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Sonderredaktion

Serie Teil 3 Hormonangst

Fakten und Mythen: Wenn Patientinnen an Dr. Google glauben

21.10.2021

Wie begegnet man den superinformierten Patientinnen, die sich bei Dr. Google über Hormone informiert haben und Ihnen jetzt mit einer Mischung aus Erwartung, Vertrauen und Misstrauen gegenübersitzen? Wir werfen einen Blick auf die verschiedenen Patientinnen-Typen und stellen sinnvolle Informationsangebote vor.

Für viele Menschen und besonders für Frauen ist Gesundheit das wichtigste Gut. Von daher ist es fast selbstverständlich, dass sich unsere Patientinnen auch außerhalb der Praxis ausgiebig zu gesundheitlichen Themen informieren. Etwa zur Hormonersatztherapie (HRT). Während früher Mutter und Oma von ihrem Umgang mit der „fliegenden Hitze“ berichteten und später gedruckte Ratgeber oder die Frauenpresse das Thema aufgriffen, ist seit ein paar Jahren Dr. Google Informationsquelle Nummer eins. Und in der dortigen Suchmaschine finden sich neben seriösen Angeboten auch viele weltanschaulich geprägte Seiten.

Umgang mit (fehl-)­informierten Patientinnen

Mit den dort gesammelten Informationen gehen die Patientinnen sehr unterschiedlich um. Manche informieren sich zwar, reden darüber aber nicht in der Praxis. Umgekehrt wissen alle Frauenärzte, dass sich die meisten ihrer Patientinnen im Internet informieren, sprechen sie aber ebenfalls nicht darauf an. Diese Mischung aus Erwartungen, Vertrauen und Misstrauen kann schnell zu einer schwierigen Kommunikationssituation führen. Wenn Sie in der Beratung das Gefühl haben, Ihre Patientin hat eine andere Erwartungshaltung, ist es durchaus hilfreich nachzufragen, ob sie sich im Internet informiert hat. Damit holen Sie die Patientin ab und haben einen guten Anknüpfungspunkt für die Präsentation von objektiven Fakten.

Dann gibt es den "Typ Besserwisser" – Patientinnen, die gerne mit ihrem Wissen auftrumpfen. Ihnen geht es häufig nicht um eine sachliche Problemlösung, sondern um Anerkennung. Sie betrachten ihren vermeintlichen Informationsvorsprung als Ausdruck von Kompetenz und Kritik an der Sachinformation sofort auch als persönliche Kritik. Das macht den Umgang mit ihnen zu einem Drahtseilakt. Auf der einen Seite ist es wichtig, die Patientin mit ihrem Problem ernst zu nehmen. Auf der anderen Seite muss sie auch verstehen, dass die medizinische Kompetenz in diesem Fall bei Ihnen und nicht im Internet liegt.

Besserwisser sind wenig kritikfähig – deshalb sollten Sie im Gespräch selbst groben Unfug nicht gleich Unfug nennen, sondern eher versuchen, durch geschicktes Fragen Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen. Wiederholen Sie dazu ruhig ihre Aussagen. „Sie sagen ..., habe ich Sie da richtig verstanden?“ ist eine Rückmeldung, die der Patientin persönliche Anerkennung gibt. Im nächsten Satz bringen Sie dann ein neues Argument ein: „Dass die Hormonersatztherapie schädlich ist, war tatsächlich viele Jahre auch unter uns Frauenärzten eine verbreitete Meinung. Mittlerweile haben große Studien aber gezeigt, …“

Der dritte Typ, die gesundheitsängstlichen Patientinnen, sind eher harmlos – aber beratungsintensiv. Sie entdecken so ziemlich jedes Symptom, das etwa im Beipackzettel eines Kontrazeptivums beschrieben wird, bei sich und kommen dann besorgt in die Praxis. Hier werden Sie mehr Zeit auf die Ängste der Patientin verwenden müssen, um die Bedenken letztlich auf das vernünftige Maß zu reduzieren.

Die richtigen Informationen finden

Wir werden es nicht verhindern, dass Patientinnen sich auch außerhalb der Praxis informieren. Also sollten wir sie unterstützen, qualitativ hochwertige Inhalte im Internet zu finden – und nicht nur Selbstbemitleidungsforen. Entscheidend für die Nutzbarkeit von Informationen sind Qualität und Verständlichkeit. Während die Patientin die Lesbarkeit der Texte noch ganz gut selbst beurteilen kann, wird es bei der inhaltlichen Qualität schwierig. Was ist wirklich wissenschaftlich abgesichert und was lediglich persönliche Meinung? Dazu sagt Dr. Google natürlich nichts.

Und genauso wichtig ist es, den richtigen Ton für die Zielgruppe zu treffen. Wenn Sie z. B. spezielle Mädchensprechstunden anbieten, um auf alle Fragen und Probleme Ihrer jugendlichen Patientinnen einzugehen, sollten Sie auch Webseiten empfehlen, die wie Sie genau beschreiben, wie eine Untersuchung abläuft und zu welchem Zeitpunkt sie empfehlenswert ist. Hier bietet sich z. B. die Webseite www.mädchensprechstun.de an, die Fragen oder Probleme auch für die bereitstellt, die noch unsicher vor dem ersten Frauen­arztbesuch sind.

Rund um das Thema Verhütung kursieren eine ganze Reihe an Vorurteilen und Halbwahrheiten. www.verhuetbar.de, die Informationsplattform rund um die Themen Verhütung, Notfallverhütung und Partnerschaft, greift sie auf und präsentiert seriöse Fakten fundiert und mit dem gewissen Lifestyle-Faktor. Geeignet für alle Patientinnen in der reproduktiven Lebensphase.

Auch um die Hormonersatztherapie gegen menopausale Beschwerden ranken sich zahlreiche Mythen und viele Frauen fürchten die vermeintlichen Risiken. Doch diese Sorgen sind nicht unbedingt berechtigt und eine HRT kann auch viele gesundheitliche Vorteile haben. Umfangreiche Informationen zu diesem Thema finden Patientinnen im Internet unter www.gedeonrichter.de/frauengesundheit/wechseljahresbeschwerden/ sowie in den Broschüren Wechseljahre – mehr als nur Hitzewallungen und Hormontherapie – Symptome effektiv behandeln, die Sie kostenlos anfordern können unter service@gedeonrichter.de.

Impressum
Bericht I Redaktion I Konzept: Dr. Reinhard Merz
MiM Verlagsgesellschaft mbH (Neu-Isenburg)
Mit freundlicher Unterstützung der Gedeon Richter Pharma GmbH (Köln)

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