Rund 80 % der Männer und 50 % der Frauen sind im Laufe ihres Lebens von Haarausfall betroffen, so Dr. med. Yael Adler (Berlin). Bei „hungrigen Haarwurzeln“ lohnt ein gezieltes Labor-Screening: Ferritin sollte bei Haarausfall über 50 µg/l liegen, ergänzt durch TSH, B-Vitamine (besonders Holo-Transcobalamin), Vitamin D, Zink, Selen und Aminosäurenstatus.
Auch bei normalem Gesamteiweiß können einzelne essenzielle Aminosäuren fehlen. Basistherapie bei androgenetischer Alopezie bleibt Minoxidil: 5%ig einmal täglich bei Frauen, zweimal täglich bei Männern. Neuere Daten stützen zudem eine niedrig dosierte orale Gabe. Patienten und Patientinnen sollten vorab auf das sog. Shedding nach etwa 8 Wochen hingewiesen werden – ein verstärkter Haarausfall, der den Therapieerfolg ankündigt, statt ihn zu gefährden, aber ohne Aufklärung häufig zum Therapieabbruch führt. Als ergänzende Optionen mit schwächerer Evidenz nannte Adler Nahinfrarot-Lichthelme sowie topisches Melatonin gegen oxidativen Stress am Haarfollikel. Bei Frauen mit diffuser Ausdünnung im Scheitelbereich empfiehlt sie, Beschwerden auch ohne dokumentierten Haarverlust von 100 Haaren täglich ernst zu nehmen. Bei postmenopausaler frontal-fibrosierender Alopezie sah sie in ihrer Praxis unter bioidentischer Hormonersatztherapie einen Stillstand des vernarbenden Verlaufs.
Symposium „Regenerative und ästhetische Dermatologie“