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Sonderredaktion

Sonderbericht

Erfolgreiche Myomtherapie mit dem Sonata®-System bei einer Risikopatientin

30.8.2021

Eine operative Myomtherapie ist bei FIGO 2–4 Myomen besonders schwierig und mit höherer Komplikationsrate verbunden. Das Sonata®-System erlaubt eine schonende Behandlung und eignet sich deshalb auch für Risiko­patientinnen mit diversen Vorerkrankungen.

Myome sind die häufigste benigne gynäkologische Erkrankung mit einer geschätzten Prävalenz zwischen 25 und 50 % und sind daher in der täglichen Praxis ein relevantes Problem. Myome betreffen zwei große Patientinnengruppen: Die erste Gruppe ist die Gruppe mit starken Symptomen, insbesondere Blutungsstörungen, verbunden mit einer sekundären Anämie oder auch Unterbauchschmerzen. Die Hyper­menorrhoe ist das Hauptsymptom bei Myomen, gefolgt von Dysmenorrhoen und Unterbauchbeschwerden, wie Schmerzen oder Druck auf Blase oder Darm, der abhängig von Größe und Lokalisation der Myome auftreten kann. Die zweite relevante Gruppe sind Patientinnen mit Kinderwunsch.

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten von Myomen. Eine operative Therapie ist bei FIGO 2–4 Myomen besonders schwierig und mit höherer Komplikationsrate verbunden. Speziell dafür wurde die intrauterine ultraschallgesteuerte Radiofrequenzablation entwickelt, die eine transzervikale minimalinvasive Applikation möglich macht und bei einer kurzen Eingriffsdauer durch den Gynäkologen erfolgen kann. Auch FIGO 1 und 5 Myome können in speziellen Situationen mittels dieser Methode behandelt werden.

Der Fall

Eine 46-jährige Patientin stellte sich in unserer ­Myomsprechstunde bei einer Hypermenorrhoe und dadurch verursachter Anämie zur Therapieplanung vor. Der Hb-Wert betrug bei der letzten Kontrolle 6,8 g/dl. Sonografisch wurden zwei Myome festgestellt: das erste Myom an der Fundusvorderwand FIGO 1 von 2,5 x 1,9 x 1,3 cm und das zweite an der Fundushinterwand FIGO 3 von 1,6 x 1,5 x 1,3 cm (Abb. 1). Mit der Patientin wurden verschiedene operative Möglichkeiten besprochen. Aufgrund einer bekannten kardialen Erkrankung (AV-Knoten-Reentrytachykardie vom slow fast-Typ) wünschte sie einen möglichst kleinen Eingriff, sodass wir mit ihr eine Therapie mit dem Sonata® Gynesonics System besprochen haben.

Intraoperativ konnte das Sonata®-System problemlos platziert werden. Nach Fixierung des Myoms mit dem zentralen Dorn („introducer“) wurden die Ablationszone und Sicherheitszone angepasst und die Elektroden eingebracht (Abb. 2). Anschließend nach der erneuten Kontrolle der Sicherheitszone konnte die Ablation nach Erzeugen einer Temperatur von 105°C erfolgen. Die beiden Myome wurden abladiert, wobei das erste Myom in zwei Schritten (zwei Minuten und eine Minute und 13 Sekunden) und das zweite in einem Schritt (eine Minute und 30 Sekunden) behandelt wurde. Der gesamte Eingriff dauerte ca. 20 Minuten. Der postoperative Verlauf gestaltete sich unauffällig und die Patientin konnte bei Wohlbefinden entlassen werden.

Nach drei Monaten stellte sich die Patientin zur Verlaufskontrolle vor. Der Hb-Wert zu diesem Zeitpunkt betrug 11 g/dl. Die beiden abladierten Myome stellten sich sonografisch regressiv verändert dar, mit Flüssigkeitsansammlung als Lysiszeichen. Das erste Myom war auf 1,2 x 1,4 x 1,1 cm (Volumenreduktion um 70 %) und das zweite Myom auf 1,3 x 1,1 x 1,0 cm (Volumenreduktion um 55 %) geschrumpft (Abb. 3).

Diskussion

Der Fall zeigt, dass die Myomtherapie mit dem Sonata®-System besonders bei FIGO 2–4 geeignet ist, die für andere operative Maßnahmen eher schwer zu erreichen sind. Mit dieser Methode kann man in einer Sitzung auch mehrere Myome behandeln. In diesem Fall konnte eine deutliche Besserung der bestehenden Anämie festgestellt werden. Diese Methode ist besonders für Patientinnen mit einer Anämie geeignet, da bei dem Sonata®-System im Vergleich zu operativen Maßnahmen kaum Blutungen auftreten. Die deutliche Volumenreduktion der beiden Myome konnte sonografisch gezeigt werden und korreliert mit der klinischen Symptomverbesserung.

Das Sonata®-System ist besonders für die Risiko­patientinnen mit diversen Vorerkrankungen geeignet, für die eine möglichst minimalinvasive, blutarme und kurze operative Maßnahme große Vorteile hat. In unserer Abteilung sind bei mehr als 100 Anwendungen noch keine intraoperativen Komplikationen vorgekommen. Auch in der Literatur wurden bis jetzt keine Komplikationen, die direkt mit der Methode im Zusammenhang stehen, beschrieben. Somit ist das Sonata®-System eine einfache, minimal­­invasive, schnelle und erfolgreiche Methode der Myomtherapie, vor allem bei Blutungsstörungen.

Impressum
Bericht: Dr. med. Elvin Piriyev, Ralf Bends, Prof. Dr. med. Thomas Römer
Redaktion I Konzept: Dr. Reinhard Merz I MiM Verlagsgesellschaft mbH (Neu-Isenburg)
Mit freundlicher Unterstützung der Gynesonics Inc., Redwood City, CA (USA)

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