Bei Erkrankungen der oberen wie auch der unteren Atemwege kann ein pflanzliches Arzneimittel zur Schleimlösung die Beschwerden signifikant lindern. Dies belegt die aktuelle COVARI-2-Studie bei SARS-CoV-2-Infektionen: Erkrankte profitierten von einer verbesserten mukoziliären Clearance und reduzierter Dyspnoe.
COVID-19 bleibt ein relevantes Thema in der hausärztlichen Versorgung und belastet zusammen mit anderen viralen Infektionen weiterhin das Gesundheitssystem. Die Forschung zur Wirksamkeit etablierter und neuer Therapieansätze ist daher essenziell. Nachdem die ursprüngliche COVARI-Studie bereits positive Effekte des Phytopharmakons mit dem Wirkstoff ELOM-080 als add-on bei hospitalisierten COVID-19-Erkrankten zeigte, wurde eine prospektive, randomisierte Nachfolgestudie im ambulanten Setting durchgeführt [1,2]. Demnach führte eine 14-tägige Einnahme des Phytopharmakons zu einer signifikanten Linderung von Husten und Belastungsdyspnoe. Ein deutlich hoher Anteil der Teilnehmenden bewertete sich nach 14 Tagen als „geheilt“. Laut Prof. Dr. med. Michael Dreher (Aachen) beruht die Wirkung auf der verbesserten mukoziliären Clearance – einem essenziellen Schutzmechanismus, der bei COVID-19 frühzeitig beeinträchtigt ist.
Dr. med. Petra Sandow (Berlin) hob die Bedeutung einer raschen Rekonvaleszenz bei Rhinosinusitis und Bronchitis, um Komplikationen und Chronifizierung zu vermeiden, hervor. Sie empfahl, das Phytopharmakon auf Privatrezept zu verordnen, um die Patientenbindung und Compliance zu stärken. Der Wirkstoff ELOM-080 ist ein spezielles Destillat aus einer Mischung hochwertiger ätherischer Öle. Er aktiviert die Selbstreinigung in den gesamten Atemwegen. Indem der Schleim gelöst wird, erhöht sich die Bewegung der Flimmerhärchen und Erreger werden bekämpft.
Tinnitus als Wahrnehmungsproblem
Zur Behandlung des mit hohem Leidensdruck verbundenen Tinnitus stellte Dr. med. Uso Walter (Duisburg) die DiGA Kalmeda® vor. Denn Tinnitus sei ein Wahrnehmungsproblem und müsse verhaltenstherapeutisch adressiert werden – hier setze die DiGA an: Sie beinhalte evidenzbasierte Inhalte zur Wissensvermittlung und könne den Beratungsaufwand zu Tinnitus in der Praxis reduzieren [3]. Zudem böte sie Anleitungen und Reflektionen im Sinne einer Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT). Es könnten individuelle Ziele für die Bereiche Entspannung, Achtsamkeit und Akzeptanz gesetzt werden. Es gäbe 5 Level mit je 9 Etappen, die innerhalb von 9–12 Monaten abgeschlossen werden können (3–4 Verordnungen). Der tägliche Zeitaufwand läge < 30 Minuten, meist bei etwa 10 Minuten. Allerdings sollten begleitende Komorbiditäten wie Hörstörungen oder Depressionen zusätzlich behandelt werden, um den Therapieerfolg zu optimieren.
Symposium „Druck im Kopf oder klingeln im Ohr: Evidenzbasierte Therapien akuter respiratorischer Erkrankungen und des chronischen Tinnitus“ (Veranstalter: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG), Oktober 2025