Die atopische Dermatitis (AD) mit Kopf-Hals-Beteiligung ist eine klinisch besonders relevante Manifestation, weil sie zugleich sichtbar und psychosozial hoch belastend ist. Aktuelle Daten sprechen für eine schnelle und langfristig stabile Wirksamkeit von Tralokinumab.
Dr. Dr. Serpil Tanriverdi-Akhisaroglu (Hockenheim) präsentierte Daten, nach denen 80,3 % der Patientinnen und Patienten mit mittelschwerer bis schwerer AD eine Beteiligung im Head-&-Neck-Bereich aufweisen. Im Vergleich zu Betroffenen ohne diese Lokalisation zeigen sie häufiger einen höheren objektiven Schweregrad, eine größere betroffene Körperoberfläche sowie etwa doppelt so hohe Werte in patientenberichteten Endpunkten wie DLQI und POEM. Gerade sichtbare und sensitive Areale spielen eine wichtige Rolle bei der Therapieentscheidung. Laut der im Vortrag diskutierten Checkliste kann eine ausgeprägte Beteiligung an sichtbaren Arealen wie Gesicht und Hals auch dann ein relevantes Kriterium für eine Systemtherapie sein, wenn der Gesamtschweregrad nach EASI nicht maximal ausgeprägt ist. Das entspricht der Versorgungsrealität: Für viele Betroffene sind Stigmatisierung, Juckreiz, Schlafstörung und soziale Einschränkung im Kopf-Hals-Bereich klinisch bedeutsamer als die reine Gesamtfläche der Ekzeme.
Pathophysiologisch steht IL-13 im Zentrum der Typ-2-Entzündung bei AD. Tralokinumab als selektiver IL-13-Inhibitor ist für die mittelschwere bis schwere AD zugelassen und wurde in der Präsentation speziell im Hinblick auf schwer behandelbare Lokalisationen beleuchtet. Für die Bewertung der Kopf-Hals-Beteiligung wurde der H&N-EASI-Teilscore herangezogen, der diesen Bereich objektiv abbildet.
Die Langzeitdaten der offenen Extensionsstudie ECZTEND zeigen für diese Subgruppe eine anhaltende Wirksamkeit. In der Post-hoc-Analyse erreichten 80,6 % der Patientinnen und Patienten mit einem H&N-EASI-Ausgangswert von mindestens 1 ein H&N-EASI-75-Ansprechen; 86,1 % wiesen in Woche 152 einen H&N-EASI von ≤ 1 auf. Auch in einer strengeren Analyse mit stärkerer Ausgangsbeteiligung (H&N-EASI ≥ 4) erreichten 81,7 % ein H&N-EASI-75, und 75,6 % lagen in Woche 152 bei einem H&N-EASI ≤ 1. Bemerkenswert ist zudem, dass die Verbesserung im Kopf-Hals-Bereich im Langzeitverlauf mit der anderer Körperregionen vergleichbar war.
Zusätzliche Relevanz erhält dies vor dem Hintergrund von Registerdaten, nach denen unter Dupilumab auch nach 2 Jahren bei mehr als zwei Dritteln der Patienten und Patientinnen mit Head-&-Neck-AD kein ausreichendes Therapieansprechen dokumentiert war. Ergänzend wurden Fallbeispiele gezeigt, in denen nach unzureichendem oder sekundär verloren gegangenem Ansprechen auf Dupilumab unter einem Wechsel auf Tralokinumab innerhalb weniger Monate eine deutliche klinische Besserung bis hin zu nahezu erscheinungsfreier Haut erreicht wurde.
Fachpressekonferenz der LEO Pharma GmbH, Neu-Isenburg, März 2026