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Abrechnung

Abrechnung

COVID-19 - Antikörper-Therapie

Dr. med. Heiner Pasch

26.7.2021

Die Therapie von COVID-19 mit Antikörpern ist ein vielversprechender Ansatz. Alle Ärzte können die Option als „individuellen Heilversuch“ nutzen. Das Bundesministerium für Gesundheit stellt die Medikamente kostenlos zur Verfügung. Eine Kasuistik verdeutlicht die Abrechnungsmöglichkeiten.

Ein 68-jähriger Patient kam mit leichten Erkältungssymptomen in die Praxis und gab an, sechs Tage zuvor auf einer Familienfeier gewesen zu sein. In der Vorgeschichte erwähnenswert war eine COPD, GOLD 3, eine 2-Gefäßerkrankung – Zustand nach Herzinfarkt vor drei Jahren, eine gut eingestellte Hypertonie sowie Adipositas Grad 2 (Body-Mass-Index 36,5). Bisher keine SARS-CoV-2-Impfung. Der Patient klagte vorwiegend über einen trockenen Reizhusten und fühlte sich fiebrig und schlapp. Der Befund zeigte eine Temperatur von 37,9 °C, Rachenring gerötet, keine peripheren Lymphknotenschwellungen; Herz klinisch unauffällig, RR 140/80 mmHg, Puls 88/Min. Lunge: hypersonorer Klopfschall, Giemen allseits, keine feuchten Rasselgeräusche. Der in der Praxis durchgeführte COVID-Schnelltest war positiv; das Ergebnis wurde durch einen PCR-Test bestätigt. C-reaktives Protein (CRP) 5,2 mg/dl; Procalcitonin (PCT) im Normbereich; geringe Lymphopenie bei 10 000 Leukozyten. Aufgrund der Vorgeschichte und der aktuellen Befunde erfüllte der Patient damit die Voraussetzungen für die Therapie mit monoklonalen Antikörpern [1].

Abrechnungsmöglichkeiten

Die Abrechnung der Antikörpertherapie selbst erfolgt nach den Vorgaben der „Verordnung zur Vergütung der Anwendung von Arzneimitteln mit monoklonalen Antikörpern (Monoklonale-Antikörper-Verordnung – MAKV [2])“ des Bundesministeriums für Gesundheit vom 21.04.2021. Danach wird ein einmaliger Pauschbetrag von 450 Euro bezahlt. Damit vergütet ist neben der eigentlichen Infusion (Dauer 20 bis 30 Minuten) auch die geforderte einstündige Nachbeobachtung nach Ende der Infusion. Denn gemäß der MAKV wird die Vergütung für „Leistungen, die im Zusammenhang mit einer entsprechenden Therapie stehen“, angegeben. Die Abrechnung erfolgt bei gesetzlich versicherten Patienten im Zuge der Quartalsabrechnung mit der Gebührenordnungsposition 84000 [3]. Bei privat versicherten Patienten wird die Leistung wie auch bei allen anderen Leistungen dem Patienten in Rechnung gestellt. Da in der GOÄ eine adäquate Position nicht enthalten ist, muss man hier analog abrechnen, beispielsweise mit der Nr. 276 und einem Faktor von 14,3. Die Begründung würde dann lauten: „Honorar nach Vorgabe durch die MAKV vom 21.04.2021“.

Mehr zur Anitkörper-Therapie finden Sie HIER:

Der Autor

Dr. med. Heiner Pasch
Praxisoptimierung Pasch GbR
Im Käulchen 26
51515 Kürten
Tel.: +49 (0)170 7349 526

drpasch@t-online.de

1 www.kbv.de/media/sp/Praxisinfo_Coronavirus_Therapie_Monoklonale_Antik_rper.pdf (Stand: 06.07.2021)

2 www.gesetze-im-internet.de/makv/BJNR611210021.html (Stand: 06.07.2021)

3 www.kbv.de/html/1150_52041.php (Stand: 06.07.2021)

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