intervalle nötig sind; dementsprechend ist das kosmetische Ergebnis erst nach Wochen bis Monaten sichtbar.

Die Indikationen: milde Rejuvenation, Verfeinerung des Hautbildes auch bei Hyperpigmentierung, Behandlung von Striae sowie Narben (Akne, OP) und Anregung des Haarwachstums. Kontraindikationen sind die Anwendung von Johanniskraut und ätherischen Ölen. Hypertrophe Narben sowie die androgenetische Alopezie und die Alopezia areata bedürfen mehrerer Sitzungen.

Session „Innovationen in der Dermatologie“, 11.09.2021


Update allergenspezifische Immuntherapie (AIT)

• Die sublinguale Immuntherapie mit Birkenpollenextrakt (300 Allergeneinheiten [AU]) ist auch in der Erlen- und Hasel- (30 %), Eichen- (25 %) und Buchenpollensaison (40 %) wirksam.

• Hausstaubmilbenallergie: eine HDM-SLIT-Tablette (300 AU) war über 12 Monate zu ca. 17 % wirksam und verbesserte die Lebensqualität signifikant.

• Im sino-nasalen Outcome-Test korrelierten AIT-Symptome mit dem Vitamin-D-Serumspiegel, der daher im Winter angehoben werden sollte.

• Bei Katzenhaarallergie bewirkte die Injektion eines humanisierten IgG4-Antikörpers bis zu Tag 85 nahezu Beschwerdefreiheit.

• Omalizumab ist bei schwerem allergischem Asthma und chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen zugelassen, in Kürze auch Ligelizumab bei Urtikaria (Response: ca. 45 % unter 72–240 mg).

• Bei schwerem eosinophilem Asthma empfiehlt die GINA-Leitlinie in Therapiestufe 5 hochdosierte inhalative Kortikosteroide, LAMA/LABA und phänotypabhängig Biologika vor oralen Kortikosteroiden.

• Die AD-Leitlinien empfehlen in Stufe 4 Maßnahmen der vorherigen Stufen plus systemische immunmo­dulierende Therapie (Ciclosporin oder Dupilumab).

Session „Neues zur allergenspezifischen Immuntherapie und Biologika in der Allergologie“, 12.09.2021

Gefahren durch Mikroplastik

Plastik vermeiden und Nachhaltigkeit leben – um das in der dermatologischen Praxis umzusetzen, sollten der hohe Ressourcenverbrauch und das unzureichende Recycling überdacht werden, ebenso die zunehmende Anzahl an Einmalartikeln. Mikroplastik in vielen Pflegeprodukten wirkt sich auch direkt auf die Gesundheit aus: im globalen Durchschnitt nehmen wir pro Woche Mikroplastik in der Größe einer Scheckkarte auf; bereits das Nabelschnurblut enthält 109 Chemikalien und 42 unbekannte Substanzen.

Mikroplastik schädigt die Umwelt, denn die 350 bekannten Kunststoffe sind meist nicht abbaubar, akkumulieren und sind hormonell aktiv. Beim UV-bedingten Zerfall in Ethylen und das Treibhausgas Methan wirken die Abbauprodukte wie Magnete auf Dichlordiphenyltrichlorethan und polychlorierte Biphenyle, bilden einen Nährboden für pathogene Pilze und verändern das Mikrobiom, was zu einer Zunahme chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen führt.

Session „Atopische Dermatitis“, 11.09.2021

Berufskrankheit Handekzem

Die Corona-Folgen liegen auf der Hand: Hand­ekzeme nahmen laut Mitgliederumfrage des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen bei hautbelastenden Berufen um 83,9 % zu. Verursacht wird es durch Irritationen und Allergene und verstärkt sich bei einer Neurodermitis.

