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COVID-19

Schwachpunkt im Virus-Erbgut gefunden

Wenn ein Virus eine Zelle befällt, schleust es sein Erbgut in diese ein. Die Zelle wird umprogrammiert und stellt zuerst Virus-Proteine und anschließend ganze Virus-Partikel her. Auf der Suche nach möglichen Wirkstoffen gegen COVID-19 hat sich die Forschung bisher auf die viralen Proteine fokussiert.

Wenn ein Virus eine Zelle befällt, schleust es sein Erbgut in diese ein. Die Zelle wird umprogrammiert und stellt zuerst Virus-Proteine und anschließend ganze Virus-Partikel her. Auf der Suche nach möglichen Wirkstoffen gegen COVID-19 hat sich die Forschung bisher auf die viralen Proteine fokussiert. Nun fanden Forschende heraus, dass ein Angriff des viralen Erbguts, genauer gesagt eines langen RNA-Moleküls, die Vermehrung des Virus womöglich stoppen oder verlangsamen könnte.
Das COVID-19-NMR-Konsortium, das von Prof. Harald Schwalbe vom Institut für Organische Chemie und chemische Biologie der Goethe-Universität Frankfurt koordiniert wird, hat 15 kurze Abschnitte des SARS-CoV-2-Genoms identifiziert. Diese sind bei verschiedenen Coronaviren sehr ähnlich und haben daher vermutlich essenzielle regulatorische Funktionen.

Die Wissenschaftler ließen 768 kleine, chemisch einfache Moleküle mit diesen 15 RNA-Abschnitten reagieren. So wurden 69 kleine Moleküle gefunden, die an 13 der 15 RNA-Abschnitte banden.
„Drei der Moleküle banden sogar spezifisch an nur einen RNA-Abschnitt. Wir konnten damit zeigen, dass sich die SARS-CoV-2-RNA sehr gut als potenzielle Zielstruktur für Medikamente eignet. Angesichts der zahlreichen Mutationen von SARS-CoV-2 sind solche konservativen RNA-Abschnitte, wie wir sie identifiziert haben, für eine Wirkstoffentwicklung besonders interessant. Und da in einer infizierten Zelle die Virus-RNA bis zu zwei Drittel der gesamten RNA ausmacht, sollten wir mit geeigneten Molekülen die Virusvermehrung erheblich stören können,“ so Schwalbe.

Pressemitteilung Goethe-Universität Frankfurt, Juli 2021

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