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Kongress-Ticker

Schmerzen ?

Schlafstörungen ernst nehmen

Dr. rer. nat. Anne Benckendorff

15.5.2026

Schmerzen können Schlafstörungen verursachen, aber noch stärker beeinflusst fehlender Schlaf die Schmerzempfindlichkeit. Laut PD Dr. rer. biol. hum. Walter Magerl (Heidelberg) erhöhe eine Nacht mit weniger als 6 Stunden Schlaf die Schmerzempfindlichkeit und die Wahrscheinlichkeit für Spontanschmerzen um bis zu 30 % – das entspräche der Größenordnung eines Schmerzmedikaments, nur in die falsche Richtung.

Außerdem wirken Schmerzmittel wie Opioide bei Schlafmangel weniger gut. Darüber hinaus reduziert Müdigkeit die Fähigkeit, Schmerzen durch Fokussierung auf andere Dinge zu dämpfen – die schmerzmindernde Wirkung von Ablenkung sinkt etwa auf die Hälfte. Umso wichtiger ist ausreichender erholsamer Schlaf insbesondere für Schmerzpatientinnen und -patienten. Dabei kommt es nicht nur auf die Schlaflänge, sondern auch auf die regelmäßige Schlafarchitektur an. Für die ärztliche Beratung bedeutet dies: Gezielt nach dem Schlaf fragen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen, um ihn zu verbessern. Wie Prof. Dr. med. Ingo Fietze (Berlin) erläuterte, sei eine gute Schafhygiene für Schmerzpatientinnen und -patienten wichtig, reiche aber oft nicht aus. Ärzte und Ärztinnen sollten sich daher nicht scheuen, bei Bedarf schlaffördernde Mittel zu verschreiben. Dabei ist ein stufenweises Vorgehen sinnvoll: Zunächst sollten mildere Substanzen wie Tryptophan, Melatonin oder Agomelatin ausprobiert werden.

Bleibt der gewünschte Effekt aus, sollte die Therapie schrittweise intensiviert werden, bis ein Präparat gefunden wird, das ausreichend wirksam ist und gut vertragen wird. Dazu zählen – in dieser Reihenfolge – schlaffördernde Antidepressiva (z. B. Doxepin), Hypnotika wie Daridorexant und schließlich über eng begrenzte Zeit die sog. Z-Substanzen.

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