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Abrechnung

Schlaganfallverdacht

Unbedingt Rettungsdienst alarmieren

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter

22.7.2021

Um einem Schlaganfall vorzubeugen, sollten regelmäßig Risikofaktoren wie Hypertonie, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus etc. überprüft werden. Bei Verdacht auf Apoplex gilt es schnell zu handeln sowie den Rettungsdienst zu benachrichtigen. Hier lässt sich auch Wartezeit abrechnen.

Ursache eines Schlaganfalls (Apoplex) ist in den meisten Fällen eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Dieser kann beispielsweise die Embolie eines Hirngefäßes oder aber auch der Verschluss einer Halsschlagader zugrunde liegen. Bei der Embolie eines Hirngefäßes können Herzrhythmusstörungen häufig eine Rolle spielen. Nur relativ selten gehen Schlaganfälle hingegen auf eine Hirnblutung zurück.

Die Gefäßveränderungen beruhen zum einen auf erhöhtem Blutdruck, zum anderen aber auch auf erhöhten Blutfettwerten, Übergewicht, Diabetes mellitus und natürlich dem Nikotingenuss. Gerade wegen der Bedeutung von Blutfetten und Blutzucker sollte man die Laborwerte im Rahmen der Prävention im Auge behalten. Angesichts dieser Risikofaktoren sind eine kochsalzarme Ernährung, Gewichtsreduktion, Nichtrauchen sowie die Einstellung der verschiedenen Stoffwechselparameter die besten Voraussetzungen, das Schlaganfallrisiko zu reduzieren. Auch regelmäßige Bewegung unterstützt die Bemühungen, das Gewicht zu reduzieren und damit auch das Risiko für einen Apoplex zu mindern.


DER FALL: Schwindel, Stürze, Kollaps

Für einen 67-jährigen Patienten wird ein dringender Besuch während der laufenden Sprechstunde angefordert, da er im Garten kollabiert sei. Beim Eintreffen zeigt sich der leicht übergewichtige Patient (177 cm, 86 kg) bei Bewusstsein, mit blassem Hautkolorit und einem Blutdruck von 198/102 mmHg, bei einer Herzfrequenz von 114 pro Minute. Anamnestisch gibt der Patient an, dass ihm plötzlich schwarz vor den Augen wurde, es sei ihm ganz warm und komisch geworden und er habe angefangen zu schwitzen. Danach wisse er nicht, was passiert sei. Fremdanamnestisch war zu erfahren, dass sich eine kurze Bewusstlosigkeit einstellte und sich Zuckungen an Armen sowie Beinen zeigten. Nach kurzer Zeit erwachte der Patient und war langsam wieder orientiert. Der Glucosewert wurde bestimmt und lag bei 106 mg/dl. Medikamenteneinnahme wird verneint. Neurologische Erkrankungen sind unbekannt. Die grob neurologische Untersuchung sowie die körperliche Untersuchung ergeben diskrete Hinweise auf eine linksseitige Sensibilitätsstörung und eine leichte motorische Schwäche.


Rettungsdienst unabdingbar! Selbst wenn die Symptome flüchtig sind und nach einiger Zeit rückläufig erscheinen. Hinter den Symptomen einer TIA (transistorisch ischämische Attacke) stecken zeitabhängig in bis zu 90 % Schlaganfälle. Ein sofortiger Transport in ein Krankenhaus ist deshalb auch bei einer TIA dringend indiziert.


Während des nachfolgenden kurzen Gespräches mit dem Patienten berichtete dieser, dass ihm in vergangener Zeit öfter schwindelig sei und er auch schon mehrfach aus ungeklärter Ursache gestürzt sei. Unter dem Verdacht auf einen Schlaganfall (DD: Transotorisch ischämische Attacke – TIA) wird eine Infusion angelegt, ein blutdrucksenkendes Mittel verabreicht und der Rettungswagen zum Transport zur stationären Aufnahme organisiert. Während in diesem Fall der Rettungsdienst schnell zur Stelle war, gibt es Situationen, bei denen es doch eine längere Zeit in Anspruch nimmt, bis der Rettungsdienst vor Ort ist. Für diese Wartezeiten ohne jegliche ärztliche Leistung ist die GO-Nr. 56 für jede angebrochene halbe Stunde berechnungsfähig.

Der Autor

Dr. med. Dr. rer. nat. Peter Schlüter
Arzt für Allgemeinmedizin
Arzt für Naturheilverfahren
76684 Tiefenbach
schlueter@vital-arzt-praxis.de
www.vital-arzt-praxis.de

Dr. Dr. Peter Schlüter ist promo­vierter Naturwissenschaftler und ­Mediziner. Seit 1982 ist er als Arzt für Allgemein­medizin mit betriebs­­wirtschaftlich ­opti­mierter Praxis nieder­gelassen. Als Berater zu allen ­Fragen der Praxisorganisation, Praxis­manage­­ment und ­Abrechnung ist er seit 1987 tätig.

Bildnachweis: privat

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