Warum trotz des Aufwands ein berufsgenossenschaftliches Heilverfahren? Die Leistungen liegen außerhalb des Budgets und umfassen Basistherapeutika und UV-Schutz. Auch Präventionsmaßnahmen sind möglich, rechtliche Ansprüche werden gewahrt (Berufskrankheit-Anerkennung, Rente, Umschulung). Seit diesem Jahr zählen für die Anerkennung wiederholt rückfällige Hauterkrankungen bzw. klinische Schwere und Therapieansprechen. Das ärztliche Meldeverfahren greift bei begründetem Verdacht auf eine Berufskrankheit oder drohender Verschlimmerung durch die berufliche Tätigkeit. Der Hautarztbericht wird erstattet, die Kosten einer topischen Basistherapie gemäß Leitlinien werden von der BG übernommen.

Session „Berufsdermatologie“, 10.09.2021

Atopische Dermatitis: Probiotika stabilisieren das dermale Mikrobiom

Bei einer Neurodermitis ist die Bakterienflora der Haut gestört, wobei Staphylokokkus aureus dominiert. S. aureus wurde durch ein topisches Probiotikum signifikant verringert, während die Lactobazilli zunahmen. Das führte zu einer Verbesserung des klinischen Bildes bei Kindern und Erwachsenen.

Beim atopischen Ekzem ist die Integrität der Haut entscheidend, die auf einem gesunden Hautmikrobiom beruht. Eine Dysbiose entwickelt sich, wenn die physiologische Bakterienflora im Ungleichgewicht ist. Eine solche Dsybiose beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut und verändert dadurch auch die Immunantwort. Veränderungen im Mikrobiom sind generell stark mit der Neurodermitis assoziiert. Besonders Staphylokokkus aureus spielt eine wichtige Rolle in der Pathogenese der atopischen Dermatitis. Das Bakterium vermehrt sich im akuten Schub besonders stark, befeuert damit das Entzündungsgeschehen und schränkt die Bakteriendiversität ein. Auf der anderen Seite mangelt es bei der Neurodermitis an Koagulase-negativen Staphylokokken, die ihren Gegenspieler verdrängen können, erklärte Prof. Dr. Dr. André Gessner (Regensburg). Deshalb sind bei Mikrobiom-assoziierten Erkrankungen Therapiekonzepte mit Probiotika sinnvoll.

Die erste Hautkur, die aus aktiven Probiotika besteht, ist der Baplexin-Komplex, ergänzte Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann (Coburg). Baplexin 621 besteht aus lebenden, lyophilisierten Bakterien der Gattungen Lactobacillus, Bifidobacterium und Streptococcus. Diese auf die Haut abgestimmten Bakterien werden in das Mikrobiom integriert und modulieren es, wodurch die Diversität zunimmt. Baplexin ist als Monotherapie oder in Kombination mit gängigen Lokaltherapeutika geeignet und lässt sich leicht anwenden: als Bad oder Umschlag, während des akuten Schubs täglich, dann ein bis zwei mal wöchentlich zur Stabilisierung des Hautmikrobioms.

SCORAD signifikant verbessert, Staphylokokken verdrängt

Die Evidenz des Bakterienkomplexes wurde in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 22 Kindern und Erwachsenen mit akuten Neurodermitis-Läsionen gezeigt [1]. Nach einer Woche verbesserte sich das klinische Erscheinungsbild signifikant, auch Juckreiz und Hauttrockenheit wurden signifikant gelindert. In beiden Dosierungen (2,5 g bzw. 5 g, zwei Wochen lang täglich für 10 Minuten angewendet) wurde der SCORAD von 63,04 an Tag 0 auf 47,09 an Tag 7 bis auf 35,26 an Tag 14 signifikant verringert. Die Kolonisation der behandelten Läsionen mit S. aureus sank um 83,5 %, was sich in einer Abnahme der Genkopienzahl zeigte. Gleichzeitig nahm die Häufigkeit der Laktobazillen zu [1].

Baplexin ist auch langfristig gut verträglich, dermatologisch getestet  und für Kinder unter 3 Jahren geeignet. Die natürlichen Wirkstoffe erhöhen die Akzeptanz bei Eltern mit Kindern im Säuglings- und Grundschulalter, die zu 12 bis 25 Prozent betroffen sind. Mit einer Skepsis gegenüber Kortikosteroiden und Immunmodulatoren sind die Eltern auf der Suche nach einem erfahrenen Arzt, der damit ein natürliches und wirkungsvolles Präparat in der Hand hält, so Axt-­Gadermann.

