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Endokrinologie

Metabolisches Syndrom

Lebensstiländerung beseitigt Insulinresistenz

Dr. rer. nat. Christine Reinecke

17.8.2021

Nicht medikamentöse Maßnahmen verbessern signifikant den HbA1c-Wert, der die metabolische Kompensation des Diabetes wiedergibt. Verbessert wurde auch das Verhältnis von Triglyceriden zu High Density Lipoproteinen, welches ein Maß für die Insulinresistenz ist.

Eine Insulinresistenz ist mit einem ungesunden Lebensstil und einer zunehmenden Adipositas-Inzidenz assoziiert, außerdem mit vielen Komorbiditäten und stellt ein ernstes Gesundheitsproblem dar. Sie liegt vor, wenn die biologische Antwort von Skelettmuskel, Fett- und Lebergewebe nach einem Insulinstimulus eingeschränkt ist. Dadurch kommt es zu einer kompensatorischen Hyperinsulinämie. Als Konsequenz treten Hyperglykämie, Hypertonie, Endotheldysfunktion, Dyslipidämie und viszerale Adipositas auf, die Entzündungsmarker steigen und ebenso das Thromboserisiko. Schreitet die Insulinresistenz weiter fort, kann sich ein metabolisches Syndrom entwickeln, eine nicht alkoholische Steatose und schließlich ein Diabetes mellitus Typ 2. Man schätzt, dass die Insulinresistenz einem Typ 2-Diabetes um 10–15 Jahre vorausgeht. Die weltweite Prävalenz der Insulinresistenz wird mit 15–46 % beziffert. Ursächlich sind in den allermeisten Fällen ein Ernährungsungleichgewicht mit Gewichtszunahme und übermäßigem Körperfett und unzureichende körperliche Aktivität.

Eine Arbeitsgruppe in Slowenien untersuchte 106 Patienten mit einer durchschnittlichen Diabetesdauer von 18,88 Jahren (Standardabweichung (SD) 7,26), die im Durchschnitt 62,32 Jahre (SD 10,12) alt waren. Nur drei Patienten waren nicht übergewichtig oder adipös. Untersucht wurde ein einfacher und effektiver diagnostischer Index der Insulinresistenz, nämlich die Veränderung des Verhältnisses von Triglyceriden (TAG) zu High Density Lipoproteinen (HDL). In Verbindung damit wurde die Veränderung im glykierten Hämoglobin kontrolliert, das die metabolische Kompensation bei Diabetes angibt. Auch der Body Mass Index (BMI) wurde vor und nach der Umstellung auf eine Diät und gesunde Lebensweise überprüft. Mehrfach geschult wurden die Patienten im Hinblick auf Kohlenhydrateinheiten, glykämischen Index, fettarme Ernährung und, falls verordnet, die Art des verwendeten Insulins sowie die sachgemäße Selbstkontrolle. Nach 3 und 12 Monaten wurden Follow-up-Untersuchungen durchgeführt.

Wirksam bei über 70 % der Patienten

In der Analyse zeigte sich eine positive Korrelation zwischen den Parametern der Insulinresistenz und der metabolischen Kompensation mit einem Pearson Korrelationskoeffizienten von 0,3156. Bei 73,58 % der Patienten wurde eine Abnahme des glykierten Hämoglobins und der Insulinresistenz nach der Umstellung auf gesunde Ernährung und Lebensführung beobachtet. Die Beziehung zwischen TAG/HDL und HbA1c erwies sich als hochsignifikant positiv. Demgegenüber war die Korrelation zwischen dem verringerten BMI und HbA1c nicht signifikant positiv, ebenso die Beziehung zwischen dem verringerten BMI und TAG/HDL.  Nach Ansicht der Autoren ist es dringend nötig, das Auftreten einer Insulinresistenz bei Hochrisiko-Personen zu verhindern sowie eine schon bestehende zu erkennen, richtig zu bewerten und zu beseitigen. Dafür sind diätetische Maßnahmen grundlegend.

Mikusova V et al., Insulin resistance and need for a lifestyle change to eliminate it. Bratisl Med J 2021; 122: 567–571

Freeman AM et al., Insulin Resistance. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island, FL, 2021; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK507839/

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