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Abrechnung

Richtig beraten und abrechnen

Blutungsstörungen

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter

22.7.2021

Blutungsstörungen gehören zu den häufigsten gynäkologischen Problemen. Die Ursachen sind in vielen Fällen psychogener Natur. Dann sind nicht nur gynäkologische Untersuchung und Diagnose abrechenbar, sondern auch die psychosomatische Gesprächstherapie

In der Prä- und Perimenopause sind hormonelle Ursachen mit bis zu 90 % und organische Veränderungen des Uterus wie Myome, Adenomyosis uteri oder Endometriumpolypen mit bis zu 70 % die häufigsten Ursachen. Gerinnungsstörungen sind, insbesondere bei jungen Mädchen und Frauen ohne andere erkennbare Ursache, Grund für vermehrte Blutungsstörungen.

Die Behandlung der Blutungsstörung hängt von der Ursache ab. Bei der Behandlung von verstärkten Blutungen werden hauptsächlich orale Hormonpräparate eingesetzt. Hormonspiralen (LNG-IUS) und Endometriumablation ggf. nach Myomenukleation und zuletzt die Hysterektomie sind weitere Therapieoptionen.

Als alternative Therapieansätze gelten noch die Embolisation der Arteria uterina bei Myomen oder Adenomyosis uteri. Weiterhin stellen nicht-steriodale Antiphlogistika und Antifibrinolytika Therapiealternativen dar, deren Einsatz im Einzelfall sinnvoll sein kann.


DER FALL: Psychogene Blutungsstörung

Frau L. ist 43 Jahre alt, 178 cm groß bei 71 kg. Von Beruf Rechtsanwältin in eigener Kanzlei, sitzt sie fast den ganzen Tag am Schreibtisch und für sportliche Aktivitäten bleibt kaum mehr Zeit. Als Grund für ihre Vorstellung gibt Frau L. an, unregelmäßige und unterschiedlich starke und schmerzende gynäkologische Blutungen zu haben. Sie habe durchaus auch das Gefühl, dass ihre Lebensweise und der berufliche Stress mit dafür verantwortlich sein könnten.


Die Untersuchung

Die gynäkologische Untersuchung einschließlich der Sonografie sind unauffällig. Es wird zur Klärung der hormonellen Situation eine Blutentnahme durchgeführt. Diese zeigten ebenfalls keine Auffälligkeiten, sodass die Diagnose einer psychogenen Blutungsstörung gestellt wird.

Die Abrechnung

Die gynäkologische Untersuchung wird mit der Nr. 7 abgerechnet. Wegen der zeitaufwendigen Anam­nese wird der Faktor bei der Beratung erhöht. Die sonografische Untersuchung der Ovarien, der Eileiter und des Uterus wird mit den Gebühren nach den GO-Nrn. 410 (Ovar, re.), 420 (Ovar, li.), 420 (Eileiter re.) und 420 (Eileiter li.) abgerechnet. Die endoskopische Sonografie des Uterus ist mit der GO-Nr. 403 zu berechnen.



Der nächste Termin dient der ausführlichen Befundbesprechung sowie der Erörterung des Vorliegens einer psychosomatisch bedingten Blutungsstörung. Es werden Folgetermine zur weiteren psychosomatischen Gesprächstherapie vereinbart.

Für die eingehende Befundbesprechung ist die ­GO-Nr. 34 berechnungsfähig und die durchgeführte symptomatische Untersuchung wird mit der GO-­Nr. 5 berechnet. Die nächsten Termine dienen der ­Gesprächstherapie bei psychosomatischen Störungen. Diese Leistungen sind dann nach GO-Nr. 849 berechnungsfähig. Im Rahmen dieser Gespräche, wäre auch an die Erörterung eines Ausdauertrainings wie zum Beispiel walken, joggen, radfahren zu denken.


Der Autor

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter
Arzt für Allgemeinmedizin
Arzt für Naturheilverfahren
76684 Tiefenbach
schlueter@vital-arzt-praxis.de
www.vital-arzt-praxis.de

Dr. Dr. Peter Schlüter ist promo­vierter Naturwissenschaftler und ­Mediziner. Seit 1982 ist er als Arzt für Allgemein­medizin mit betriebs­­wirtschaftlich ­opti­mierter Praxis nieder­gelassen. Als Berater zu allen ­Fragen der Praxisorganisation, Praxis­manage­­ment und ­Abrechnung ist er seit 1987 tätig.

Bildnachweis: privat

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