1) Axt-Gadermann M et al., Probiotische Teilbäder bei atopischer Dermatits. Hautarzt 2021; 72: 549–556
Firmensymposium „Atopische Dermatitis und AktivaDerm ND“ (Veranstalter: Medice GmbH)

Berufsbedingte Handekzeme: Erleichterungen bei der rechtlichen Anerkennung

Die verstärkten Hygienemaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie zeigen inzwischen ihre dermatologischen Schattenseiten. Die Prävalenz von Handekzemen hat deutlich zugenommen. Erleichterungen bei der Anerkennung als Berufskrankheit sollen Hautärzte zum BG-Heilverfahren motivieren.

„Während die 1-Jahres-Prävalenz für ein Handekzem in der Allgemeinbevölkerung bei etwa 10 % liegt, beträgt sie bei in Feuchtberufen Beschäftigten etwa 30 %“, informierte Prof. Dr. med. Christoph Skudlik, Chefarzt des Instituts für Interdisziplinäre Dermatologische Prävention und Rehabilitation an der Universität Osnabrück (iDerm), hinsichtlich der Rate der an einem Handekzem erkrankten Menschen. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf die Prävalenz vor der COVID-19-Pandemie. Eine Umfrage unter 530 Mitgliedern des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen ergab nach Informationen Skudliks eine deutliche Zunahme der Erkrankung: Annähernd 84 % der befragten Behandler hatten seit Beginn der Corona-Maßnahmen – bedingt durch die vermehrten Handhygienemaßnahmen – ein häufigeres Auftreten von Handekzemen in der täglichen Praxis festgestellt.

„Typischerweise sieht man als behandelnder Arzt einen verstärkten Befall der linken Hand, da in der Regel die rechte Hand das Werkzeug führt und die linke Hand vermehrt mit der oder den reizenden Substanzen in Berührung kommt“, erläuterte Skudlik. Besonders im Baugewerbe und der metallverarbeitenden Industrie kämen Arbeitnehmer mit Kalk bzw. mit Schmier- und Kühlstoffen in Kontakt, deren pH-Wert bei 12 liege – wobei die Skala für den alkalischen Wert lediglich bis 14 reiche.

„Warum sollte ich bei dieser Erkrankung und angesichts der Möglichkeit einer beruflichen Ursache überhaupt die Berufsgenossenschaft einschalten?“, fragte der Experte. Ein wichtiger Vorteil für den Patienten liege darin begründet, dass sowohl bei anerkannter Berufskrankheit als auch im Rahmen von Präventionsmaßnahmen außerbudgetäre Leistungen wie etwa Basistherapeutika abgerechnet werden können. Viele Dermatologen fürchten nach Erfahrung Skudliks allerdings den mit der BG-Meldung verbundenen ­bürokratischen Aufwand: So ergab eine Auswertung zur Wirtschaftlichkeit in Hautarztpraxen, dass der BG-Anteil bei ihnen lediglich 1 % ausmacht. „Ich möchte Sie motivieren, die Möglichkeiten des BG-Heilverfahrens auszuschöpfen.“ ­Hilfestellung dazu gebe es seitens der Arbeitsgemeinschaft für Berufs- und Umweltdermatologie sowie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

„Hat man sich – oder einen Praxisangestellten – einmal in das Verfahren eingearbeitet, ist die Nutzung des BG-Heilverfahrens bei weitem nicht so kompliziert, wie es manchem erscheint“, so Skudlik. Zum 1.1.2021 sei außerdem eine wichtige rechtliche Änderung eingetreten: Die Anerkennungsvoraussetzungen für eine Berufserkrankung wurden wesentlich erleichtert, weil der Unterlassungszwang gestrichen wurde und somit eine beruflich bedingte Hauterkrankung lediglich noch die Merkmale der Schwere bzw. der wiederholten Rückfälligkeit erfüllen muss.

