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Dermatologie

Akute Verlaufsform der Psoriasis

Topische Therapie einer ausgedehnten Psoriasis guttata

Dr. med. Rudolf Schulte Beerbühl

3.3.2026

Die Psoriasis guttata ist eine klinisch relevante Verlaufsform der Psoriasis. Der vorliegende Fall zeigt, dass eine Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason in innovativer Cremegalenik eine hochwirksame und gut verträgliche Therapieoption darstellt.

Bei der vorgestellten Kasuistik handelt es sich um einen 73-jährigen Patienten mit bekannter Psoriasis vulgaris in milder Verlaufsform seit vielen Jahren. Nach längerer Erscheinungsfreiheit stellte sich der Patient im März 2024 erneut vor. Klinisch zeigte sich nun ein akuter Schub in Form einer Psoriasis gut­tata mit typischer tropfenförmiger, disseminierter Plaqueverteilung. In der klinischen Untersuchung imponierten multiple, scharf begrenzte, erythematosquamöse Papeln mit silbrig-weißer Schuppung (Abb. 1). Ein relevanter Juckreiz bestand nicht.

Anamnestisch bestanden keine Hinweise auf bekannte Triggerfaktoren wie Infektionen, insbesondere keine vorangegangenen Streptokokken-Infekte, keine medikamentösen Auslöser wie Betablocker oder ACE-Hemmer sowie keine außergewöhnlichen psychosozialen Belastungssituationen. Der Patient lehnte eine UV-B-Schmalbandtherapie ab.

Eine konsequente topische Therapie wurde eingeleitet. Empfehlung zur einmal täglichen Applikation einer Fixkombination aus einem Vitamin-D3-Analogon und einem hochpotenten Glukokortikosteroid in moderner Cremegalenik (Wynzora®). Die Applikation sollte morgens nach dem Duschen auf die noch leicht feuchte Haut erfolgen, dünn und möglichst flächig. Eine optionale zweite Applikation am Abend auf persistierende Läsionen wurde freigestellt.

Bei der Wiedervorstellung nach 3 Wochen zeigte sich eine nahezu vollständige Abheilung der Psoriasis guttata. An den vormals betroffenen Arealen bestand lediglich ein geringgradiges Resterythem ohne relevante Schuppung oder Infiltration. Der Patient berichtete über eine sehr gute Verträglichkeit sowie eine hohe Akzeptanz der Therapie, aufgrund der kosmetisch angenehmen Cremegrundlage.

Dieser Fall illustriert eindrucksvoll, dass auch ausgedehnte Formen der Psoriasis guttata bei konsequenter Anwendung einer modernen topischen Kombinationstherapie effektiv kontrolliert werden können und eine Phototherapie nicht zwingend ­erforderlich ist.

Diskussion

Die Psoriasis guttata ist eine akute, meist eruptive Verlaufsform der Psoriasis vulgaris, die bevorzugt bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auftritt, jedoch auch im höheren Lebensalter beobachtet werden kann. Charakteristisch ist das plötzliche Auftreten zahlreicher, wenige Millimeter großer, tropfenförmiger erythematosquamöser Papeln, bevorzugt am Stamm und an den Extremitäten. Häufig besteht ein zeitlicher Zusammenhang mit Infektionen der oberen Atemwege, insbesondere mit β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A [1,2]. Pathophysiologisch liegt – wie bei allen Psoriasisformen – eine immunvermittelte Entzündung mit Aktivierung der IL-23/Th17-Achse zugrunde, verbunden mit einer ­gesteigerten Keratinozytenproliferation und gestörter epidermaler Differenzierung [3]. Die guttate Verlaufsform kann in eine chronische Plaque-Psoriasis übergehen oder vollständig remittieren.

Therapeutisch gelten topische Kortikosteroide und Vitamin-D3-Analoga als Erstlinientherapie bei milden bis moderaten Verlaufsformen. Bei ausgedehnten Befunden wird häufig eine UV-B-311-nm-Phototherapie empfohlen [4]. Allerdings zeigen Studien, dass Fixkombinationen aus Calcipotriol und Betamethason vergleichbare Wirksamkeit bei deutlich besserer Praktikabilität erzielen können [5].

Wynzora® stellt eine neuartige Cremeformulierung der bewährten Fixkombination dar, die auf einer Polyaphron-Dispersions-Technologie basiert. Diese ermöglicht eine verbesserte Wirkstoffpenetration, hohe chemische Stabilität beider Wirkstoffe und eine kosmetisch attraktive Galenik [6]. In randomisierten Phase-III-Studien zeigte das Präparat eine signifikant höhere Wirksamkeit im Vergleich zu älteren Gel- oder Salbengrundlagen bei gleichzeitig sehr guter Verträglichkeit [7,8].

Der vorliegende Fall zeigt, dass eine moderne Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason in innovativer Cremegalenik eine hochwirksame, praktikable und gut verträgliche Therapieoption darstellt, selbst bei ausgedehnten Befunden.

Der Experte

Dr. med. Rudolf Schulte Beerbühl
Facharzt für Dermatologie und Venerologie
44135 Dortmund

schulte.beerbuehl@googlemail.com

  1. Naldi L et al., J Am Acad Dermatol 2001; 44: 433–8
  2. Telfer NR et al., Arch Dermatol 1992; 128: 39–42
  3. Lowes MA et al., Annu Rev Immunol 2014; 32: 227–55
  4. S3-Leitlinie Therapie der Psoriasis vulgaris 2025, AWMF-Reg.-Nr. 013-001
  5. Menter A et al., J Am Acad Dermatol 2019; 80: 1029–72
  6. Torres T et al., Dermatol Ther (Heidelb) 2023; 13: 2153–69
  7. Stein Gold L et al., J Am Acad Dermatol 2021; 84: 316–24
  8. Pinter A et al., J Eur Acad Dermatol Venerol 2022; 36: 228–36

Bildnachweis: Dr. med. Rudolf Schulte Beerbühl; privat

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