Adipositas ist ein wichtiger Risikofaktor der Psoriasis und erschwert auch deren Behandlung. Zwei aktuelle Phase-IIIb-Studien zeigen, dass eine Kombination aus IL-17A-Hemmung und dualem GIP/GLP-1-Rezeptor-Agonismus Haut- und Gelenkbefall wie auch das Körpergewicht deutlicher verbessert als eine alleinige Psoriasis-Therapie.
Psoriasis (PsO) und Adipositas teilen zahlreiche Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, psychiatrische Störungen, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Malignome, berichteten Prof. Dr. med. Sascha Gerdes und Prof. Dr. med. Matthias Laudes (beide Kiel). Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) beeinflusst auch das Therapieansprechen: In einer Real-World-Studie brachen Betroffene mit einem BMI über 30 kg/m² Biologika-Therapien häufiger wegen nachlassender Wirksamkeit ab. Eine neue, 2025 publizierte Klassifikation definiert Adipositas mittlerweile als eigenständige klinische Diagnose statt allein über den BMI.
Zur Behandlung der Adipositas selbst stehen neben einer dauerhaften Ernährungsumstellung und bariatrischen Operationen inzwischen auch medikamentöse Optionen zur Gewichtsreduktion zur Verfügung. Ansatzpunkt zweier neuer Studien war deshalb die Kombination aus Ixekizumab, einem bei PsO und Psoriasis-Arthritis (PsA) etablierten IL-17A-Antikörper, mit Tirzepatid, einem dualen GIP/GLP-1-Rezeptoragonisten. Die Anfangsdosis von Tirzepatid beträgt 2,5 mg einmal wöchentlich.
Endpunkte im Vergleich
In der 52-wöchigen TOGETHER-PsA-Studie (n = 271) erreichten unter der Kombination 31,7 % den Endpunkt aus ACR50 (mind. 50%ige Verbesserung der Gelenkbeschwerden) und mind. 10 % Gewichtsreduktion an Woche 36, unter Ixekizumab allein 0,8 %. Ein ACR50-Ansprechen erzielten 33,5 gegenüber 20,4 %. Der Unterschied zeigte sich bereits ab Woche 4, vor einer relevanten Gewichtsveränderung. Eine minimale Krankheitsaktivität erreichten 26,3 gegenüber 15,3 %.
In der TOGETHER-PsO-Studie (n = 274) erzielten an Woche 36 unter der Kombination 27,1 % gleichzeitig PASI 100 (vollständig erscheinungsfreie Haut) und mind. 10 % Gewichtsreduktion, unter Ixekizumab allein 5,8 %. PASI 100 allein erzielten 40,6 vs. 29,0 %, ein kombiniertes Ansprechen aus PASI 75 (mind. 75%ige Hautverbesserung) und mind. 5 % Gewichtsreduktion 79,9 vs. 17,9 %. Beide Studien liefen mit 1:1-Randomisierung und Diät- sowie Bewegungsberatung in beiden Armen. Der Nutzen einer Gewichtsreduktion ist dabei nicht nur kosmetischer Natur. In einer großen Endpunktstudie senkte ein GLP-1-Rezeptoragonist bei Adipositas, auch ohne Diabetes, das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse.
Ergänzend verwiesen die Referenten auf eine Befragung, wonach ein schwererer Hautbefund bei Menschen mit Psoriasis mit einer geringeren Therapietreue zu mediterraner, DASH- oder pflanzenbasierter Ernährung einherging, während sich viele Betroffene stattdessen über soziale Medien zu Diäten und Nahrungsergänzung informieren.
Symposium „Gewichtige Probleme in der Psoriasis leicht gemacht“ (Veranstalter: Lilly Deutschland GmbH)