Firmensymposium „Handekzem in der Berufsdermatologie: Update BK-Recht und Praxis / Neue Möglichkeiten für jeden Hautarzt“ (Veranstalter: L‘ORÉAL Deutschland GmbH, Geschäftsbereich CeraVe)

Akne, Aknenarben und Rosacea: Potente Wirkstoffe stoppen den Entzündungsprozess

„Hit hard and early“ – dieses Motto gilt auch für Trifaroten. Der Retinsäure-Gamma-Rezeptor-Agonist bewirkte nach 12 Wochen ein ruhigeres Hautbild an Gesicht und Rücken. Bei Rosacea wird mit Ivermectin Creme plus Doxycyclin retard das Therapieziel Erscheinungsfreiheit häufiger erreicht.

Weil Rosacea-Läsionen 6-fach höher mit Dermodex-Milben besiedelt sind, wie Prof. Dr. Martin Schaller (Tübingen) berichtete, ist Ivermectin, das Antibiotikum aus Streptomyces avermectilis, Therapie der ersten Wahl. Der macrolidhaltige Wirkstoff greift dual in den Entzündungsprozess und in das Milbenwachstum ein. Die Anzahl der Parasiten nahm nach 6 bzw. 12 Wochen Behandlung von 100 Milben pro cm2 zu Beginn auf 3,79 pro cm2 in Woche 6 und 0,75 pro cm2 in Woche 12 ab. Auch die Papeln und Pusteln sowie die Entzündungsmarker reduzierten sich  deutlich. Die Patienten erreichten mit Ivermectin 1 % Creme den Score „clear“ (IGA 0) schneller und effektiver als mit Metronidazol 0,75 % Creme. Die einzige zugelassene orale Therapie der entzünd­lichen Läsionen bei Rosacea ist Doxycyclin 40 mg mit modifizierter Wirkstofffreisetzung. Unter der Kombinationstherapie mit Ivermectin 1 % und 40 mg Doxycyclin retard wurde das Therapieziel „clear“ häufiger erreicht als unter Ivermectin plus Placebo (17,8 % vs. 7,2 %).

Akne und Stammakne: deutlicher Rückgang der Entzündungsläsionen

Akne dagegen ist eine rein entzündliche Dermatose. Ihr liegt eine subklinische Inflammation in den ­äußerlich nicht erkennbaren Mikrokomedonen zugrunde. Diese weisen bereits Entzündungsmarker auf, und zwar unabhängig von der Besiedlung mit Cuti­bacterium acnes. Da die Entzündung auch in postinflammatorischen Läsionen persistiert, bilden sich atrophe Narben, so PD Dr. Markus Reinholz (München). Pathologisch in dem Prozess sind die frühzeitige Hochregulierung des Toll-like-Rezeptors 2 (TLR2), die Stimulation der Entzündung durch C. acnes und eine veränderte Immunantwort. Alles zusammen führt zu einer alterierten Kollagenbildung und schließlich zu Narben. Das Narbenrisiko steigt unter anderem mit der Stärke, Ausbreitung und Dauer der Entzündung und einem verzögerten Therapiebeginn an. Die Pfeiler der Therapie: neben der medizinisch-kosmetischen Reinigung und Pflege ist die Pharmakotherapie von zentraler Bedeutung.

Potente Hemmstoffe der TLR2-vermittelten Entzündung sind Retinoide. Zu ihnen zählt Trifaroten, ein Retinoid der 4. Generation, das als hochselektiver Agonist des Retinsäure-Gamma-Rezeptors, der in den Keratinozyten der Epidermis vorliegt, agiert. Wie die Perfect-2-Studie zeigte, gingen nach einer Behandlungsdauer von 12 Wochen die entzündlichen Läsionen im Gesicht um 66 % zurück und die Brust- und Rückenakne nahm um 65 % im Vergleich zum Ausgangswert ab [1]. Trifaroten wird nur gering systemisch absorbiert und akkumuliert nicht. Die Anwendung zeigte sich als sicher, effektiv und gut verträglich. ­Atrophe Aknenarben von 2 bis 4 Millimetern Durchmesser können nach der Zulassungserweiterung mit Benzoylperoxid/Adapalen 0,3 % behandelt ­werden.

