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Allgemeinmedizin

SGLT2-Hemmer

Zulassungserweiterung für Dapagliflozin bei Herzinsuffizienz

Nicole Hein

6.6.2023

Die erweiterte Zulassung von Dapagliflozin bei Herzinsuffizienz unabhängig von der Ejektionsfraktion ermöglicht neue Therapieoptionen. In zwei Studien ließ sich ein signifikanter Mortalitätsvorteil unabhängig von der Ejektionsfraktion nachweisen.

Dapagliflozin, ein Inhibitor des Natrium-Glucose-Cotransporters-2, ist seit 2020 für die Therapie der Herzinsuffizienz (HF) mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) zugelassen. Nun erteilte die Europäische Kommission Anfang Februar eine Zulassungserweiterung: Dapagliflozin kann für die Behandlung der symptomatischen chronischen Herzinsuffizienz unabhängig von der Ejektionsfraktion eingesetzt werden. Somit dürfen auch Patienten mit mäßig reduzierter und erhaltener Ejektionsfraktion (HFmrEF und HFpEF) mit dem SGLT2-Hemmer therapiert werden.

Studien zeigen Mortalitätsvorteil

Die Zulassungserweiterung basiert auf der positiven Stellungnahme des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) vom Dezember 2022, die sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie DELIVER stützt.

Die Studie mit 6 263 Patienten untersuchte die Wirksamkeit von Dapagli­flozin im Vergleich zu Placebo bei der Behandlung von HF-Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) von mehr als 40 % mit oder ohne Typ-2-Diabetes. Dabei wurde Dapagliflozin einmal täglich zusätzlich zur Hintergrundtherapie verabreicht (regionale Standardtherapie für alle Komorbiditäten mit Ausnahme der gleichzeitigen Anwendung eines SGLT2-Hemmers). Die Ergebnisse zeigten, dass Dapagliflozin eine statistisch signifikante und klinisch relevante Senkung des primären kombinierten Endpunkts, bestehend aus kardiovaskulärem Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz, erreichte.

Die doppelt verblindete Phase-III-Studie DAPA-HF unterstrich diese Ergebnisse. Insgesamt nahmen 4 744 Patienten mit HFrEF, mit und ohne Typ-2-Diabetes, teil. Untersucht wurde die Wirkung von ­Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo, das einmal täglich zusätzlich zu einer Standardtherapie verabreicht wurde. Die Ergebnisse der vorspezifizierten gepoolten Analyse beider Studien zeigten, dass Dapagliflozin das erste HF-Medikament ist, das einen signifikanten Mortalitätsvorteil unabhängig von der Ejektionsfraktion vorweisen kann.

Herzinsuffizienz ist eine progressive chronische Erkrankung, die in Europa etwa 15 Millionen Menschen betrifft. Das Mortalitätsrisiko von HFpEF-Patienten ist mit dem von HFrEF-Patienten vergleichbar: Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose. Allerdings sind HFpEF-Patienten stark unterdiagnostiziert, weil die Anzeichen und Symptome oft unspezifisch sind und sich mit einigen anderen klinischen Zuständen überschneiden.

Zudem werden sie durch Komorbiditäten verkompliziert, insbesondere durch koronare Herzkrankheit, Adipositas, Diabetes, langjährigen Bluthochdruck und chronische Nierenerkrankung (CKD). „Mit der Zulassungserweiterung von Dapagliflozin haben wir nun eine Therapie, die früh begonnen werden kann. Wir können sogar bereits anfangen, bevor die Ergebnisse einer Echokardiografie vorliegen, da die Wartezeiten dafür oft mehrere Wochen dauern“, erklärte Prof. Dr. med. Michael Böhm (Freiburg).

Online-Veranstaltung „Forxiga®“ (Veranstalter: AstraZeneca GmbH), Februar 2023

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