- Anzeige -
Gynäkologie

Adipositas und Typ-2-Diabetes

Therapie mit höher dosiertem Semaglutid

21.4.2026

Semaglutid 2,4 mg hat bei Adipositas dazu beigetragen, die therapeutische Lücke zwischen Lebensstilintervention und bariatrischer Operation zu schließen. Bei Typ-2-Diabetes (T2D) kann Semaglutid 1,0 mg mehr als nur den Blutzucker zu senken. In beiden Indikationen geht mit höheren Dosierungen mehr.

Die Daten aus der zulassungsrelevanten STEP-UP-Studie zeigen, dass Erwachsene mit einem BMI von ≥ 30 kg/m² ohne Diabetes unter einer Adipositastherapie mit der neu zugelassenen Dosierung von 7,2 mg Semaglutid durchschnittlich rund 21 % ihres Ausgangsgewichts verlieren. Ein Drittel der Behandelten erzielte eine Gewichtsreduktion von mindestens 25 %, betonte Prof. Dr. Matthias Blüher (Leipzig). Zudem habe eine Sekundäranalyse deutlich gemacht, dass 84 % des unter Semaglutid 7,2 mg abgebauten Körper­gewichts Fettgewebe und nur 15 % fettfreie Masse waren – ohne funktionelle Verschlechterung.

Darüber hinaus unterstütze Semaglutid 7,2 mg ­Men­schen mit Adipositas dabei, ihr Essverhalten einschließlich emotionalem Essen und Heißhunger­attacken erfolgreicher zu kontrollieren, berichtete ­Blüher. Verglichen mit Semaglutid 2,4 mg ging unter der höheren Dosierung beispielsweise der Heiß­hunger auf Fruchtsäfte sowie salziges und scharfes Essen stärker zurück. Dies stehe im Einklang mit den Ergeb­nissen der US-amerikanischen INFORM-Umfrage unter Menschen mit Adipositas und einer Semaglutid-­Behandlung. Die Befragten gaben an, dass Sema­glutid die ständigen Gedanken an Essen (Food Noise) deutlich reduzieren kann. Die Sicherheitsprofile beider Dosierungen seien ähnlich, lediglich Dysästhesien seien unter 7,2 mg etwas häufiger aufgetreten.

Mehr Blutzuckersenkung bei Typ-2-Diabetes

Das neu zugelassene Semaglutid 2 mg senkte den HbA1c-Wert in Woche 40 der Studie SUSTAIN FORTE um durchschnittlich 2,2 % und das Körpergewicht um bis zu 6,9 kg (1,9 % und 6,0 kg unter Semaglutid 1,0 mg). Die Behandlung könne hiermit fortgesetzt werden, wenn die 1-mg-Dosierung nicht mehr genüge, so Dr. Andreas Liebl (Bad Heilbrunn). Sicherheit und Verträglichkeit der Dosierungen sind vergleichbar.

Der G‑BA bescheinigt Semaglutid als einzigem Inkretinmimetikum einen kardiovaskulären Zusatznutzen. Zudem wird es in den Leitlinien für Menschen mit T2D und chronischer Nierenerkrankung (CKD) empfohlen und kann als bisher einziges Inkretinmimetikum bei Menschen mit T2D und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) zu funktionellen Verbesserungen beitragen. Bei T2D und kardiovaskulären oder renalen Risiken soll gemäß NVL zusätzlich zu Metformin früh ein GLP-1-Rezeptoragonist (GLP-1-RA) wie Semaglutid eingesetzt werden. Semaglutid erzielt im Vergleich zu den ebenfalls empfohlenen SGLT2-Inhibitoren eine stärkere HbA1c- und Gewichtsreduktion.

Semaglutid unterstütze die 4 im Konsensus der American Diabetes Association (ADA) und der Association for the Study of Diabetes (EASD) beschriebenen Diabetestherapieziele: glykämische Kontrolle, Gewichtsmanagement, CV-Risikoreduktion und kardio-renalen Schutz, hob Prof. Dr. Stephan Jacob (Villingen-Schwenningen) hervor.

Virtuelle Fachpressekonferenz „Stärker denn je: Neues zu Semaglutid bei Adipositas und Typ-2-Diabetes“ (Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH), März 2026

Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.
- Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

123-nicht-eingeloggt