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Dermatologie

Azol-Antimykotikum

Neue Option in der Onychomykosetherapie

6.11.2026

Zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer Onychomykose der Zehennägel steht mittlerweile mit Efinaconazol ein weiterer Wirkstoff zur Verfügung, der in vitro zudem einen synergistischen Effekt mit Terbinafin zeigt.

Gemäß aktueller Leitlinie „Onychomykose“ wird eine Lokaltherapie mit antimykotischem Nagellack bei leichten oder mäßig ausgeprägten Nagelinfektionen empfohlen [1]. Die bei Weitem häufigste Form der Onychomykose ist die distolaterale subunguale Onychomykose (DSO), bei welcher sich der Pilz von der umgebenden Haut ausgehend via Hyponychium an der Unterseite der Nagelplatte von distal nach proximal zur Matrix ausbreitet. Dabei verfärbt sich die Nagelplatte gelblich und die subungualen Hyperkeratosen können zu einer Anhebung der Nagel­platte führen.

Das seit August 2025 in Deutschland zugelassene Azol-Antimykotikum Efinaconazol wurde so ent­wickelt, dass es eine geringe Affinität zum Nagel-­Keratin aufweist [2]. Es kann daher die gesunde Nagel­platte gut penetrieren und die Infektionsherde im Bereich des Nagelbetts und der Matrix erreichen. Ein Debridement der Nagelplatte vor Therapie ist nicht erforderlich. Efinaconazol hemmt die Ergosterol-Synthese der Pilze, was zu einer Destabilisierung der Pilzzellmembran und zum Absterben der Pilze führt. Es wirkt gegen Dermatophyten, ­Hefen und Schimmelpilze mit besonders niedrigen minimalen Hemmkonzentrationen.

Indikationsgemäß wird Efinaconazol zur Behandlung von leichter bis mittelschwerer ­Onychomykose der Zehennägel (ohne Beteiligung der Matrix) durch ­Dermatophyten bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (ab 6 Jahren) 1 x täglich über 48 ­Wochen ­eingesetzt. Aber auch bei Dermatophytomen ­(„yellow-streaks“), subungualen Hyper­keratosen mit pilzgefüllten Hohlräumen, die sowohl topisch als auch systemisch nur schwer zu therapieren sind, ergaben sich in Studien hohe Ansprechraten (Abb.) [3,4].

Die Heilungsraten bei Onychomykosen in verschiedenen Populationen (1 x täglich über 48 Wochen, Endpunkt 52 Wochen) sind für eine alleinige topische Therapie bemerkenswert hoch. Eine komplette Heilung (mykologische und klinische Heilung) wurde bei 16,6 % der Behandelten erzielt, eine mykologische Heilung bei 54,4 %. Für den Heilungserfolg zudem günstig waren unter anderem auch eine bisherige Erkrankungsdauer von weniger als einem Jahr sowie die Mitbehandlung einer gleichzeitig bestehenden Tinea pedis. Arzneimittelwechselwirkungen mit gleichzeitig eingenommenen Medikamenten sind unwahrscheinlich, da in therapeutischen Konzentrationen bei topischer Applikation von Efinaconazol nur sehr geringe Plasmakonzentrationen gemessen wurden.

Die aktuelle Leitlinie empfiehlt bei mittelschwerer und schwerer Onychomykose – falls keine Kontraindikationen bestehen – stets oral (systemisch) zu behandeln. Eine antimykotische Kombinations­therapie – oral und topisch – sollte dabei angestrebt werden [1]. Diesbezüglich zeigte Efinaconazol in ­vitro einen synergistischen antimykotischen Effekt mit Terbinafin bei 43,8 % (7/16) von je 8 Trichophyton (T.) rubrum und T. interdigitale Teststämmen, mit Itraconazol bei 12,5 % (2/16) [5]. pm

Blickdiagnosen Dermatologie: Die 140 wichtigsten dermatologischen Krankheitsbilder
Autoren:
Moelleken M, Dissemond J
Auflage: 3. Auflage 2026
Seitenanzahl: 336
Abbildungen: 850
ISBN: 978-3437213830

Preis: 40,00 Euro

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Blickdiagnosen sind der Kern der Dermatologie und so wundert es kaum, dass das Buch von Urban & Fischer mittlerweile schon in der 3. Auflage erscheint. Es bietet kompaktes, fokussiertes Wissen für den klinischen Alltag – ideal zum Lernen und schnellen Nachschlagen. Und das nicht nur für Studentinnen und Studenten. Klar strukturiert nach den 140 wichtigsten und häufigsten dermatologischen Krankheitsbildern und mit über 850 anschaulichen Fotos in allen Hauttönen begleitet dieses Ringbuch auch durch den Praxisalltag.

Es werden sowohl die klassischen entzündlichen Hautkrankheiten, z. B. Psoriasis, Lichen ruber und atopische Dermatitis, als auch dermatologische Krankheitsbilder aus den Gebieten Venerologie, Phlebologie, Allergologie, Infektiologie, Lymphologie sowie die Bereiche der Autoimmunerkrankungen, Genodermatosen, dermatologischen Onkologie und Wundbehandlung dargestellt.rm

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  1. Nenoff P et al., S1-Leitlinie Onychomykose. JDDG 2023; 21(6): 678–94
  2. Fachinformation Jublia®, Stand September 2025
  3. Wang C et al., Skin Appendage Disord 2019; 5: 304–8
  4. Watanabe S et al., J Dermatol 2021; 48: 1474–81
  5. Mayser P. Mykologische Fortbildung Teil 24: Efinaconazol – eine weitere Therapieoption in der topischen Onychomykose-Therapie. Fortbildungsreihe Almirall-Hermal, 2. Aufl. März 2026. Verfügbar unter: https://www.almirallmed.de/dermatologie/mykologische-fortbildung/ (Stand: 4/2026).
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