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COVID-19

Zunahme bei Adipositas und starkem Untergewicht

17.9.2021

Die Corona-Pandemie hat gravierende Folgen für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, wie der aktuelle Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit zeigt. So wurden 2020 in den Krankenhäusern 60% mehr Mädchen und Jungen aufgrund einer Adipositas behandelt als im Vorjahr. Die Zahl junger Patienten mit starkem Untergewicht stieg um mehr als ein Drittel. Auch Essstörungen wie Magersucht und Bulimie nahmen um fast 10% zu. Deutliche Veränderungen gab es auch bei Diabetes- und Asthma-Erkrankungen sowie Infektionskrankheiten.

Für die Sonderanalyse der Kasse untersuchten die beteiligten Wissenschaftler anonymisierte Krankenhausdaten von knapp 800.000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre, die bei der DAK-Gesundheit versichert sind. Analysiert wurden die Krankenhausaufenthalte 2020 im Vergleich zu 2019 mit einem besonderen Fokus auf die Corona-Lockdowns und ihre Auswirkungen. „Die Krankenhausdaten zeigen alarmierende Folgen der Pandemie für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm in einer Pressemitteilung. „Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Deshalb müssen wir die speziellen gesundheitlichen Auswirkungen sehr ernst nehmen und darauf reagieren. Ich fordere nach der Bundestagswahl kurzfristig einen ‚Aktionsplan Kindergesundheit‘. Dieser muss auf die Situation in Familien, Kitas, Schulen und Vereinen eingehen, um die Gesundheit der Mädchen und Jungen besser zu schützen.“
„Die Krankenhausbehandlungsfälle von Kindern und Jugendlichen gingen im ersten Lockdown stärker zurück als im zweiten. Gleichzeitig wurden in Kliniken aber mehr schwere Fälle behandelt“, betont Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte. „Besorgniserregend ist der Rückgang der stationären Behandlungsfälle ernster Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Asthma bronchiale und psychische Erkrankungen. Insbesondere Adipositas und seelische Störungen waren im zweiten Lockdown sogar häufiger ein Behandlungsgrund als im Vorjahr. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben deutlich negative Effekte auf die Kinder- und Jugendgesundheit – vor allem in den Bereichen Körpergewicht und psychische Gesundheit. Diese Effekte werden uns noch nachhaltig beschäftigen. Es wird noch lange dauern, bis wir zu einer Normalität zurückkehren können.“

Pressemitteilung, DAK-Gesundheit, September 2021

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