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Telemedizinische Begleitversorgung

Mehr Sicherheit, weniger Klinikaufenthalte bei Herzinsuffizienz

28.11.2025

Mehr Sicherheit, kürzere Versorgungswege und eine bessere Lebensqualität: Zum Weltherztag Ende September rückten das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, und die BARMER die Bedürfnisse von Menschen mit chronischer Herzschwäche in den Fokus. Beide Partner haben jetzt einen Vertrag zur telemedizinischen Begleitversorgung geschlossen.

Rund 4 Millionen Menschen in Deutschland leiden an behandlungsbedürftiger Herzinsuffizienz. Als chronische und fortschreitende Herzerkrankung ist diese mit einer zunehmenden Beeinträchtigung der Lebensqualität und besonders in höherem Lebensalter mit vielen Krankenhausaufenthalten verbunden.

„Mit Hilfe digitaler Technologien wollen wir die Selbstmanagementkompetenzen der Betroffenen stärken und gemeinsam das Risiko ungeplanter Krankenhausaufenthalte senken“, fassen die Kardiologen Dr. med. Daniel Dumitrescu, und PD Dr. med. Denise Guckel als stellv. Ärztliche Leitungen des Instituts für angewandte Telemedizin (IFAT) am HDZ NRW die Ziele der Initiative zusammen.

Abrechnung als Kassenleistung

Dass dieser Ansatz wirksam ist, bestätigen wissenschaftliche Studien: Patientinnen und Patienten in telemedizinischer Mitbetreuung verbringen weniger Zeit ungeplant im Krankenhaus und profitierten von einer höheren Lebenserwartung. Seit dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Jahr 2022 können telemedizinische Leistungen bundesweit über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden, allerdings nur für bestimmte Einschlusskriterien, insbesondere bei einer stark verminderten Pumpleistung (Ejektionsfraktion) der linken Herzkammer.

Das „Telemonitoring“ eröffne Patientinnen und Patienten entscheidende Vorteile. Geschultes Fachpersonal und Ärzte im IFAT können Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz, Gewicht oder Blutdruck kontinuierlich über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten überwachen, bewerten und bei Veränderungen sofort reagieren, noch bevor es zu einer relevanten Verschlechterung des Gesundheitszustands kommt. So kann ein Krankenhausaufenthalt oft vermieden werden.

Engmaschige Betreuung stärkt Selbstmanagement und verbessert Lebensqualität

Darüber hinaus unterstütze die telemedizinische Begleitung die Patientinnen und Patienten dabei, ihre Erkrankung besser zu verstehen und aktiv mitzusteuern. Durch eine intensivere Betreuung, regelmäßigen telefonischen Kontakt und aktiver Kooperation mit der zuständigen Hausarzt- oder Facharztpraxis wachse die Sicherheit im Alltag. „Viele Betroffene gewinnen durch die Stabilisierung ihrer Krankheit wertvolle Lebenszeit und Lebensqualität zurück“, sagt Dumitrescu. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen und Patienten mit Telemonitoring länger selbstbestimmt leben und weniger ungeplante Klinikaufenthalte benötigen.“

Hintergrundinformation: Das Versorgungsprogramm Telemonitoring bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) richtet sich an Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener chronischer Erkrankung (Stadien NYHA II bis III). Es umfasst ein Telemonitoring mit fachärztlicher und pflegerischer Fernbetreuung über mindestens 12 Monate einschließlich einer ausführlichen Schulung im Umgang mit den telemedizinischen Geräten, mit denen die Gesundheitsdaten an das IFAT übermittelt werden (ww.ifat-telemedizin.de).

Pressemitteilung „HDZ NRW und BARMER starten telemedizinische Versorgung für Menschen mit Herzschwäche“. Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen, 30.9.2025 (https://idw-online.de/de/news858967).

* Koehler F et al.: Eficacy of telemedical interventional management in patients with heart failure (TIM-HF2): a randomised, controlled, parallel-group, unmasked trial. Lancet. 2018 Sep 22;392(10152):1047-1057 (DOI 10.1016/S0140-6736(18)31880-4).

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