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COVID-19

Weniger Patienten in den Notaufnahmen

27.7.2021

Trotz der angebotenen Schnelltests ging die Zahl der Patienten in den Notaufnahmen seit Beginn der Pandemie deutlich zurück. Daten des Robert Koch-Instituts und weitere nationale und internationale Publikationen zeigen einen Rückgang von etwa 40 % im März und April 2020. „Im Sommer 2020 haben sich die Zahlen weitestgehend normalisiert, sind aber gegen Ende des Jahres wieder deutlich zurückgegangen. Sie sind bis heute nicht wieder auf dem früheren Niveau, sondern noch immer bis zu etwa 20 % darunter“, so Prof. Dr. Martin Möckel, Leiter der Notfallmedizin an der Charité in Berlin. Vor allem Patienten unter 60 Jahren kommen seltener in die Notaufnahme. Ein geschlechtsspezifischer Unterschied konnte nicht festgestellt werden. Besonders stark war der Rückgang bei den weniger dringlichen Fällen, die nicht stationär aufgenommen werden. Die Anzahl der schwer erkrankten Patienten, die im Krankenhaus aufgenommen werden mussten, reduzierte sich weniger und hatte auch schneller, bereits in Kalenderwoche 22, das normale Niveau wieder erreicht. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich im zweiten Lockdown.
Auswertungen des Berliner Herzinfarktregisters zeigen, dass die Zahl der Herzinfarkte im Frühjahr 2020 gegenüber den Vorjahren reduziert war. Nach näherer Betrachtung zeigt sich, dass diese Entwicklung signifikant zulasten der NSTEMI-Fälle (mit untypischen und leichteren Symptomen) geht, nicht jedoch der STEMI-Fälle (mit typischen Symptomen). „Nur weil ein NSTEMI häufiger mit weniger schweren Symptomen einhergeht, darf nicht das Missverständnis entstehen, dass es sich dabei um ein harmloseres Krankheitsbild handle“, so Möckel. Die Out-Of-Hospital-Mortalität im vergangenen Jahr stieg an, denn 12 % mehr Menschen als in den Vorjahren starben außerhalb des Krankenhauses.
Auch die Eingriffe in den Katheterlaboren gingen während des Lockdowns im Frühjahr 2020 um 35 % zurück. Diese sind jedoch gerade beim akuten Koronarsyndrom und somit auch beim akuten Myokardinfarkt enorm wichtig. Im Beobachtungszeitraum stieg die kardiale Sterblichkeit in Hessen um 11,8 % an.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V., April 2021

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