Leitlinien sind das zentrale Werkzeug der evidenzbasierten Medizin. Sie sollen Orientierung bieten, Handlungssicherheit schaffen. Aber in der Praxis warten wir oft lange auf neue Leitlinien. Für die Indikation Endometriose hat das Warten nun eine Ende. Die neue Version erschien im Juni 2025.
Evidenzbasierte Leitlinien entstehen in einem aufwendigen, methodisch geregelten Verfahren. Im Fall der neuen Endometriose-Leitlinie haben rund 40 Fachgesellschaften, Berufsverbände, Patientenvertretungen und Expertengremien mitgewirkt. Klingt beeindruckend – und ist es auch. Doch dieser breite Konsens hat seinen Preis: Zeit. Vom Beginn der Literaturrecherche über die Konsensuskonferenzen bis zur finalen Freigabe durch die AWMF vergehen nicht selten 2 bis 3 Jahre. Das bedeutet: Wenn eine Leitlinie erscheint, ist ihre Literaturbasis im Zweifel schon veraltet.
Im Juni 2025 erschien die neue Version der S2k-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie der Endometriose. Sie ersetzt die vorherige Version aus dem Jahr 2020 – und bringt einige wichtige Neuerungen mit:
Aber bis jetzt fehlte die formale Leitlinienempfehlung. Das ändert sich nun. Beide zugelassenen Substanzen – Relugolix und Linzagolix – werden in der neuen Leitlinie als Therapieoption bei symptomatischer Endometriose aufgeführt. Dort steht als Empfehlung 4.E12 (Konsensusstärke +++).
In der symptomatischen medikamentösen Therapie Endometriose-assoziierter Schmerzen sollte als Erstliniensubstanz eingesetzt werden:
Und in der Empfehlung 4.E13 (++): In der Zweitlinientherapie können eingesetzt werden: