Das biologische Potenzial des Menschen liegt bei etwa 120 Lebensjahren, die tatsächliche Lebenserwartung in Deutschland aber nur bei ca. 81 Jahren, rechnete Dr. Gerd Wirtz (Köln) vor. Rund 18 Lebensjahre verschenken besonders Männer durch ungünstigen Lebensstil.
Zudem wären rund 37 % aller Krebserkrankungen durch Lebensstiländerungen vermeidbar. Strukturell hapert es an früher Erkennung: Krankheiten kündigen sich oft lange vor Symptomen an, gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen finden aber nur alle 3 Jahre statt, und von rund 500 Milliarden Euro Gesundheitsausgaben fließen lediglich 0,13 % in Prävention. Auch die Zeit fehlt: Die durchschnittliche Konsultationsdauer in der hausärztlichen Praxis liegt bei 7:36 Minuten (europaweit die kürzeste), während mehr als ein Drittel der Arbeitszeit für Bürokratie verloren geht. Als Positivbeispiel nannte Wirtz US-amerikanische Blue-Zone-Kommunen, in denen gesündere Alltagsstrukturen die Lebenserwartung binnen 3 Jahren nachweislich steigerten. Wirtz forderte mehr Prävention, mehr Zeit und mehr Eigenverantwortung, etwa durch einfachere Sprache in der Praxis. Denn Studien zeigen, dass die Art der Arzt-Patienten-Kommunikation den Heilungsprozess messbar beeinflusst.
Symposium „Coaching & Longevity“