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Dermatologie

Psoriasis und Hidradenitis suppurativa

Wie sich der Krankheitsverlauf frühzeitig beeinflussen lässt

Yasmin Niederstenschee

19.8.2026

Bei Psoriasis (PsO), Psoriasis-Arthritis (PsA) und Hidradenitis suppurativa (HS) rückt zunehmend die Frage in den Fokus, ob sich der Krankheitsverlauf durch eine frühe, konsequente Therapie langfristig beeinflussen lässt. Vier direkte Vergleichsstudien (Head-to-Head, H2H) mit Bimekizumab liefern dazu neue Anhaltspunkte.

PsO gilt heute als systemische Erkrankung mit chronisch-entzündlichem Verlauf, der auch nach klinischem Abheilen der Haut fortbestehen kann. Gewebsständige Gedächtnis-T-Zellen (TRM-Zellen) verbleiben in zuvor betroffener Haut und setzen dort weiterhin entzündungsrelevante Zytokine frei. Die deutsche S3-Leitlinie nennt die Vermeidung eines chronischen Verlaufs deshalb als eigenständiges Therapieziel. Analysen deuten darauf hin, dass sich unter Bimekizumab die für TRM-Zellen charakteristischen molekularen Muster in Richtung gesunder Haut verändern.

Bimekizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der selektiv an die proinflammatorischen Zytokine IL-17A, IL-17F und IL-17AF bindet und deren Andocken an den IL-17RA/IL-17RC-Rezeptorkomplex verhindert. Die duale Hemmung unterscheidet den Wirkstoff von Antikörpern, die ausschließlich IL-17A neutralisieren, da IL-17F unabhängig davon produziert wird und ebenfalls zur Entzündung beiträgt.

In 3 direkten Vergleichsstudien zeigte sich Bimekizumab anderen zugelassenen Biologika bei der (nahezu) vollständigen Erscheinungsfreiheit der Haut überlegen: In Woche 16 der BE VIVID erreichten in 85 vs. 50 % unter Ustekinumab ein PASI-90-Anspre­chen (mind. 90%ige Hautverbesserung), in BE SURE 86 vs. 47 % unter Adalimumab. In BE RADIANT erzielten 62 vs. 49 % unter Secukinumab ein vollständiges Abheilen der Haut (PASI 100). Mit BE BOLD liegt nun erstmals auch eine H2H-Studie bei PsA vor. Im primären Endpunkt ACR50 (mind. 50%ige Verbesserung der Gelenkbeschwerden) in Woche 16 erreichten 49,1 % der mit Bimekizumab Behandelten dieses Ansprechen (vs. 38,4 % unter Risankizumab).

Zeitfenster bei HS nutzen

Auch bei HS gilt ein frühzeitiger Therapiebeginn als entscheidend, um irreversible Schäden wie Fisteln, Narben und Funktionseinschränkungen zu vermeiden. Die deutsche S2k-Leitlinie empfiehlt, dieses „Window of Opportunity“ im Frühstadium der Erkrankung zu nutzen. Die Hurley-Klassifikation unterscheidet dabei 3 Schweregrade: von vereinzelten Abszessen (Stadium I) bis zu multiplen, miteinander verbundenen Tunneln und Vernarbungen (Stadium III).

In der Verlängerungsstudie BE HEARD EXT erreichten Patientinnen und Patienten mit kürzerer Krankheitsdauer seit ­Diagnose (≥ 2,4 Jahre) in Woche 96 häufiger ein IHS4-55-Ansprechen (mind. 55%ige Reduktion des Schweregrads; 88,7 %) als jene mit längerer Krankheitsdauer (77,2 %); bei strengeren Endpunkten wie IHS4-90 fiel der Unterschied noch deutlicher aus (59,1 vs. 39,6 %). Die Anzahl drainierender Tunnel sank im Mittel von 4,9 zu Studienbeginn auf 1,1 im dritten Jahr.

Symposium „Überlegen lohnt sich – Was wir aus vier H2H-Studien mit Bimekizumab lernen können“ (Veranstalter: UCB Pharma GmbH)

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