Den chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen Psoriasis und atopische Dermatitis (AD) ist gemein, dass eine frühe und wirksame Krankheitskontrolle neben einer Verbesserung der Lebensqualität auch die mögliche Komorbidität reduzieren kann. Wie lässt sich dies im Praxisalltag umsetzen?
Die AD geht neben dem sichtbaren klinischen Bild mit einer immensen Krankheitslast wie Juckreiz, Schlafstörungen und reduzierter Lebensqualität einher. Trotz dieser Einschränkungen werden Patienten und Patientinnen mit AD unzureichend behandelt: So berichten in einer dänischen Kohortenstudie mehr als die Hälfte der Betroffenen über mehr als 6 Krankheitsschübe pro Jahr – etwa ein Drittel sogar über mehr als 10 Schübe [1]. „Wir haben eine unzureichend kontrollierte Krankheit, bei der es auch die zahlreichen Komorbiditäten im Blick zu behalten gilt“, sagte Maria Isabel von Eichborn, Oberärztin an der Poliklinik Dermatologie des Universitätsklinikums Regensburg.
Ein wichtiges Target für die AD-Therapie ist das Schlüsselzytokin Interleukin(IL)-13 [2]. Inzwischen stehen mehrere gegen IL-13 gerichtete Therapiestrategien bei AD zur Verfügung. Von den IL-13-Antikörpern zeigt Lebrikizumab die höchste Bindungsaffinität und blockiert zielgerichtet die Dimerisierung des Typ-II-Rezeptors. Dabei wird die nachgeschaltete Signalübertragung selektiv gehemmt, ohne den Decoy-Rezeptor zu beeinflussen [3-5]. Dieser Ansatz kann eine Erklärung für die hohe Wirksamkeit und das gute Sicherheitsprofil von Lebrikizumab in der Haut darstellen.
Bei der Behandlung herausfordernder Lokalisation wie bei einer Beteiligung des Kopf- und Halsbereiches zeigt sich unter Lebrikizumab ein gutes Ansprechen: Ein Drittel der Behandelten erreichte hier nach 16 Wochen eine vollständige Clearance (EASI-100) [6]. Die hohe Wirksamkeit und der frühe Wirkeintritt lassen sich auch im realen Behandlungsalltag reproduzieren, wie eine Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie ADLife zeigt [7]: Neben einer relevanten Verbesserung der Symptome und der Lebensqualität ergab sich auch ein reduzierter Bedarf an begleitenden topischen Kortikosteroiden.
Kopfhaut-Psoriasis im Fokus
„40 bis 90 Prozent der Psoriasis-Patienten und -Patientinnen weisen eine Kopfhautbeteiligung auf“, berichtete Dr. med. Beate Schwarz, niedergelassene Dermatologin aus Langenau. Nicht nur sei diese mit dem vermehrten Auftreten einer Psoriasis-Arthritis assoziiert, es handelt sich zudem um eine schwer zu behandelnde Lokalisation. Der IL-23p19-Inhibitor Tildrakizumab 100 mg zeigte im Vergleich zu Placebo eine signifikante Wirksamkeit bei der Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis der Kopfhaut: In Woche 16 erreichten die mit Tildrakizumab behandelten Personen mit 49,4 % vs. 7,3 % unter Placebo ein signifikant höheres Ansprechen im IGA mod 2011 (Kopfhaut) und 60,7 % vs. 4,9 % hinsichtlich des PSSI 90 [8]. Zudem zeigte sich eine überlegene Wirksamkeit hinsichtlich des Juckreizes und der Lebensqualität. Der Antikörper wurde im Allgemeinen gut vertragen. Tildrakizumab ist der einzige IL-23p19-Inhibitor mit 2 Dosierungen – 100 mg und 200 mg – für die patientenindividuelle Psoriasis-Behandlung, abhängig nicht nur vom Körpergewicht, sondern auch von der Krankheitslast.
Pressegespräch „Evidenz trifft Praxisalltag: Biologika-Therapie bei Atopischer Dermatitis und Psoriasis im Fokus“ anlässlich der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah (Veranstalter: Almirall Hermal GmbH), Leipzig, Februar 2026