1) Tan J et al., Randomized phase 3 evaluation of trifarotene 50 μg/g cream treatment of moderate facial and truncal acne. J Am Acad Dermatol 2019; 80: 1691–1699
Firmensymposium „Highlights in der Therapie von Stammakne und Aknenarben“ (Veranstalter: Galderma GmbH)

Hyperpigmentierung und Melasma: Den Schlüsselschritt der Melanogenese unterbinden

Die Melanin-Bildung in der Haut hängt von Plasmin ab. Wird es gehemmt, kann eine Hyperpigmentierung verbessert werden. Die Behandlung mit Tramexansäure und Lichtschutz konnte als effektive Behandlungs­methode klinisch bestätigt werden.

Eine Hyperpigmentierung beziehungsweise ein ­Melasma tritt nach einer kosmetischen Dermatitis, bei einem aktinischen Licher ruber und nach Entzündungen auf oder wird durch Arzneimittel oder Hormone induziert. In allen Fällen lagert sich Melanin in die Epidermis und Dermis ein, wobei die Melanozyten vergrößert und aktiviert werden. Die Melanogenese beginnt, wenn sich auf einen UV- oder entzündungsbedingten oder aber traumatischen Reiz aus der Aminosäure Tyrosin über Zwischenschritte Melanin bildet. Der Prozess wird durch Plasmin aktiviert, welches auch den Melanozytenwachstumsfaktor freisetzt und die Angiogenese fördert. Eine Behandlungsmöglichkeit stellt hier Tramexansäure dar. Tramexansäure hemmt die Bildung von Plasmin nach der Aktivierung durch Plasminogen und auch die Bildung des Vascular Endothelial Growth Factors (VEGF) aus Plasmin, wie Dr. Daniela Greiner-Krüger (Oberursel) erklärte.

Generell werden Hyperpigmentierungen mit Lichtschutz, chemischem Peeling und/oder einer Laserbehandlung therapiert, wobei sich bei Letzterem das oberflächliche Lase-MD-Verfahren eignet. Laser-assistiert wird dabei das ­Discoloration Defense Serum mit 1 % Tramexansäure in die Epidermis eingebracht. Linderung im Anschluss bietet die Phyto Corrective Mask. Das Verfahren hat sich bei Hyperpigmentierung, Akne und unreiner Haut mit Pigmentstörungen bewährt.

Hyperpigmentierung sichtbar verbessert

Für ein chemisches Peeling wird Pigment Balancing Peel verwendet. Dazu wird eine Lösung aus 40 % Glykolsäure und 10 % Zitronensäure mit dem Pigment Balancing Pulver aus 27 % Vitamin C sowie 4 % Emblica-Extrakt kombiniert. Emblica wirkt antioxidativ und pigmentreduzierend. Bei dunkleren Hauttypen empfiehlt sich ein Peeling mit Retinsäure. Vorbereitet wird mit dem reinigenden und entfettenden Sanitizing Booster. Am Ende wird das Dis­colora­tion Defense Serum aufgetragen.

Zu den ­Indikationen zählen UV-induzierte, hormonelle und postinflammatorische Hyperpigmentierungen sowie Falten und Hauterschlaffung. Die Kombi-Behandlung verspricht ein verbessertes Hautbild, eine Reduktion  von Hautverfärbungen und eine bessere Ausstrahlung. Egal, auf welche Art behandelt wurde, wichtig ist der tägliche Sonnenschutz im Anschluss an die Therapie, beispielsweise mit Advanced Brightening UV-Defense SPF 50.

Dass Tramexansäure die Hyperpigmentierung sichtbar verbessert, konnte auch klinisch bestätigt werden. Dafür wurden 63 Frauen mit einem Hauttyp Fitzpatrick IV und milder bis moderater Gesichtspigmentierung, Melasma oder post­inflammatorischer Hyperpigmentierung zwölf Wochen lang zweimal täglich mit dem Discoloration Serum in Kombination mit einem Lichtschutz behandelt. Nach zwölf Wochen zeigte sich eine sichtbare Verbesserung der postinflammatorischen Hyperpigmentierung und des Melasmas.

Firmensymposium „Peelings und Tramexansäure“ (Veranstalter: SkinCeuticals)

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