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COVID-19

Kleine Moleküle im Kampf gegen die Pandemie

27.7.2021

Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt/Main wollen in Kooperation mit weiteren Institutionen SARS-CoV-2 lahmlegen:  In der Wirkstoffforschung werden oft kleine Moleküle verwendet, weil sie leichter in menschliche Zellen eindringen können und relativ leicht zu synthetisieren sind. Ist eine Zielstruktur des Virus bekannt, lassen sich ganze Bibliotheken solcher kleinen Moleküle durchsuchen, um die Kandidaten zu identifizieren, die an die Zielstruktur binden. Das internationale COVID-19-NMR-Konsortiums (vgl. https://tinygu.de/GenomFaltung) hat im Genom von SARS-CoV-2 insgesamt 15 Steuerungselemente identifiziert, die dem Virus helfen, den Infektionsablauf in der menschlichen Zelle zu steuern. Eines dieser Elemente steht im Fokus des Projekts „Target-RNA-antiV“. Es ist eine Art Schalter, mit dem das Virus aus demselben Stück Erbgut zwei verschiedene Virusproteine herstellen kann (RNA-Pseudoknotenelement). Nun suchen die Forschenden kleine Moleküle, die diesen Schalter blockieren. So kann verhindert werden, dass der Erreger wichtige Proteine herstellt. Die Wirkstoffe sollen dann als Spray auf 3D-Zellkulturmodellen der menschlichen Lunge gesprüht werden, um die potenzielle Anwendbarkeit als Medikament zu prüfen.  
Ein anderes Projekt, „CoVmacro“ fokussiert sich auf das Virenprotein nsP3, mit dessen Hilfe SARS-CoV-2 unter anderem die zelluläre Abwehrreaktion unterbindet. Dessen Makrodomäne nsP3 könnte ein Angriffspunkt für Medikamente sein. Die Makrodomäne verhindert, dass die Zellen nicht mehr imstande sind, Signalwege zu Stress- und Abwehrreaktionen zu aktivieren. Auch hier suchen die Forscher nun nach kleinen Molekülen, um diese Makrodomäne zu hemmen. Die Erkenntnisse könnten auf die Therapieansätze anderer Viruserkrankungen übertragen werden, z.B. Hepatitis-E-Viren, Alphaviren und Chikungunya-Virus, da sich die Makrodomäne sehr ähnelt.

Pressemitteilung Goethe-Universität Frankfurt/Main, Juni 2021

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