Die Ursache einer Urtikaria sei eine bestehende Autoimmunität, erläuterte Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz (Mainz). Je nach Form könne es zudem Trigger geben.
Man unterscheide Formen mit Typ-1-Autoimmunität (Autoallergie) mit hohem IgE-Wert von jenen mit Typ-2b-Autoimmunität mit niedrigem IgE-Spiegel. Gemäß der noch unpublizierten „Internationale Leitlinie zu Definition, Klassifikation, Diagnose und Management der Urtikaria“ sollen Menschen mit einer chronisch-spontanen oder induzierbaren Urtikaria ein standarddosiertes H1-Antihistaminikum der 2. Generation erhalten, mit Dosiserhöhung bei unzureichender Wirkung nach 2– 4 Wochen bis auf das 4-Fache. Bleiben die Symptome nicht tolerabel, wird zusätzlich Omalizumab (ab dem 12. Lebensjahr, LJ), Dupilumab (ab dem 2. LJ seit April 2026) oder der orale Bruton-Tyrosinkinase-Inhibitor Remibrutinib (ab dem 12. LJ) gegeben. Hier sollen Komorbiditäten und Biomarker wie der IgE-Wert berücksichtigt werden. Bleibt die Kontrolle ungenügend, kann Ciclosporin A zusätzlich zum Antihistaminikum gegeben werden. Für Omalizumab gebe es inzwischen das Biosimilar CT-P39, so Staubach-Renz. Dupilumab sei aktuell nicht für Omalizumab-Non-Responder zugelassen, Remibrutinib bei Typ-1- und Typ-2b-Formen geeignet.