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Atemwegserkrankungen

Zähneputzen reduziert nosokomiale Lungenentzündungen

23.1.2024

Die nosokomiale Pneumonie („hospital aquired pneumonia“ , HAP) ist in Deutschland die häufigste hospitalerworbene Infektion, die mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergeht und hohe Ansprüche an die behandelnde Ärzteschaft stellt. Zu wirksamen Präventionsstrategien liegen jedoch nur begrenzte Daten vor. Eine jetzt in ‚JAMA Internal Medicine‘ vorgelegte Metaanalyse zeigt, dass tägliches Zähneputzen mit deutlich geringeren Raten nosokomialer Pneumonien und anderen patientenrelevanten Ergebnissen verbunden ist.eist die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) anlässlich der Sitzung „Einfluss von Investoren auf ärztliche Tätigkeit – Fakt oder Fiktion“ bei einer AWMF-Veranstaltungsreihe von Ärzten und Juristen hin.rten Analyse war eine systematische Gegenüberstellung von Bewertungen aktueller IGeL-Themen und den Empfehlungen aus evidenzbasierten Leitlinien.

Analysiert wurden über relevante Datenbanken aufgefundene randomisierte klinische Studien bei Erwachsenen im Krankenhaus, die die tägliche Mundpflege mit Zähneputzen mit Behandlungsplänen ohne Zähneputzen verglichen hatten. Das primäre Ergebnis der jetzt vorgelegten systematischen Überprüfung und Metaanalyse war nosokomiale Pneumonien. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Sterblichkeit im Krankenhaus und auf der Intensivstation, die Dauer der mechanischen Beatmung, die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus sowie der Einsatz von Antibiotika. Zu den Untergruppen gehörten Patienten und Patientinnen, die eine invasive mechanische Beatmung erhielten im Vergleich zu denen ohne diese, Personen mit zweimal täglichem vs. häufigerem Zähneputzen, Zähneputzen durch Zahnärzte und Zahnärtzinnen vs. allgemeines Pflegepersonal oder Verwendung von elektrischen vs. manuellen Zahnbürsten.

 

Aufnahme in Leitlinien angeraten

Insgesamt 15 Studien erfüllten die Einschlusskriterien und umfassten insgesamt 10742 Personen (2033 auf Intensivstationen und 8709 auf Nicht-Intensivstationen). Zähneputzen war mit einem deutlich geringeren Risiko für nosokomiale Pneumonien (Risikoverhältnis [RR] 0,67) und Mortalität auf der Intensivstation (RR 0,81) verbunden. Die Inzidenz von Lungenentzündungen war bei Patienten und Patientinnen, die eine invasive mechanische Beatmung erhielten, signifikant geringer (RR: 0,68), nicht jedoch bei Personen ohne invasive mechanische Beatmung erhielten (RR: 0,32). Zähneputzen war bei Patienten und Patientinnen auf der Intensivstation assoziiert mit weniger Tagen mechanischer Beatmung (mittlerer Unterschied -1,24 Tage) und einer kürzeren Verweildauer auf der Intensivstation (mittlerer Unterschied -1,78 Tage). Ähnlich positive Effekte zeigten sich für zweimaliges Zähneputzen am Tag vs. häufigeres Zähneputzen. Die Dauer des Krankenhausaufenthalts außerhalb der Intensivstation und der Einsatz von Antibiotika standen nicht im Zusammenhang mit dem Zähneputzen.

Das Autorenteam kommt zu dem Schluss, dass tägliches Zähneputzen mit deutlich geringeren Raten an nosokomialen Pneumonien verbunden sein kann, insbesondere bei Personen, die mechanisch beatmet werden, sowie mit niedrigeren Sterblichkeitsraten auf der Intensivstation, einer kürzeren Dauer der mechanischen Beatmung und einer kürzeren Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation. Sie empfehlen Leitlinien und Programme, die ein umfassenderes und konsequenteres Zähneputzen für Krankenhauspatienten und -patientinnen fördern.

Hintergrund: Die Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut zur Prävention der nosokomialen beatmungsassoziierten Pneumonie kommt noch 2013 zu dem Schluss, dass der Stellenwert der mechanischen Zahnreinigung unklar ist (Bundesgesundheitsblatt 2013, DOI 10.1007/s00103-013-1846-7).

Ehrenzeller S et al.: Association Between DailyToothbrushing and Hospital-Acquired Pneumonia: A Systematic Review andMeta-Analysis. JAMA Intern Med. 2023 Dec 18:e236638 (DOI10.1001/jamainternmed.2023.6638).

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