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Allgemeinmedizin

Diabetes mellitus

Wohin der Weg in der Stoffwechselmedizin führt

8.12.2023

Für die Diabetestherapie werden neue Substanzen evaluiert, die nicht nur Körpergewicht und HbA1C-Wert beeinflussen, sondern auch Nierenparameter, das Nicht-HDL-Cholesterin oder die Lipidakkumulation im Muskel. Hier interessieren GLP-1/Amylin, GLP-1/GIP bzw. GLP-1/GIP/Glucagon, die als hormonelle Signalgeber wirken.

Weltweit 500 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes (T2D), davon 15 % unter guter glykämischer Kontrolle, sowie 700 Millionen Menschen mit Adipositas – das ist die medizinische Herausforderung, so Prof. Dr. med. Sebastian Meyhöfer (Lübeck). Über die verfügbare Therapie hinaus gebe es neue Konzepte, die in klinischen Studien evaluiert werden: oftmals Kombinationen von Wirkstoffen, die an unterschiedliche Rezeptoren binden. CagriSema setzt sich z. B. aus dem Amylin-Analogon Cagrilintid und dem Glucagon-like-peptide-1(GLP-1)-Rezeptor­agonisten Semaglutid zusammen. In einer Phase-II-Studie wurde eine Reduktion des HbA1C-Werts um 2,2 % beobachtet (2,4 mg über 32 Wochen) – signifikant mehr, als mit Cagrilintid mono erreicht wird. Auch das Körpergewicht sank deutlicher als unter Therapie mit der jeweiligen Einzelsubstanz.

Duale und triale Wirkung

Die neuen peptidartigen dualen GLP-1-/Glucagon-Agonisten Pemvidutid, Survodutid und Cotadutid stimulieren unterschiedliche Rezeptoren und wirken damit auf die Lipolyse in der Leber, auf die Magenentleerung und die zentrale Appetitregulierung. In einer frühen klinischen Studie senkte Survodutid dosisabhängig den Blutdruck und das Körpergewicht. Cotadutid kontrollierte die Stoffwechsellage und wirkte über die Senkung des Albumin-Kreatinin-Quotienten auch nierenschützend.

Der duale GLP-1/GIP-Co-Agonist Tirzepatid, der aus einem Inkretin-Gerüst besteht, wirkt an den Rezeptoren GLP-1 und Glucose-dependent insulinotropic polypeptide (GIP). Im Vergleich zu Insulin degludec verringerte Tirzepatid nach 52 Wochen die Muskelverfettung.

Der Triple-Agonist Retatrutid (GLP-1/GIP/Glucagon-Co-Agonist) zeigte in Phase II nach 36 Wochen eine Gewichtsreduktion ≥ 15 % und eine Senkung von Triglyceriden und Nicht-HDL-Cholesterin. Damit treten in den neuen Konzepten Gesundheitsfaktoren in den Vordergrund, die über die reine Gewichtsreduktion und die Senkung von HbA1C hinausgehen.

Steigende Inzidenz bei Typ-1-Diabetes

In den vergangenen 18 Jahren stieg die Inzidenz von T1D bei Kindern/Jugendlichen jährlich um 2 %, sagte Prof. Dr. med. Markus Menzen (Bonn). Ursächlich für die Entwicklung von Typ-1-Diabetes (T1D) scheine eine genetische Disposition und die folgende frühe Aktivierung des Immunsystems durch Infekte oder Nahrungsproteine zu sein.

Dieses Stadium 1 könne derzeit nicht beeinflusst werden. In Zukunft sei dies vielleicht durch Impfungen möglich. Stadium 2 sei gekennzeichnet durch auffällige Blutzuckerwerte und > 2 Autoantikörpern. Hier würden Immuntherapeutika wie Adalimumab und Tocilizumab oder Thymus-Antikörper einen ­Nutzen zeigen, ebenso Verapamil, das sich protektiv auf die Betazelle auswirke. Der früh einsetzende T1D-Phänotyp (Stadium 3) sei einer Therapie generell gut zugänglich.

Presseveranstaltung „EASD 2023: Diabetesbehandlung vorandenken” (Veranstalter: Novo Nordisk Pharma GmbH), Oktober 2023

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