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Kongress-Ticker

Therapie bei Herzinsuffizienz

Die Fantastic Four bekommen Gesellschaft

19.5.2026

Die Prognose bei Herzinsuffizienz im fortgeschrittenen Stadium ist sehr schlecht. Eine moderne Therapie aus vier Substanzen kann das Überleben der Patientinnen und Patienten signifikant verbessern. Seit Kurzem gibt es einen fünften Kandidaten, der sich als Ergänzung bei einer Dekompensation bewährt hat.

Im Stadium NYHA III leben nach 5 Jahren nur noch ca. 50 % der Menschen mit Herzinsuffizienz, so Prof. Dr. med. Philip Wenzel (Darmstadt). Die moderne Therapie mit den sogenannten „Fantastic Four“ kann das Überleben signifikant verbessern. Man versteht darunter die Kombination aus Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI), Betablockern, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA) und SGLT2-Hemmern. Damit lässt sich das mittlere Gesamtüberleben im Vergleich zur konventionellen Therapie ab einem Alter von 55 Jahren um ca. 6 Jahre verbessern. Leider gebe es bei der Herzinsuffizienztherapie in Deutschland noch viel Luft nach oben, beklagte der Experte. Im Jahr 2021 erhielten nur 7,1 % der Erkrankten 3 Monate nach Entlassung eine Therapie mit allen 4 Substanzen.

Als Hochrisikopatienten gelten Kranke mit dekompensierter Herzinsuffizienz mit reduzierter Pumpfunktion (HFrEF). Bei fortschreitender Erkrankung kommt es zu einem zunehmenden NO-Mangel, daraus folgend zu einer verminderten Aktivität von löslicher Guanylatzyklase (sGC) mit Verschlechterung der Herz- und der Gefäßfunktion. Eine neue Sub­stanzklasse, zu der Vericiguat gehört, sorgt für eine NO-Stimulation – die Produktion von sGC steigt.

Studien VICTORIA und VICTOR

Ob Vericiguat die Therapie ergänzen und für einen Zusatznutzen sorgen kann, wurde in der VICTORIA-Studie geprüft. Die Teilnehmenden hatten ein kürzlich zurückliegendes Dekompensationsereignis. Innerhalb einer Nachbeobachtung von im Median 10,8 Monaten zeigte sich nach Hinzunahme von Vericiguat ein signifikanter Vorteil in puncto kardiovaskulärer Tod und Krankenhausaufnahme wegen ­Herzinsuffizienz. Dies führte dazu, dass in den Herzinsuffizienzleitlinien empfohlen wurde, bei Menschen mit Herzinsuffizienz, die trotz bislang optimaler Therapie dekompensierten, eine Ergänzung um Vericiguat zu erwägen.

Es stellte sich dann die Frage, ob die Substanz auch bei stabiler Herzinsuffizienz nützlich sein kann. In einer entsprechenden Studie mit über 6 000 Teilnehmenden (VICTOR), die zum großen Teil bereits sehr gut therapiert waren, wurde das Signifikanzniveau einer zusätzlichen Vericiguat-Gabe im Vergleich zu Placebo beim primären Endpunkt (s. o.) knapp verfehlt. Allerdings fand sich ein signifikanter Vorteil, was die Gesamtmortalität anging. Die Verträglichkeit des Verumpräparates bewegte sich auf dem Niveau von Placebo.

Die besten Chancen, die Herzfunktion zu verbessern oder sogar wieder vollständig wiederherzustellen, haben Patienten und Patientinnen mit hoher Compliance für eine Therapie mit den „Fantastic Four“. Daher könnte man spekulieren, dass eine Ergänzung um Vericiguat für eine weitere Verbesserung der Prognose sorgt, meinte Wenzel. Bislang ist Vericiguat nur für Erkrankte mit dekompensierter HFrEF zugelassen und von den Leitlinien empfohlen.

Symposium „Herzgesundheit im Fokus – ein holistischer Blick auf die medikamentöse Therapie bei Ihren Patienten“ (Veranstalter: Bayer Vital GmbH)

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