Hohe LDL-Cholesterinwerte gehören zu den wichtigsten, gut beeinflussbaren Risikofaktoren für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere arteriosklerotische Erkrankungen. Dennoch wird die LDL-Senkung in der Versorgung nach Einschätzung der Deutschen Herzstiftung noch nicht ausreichend umgesetzt, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit hohem oder sehr hohem kardiovaskulärem Risiko, die am meisten von einer konsequenten Behandlung profitieren würden.
Erhöhte LDL-Spiegel tragen über Jahre zur Entstehung atherosklerotischer Gefäßveränderungen bei und erhöhen so das Risiko akuter kardiovaskulärer Ereignisse, häufig lange bevor klinische Symptome auftreten.
Gerade in der hausärztlichen Versorgung kommt der frühzeitigen Erkennung und Einordnung des individuellen Risikos eine zentrale Bedeutung zu. Die Beurteilung orientiert sich dabei nicht allein am LDL-Wert, sondern am gesamten kardiovaskulären Risikoprofil, etwa unter Berücksichtigung von Blutdruck, Raucherstatus, Glukosestoffwechsel und weiteren Faktoren. Die Herzstiftung weist darauf hin, dass viele Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Risiko ihre LDL-Zielwerte nicht erreichen – unter anderem aufgrund unzureichender Therapieintensität, mangelnder Therapietreue oder fehlender Kontrollen.
Lebensstilmaßnahmen bilden die Grundlage jeder Therapie, reichen bei erhöhtem Gesamtrisiko jedoch häufig nicht aus. Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung kann zur Senkung des LDL-Cholesterins beitragen, ist jedoch im Regelfall allein nicht ausreichend, um die empfohlenen Zielwerte zu erreichen. Entsprechend betont die Herzstiftung die Bedeutung einer insgesamt gesundheitsförderlichen Lebensweise, ohne einzelne Lebensmittel pauschal zu verbieten.
Empfohlen wird eine an mediterranen Prinzipien orientierte Ernährung mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren. Regelmäßige körperliche Aktivität unterstützt die kardiovaskuläre Prävention und wirkt sich günstig auf mehrere Risikofaktoren aus.
Infarkt-Risiko senken: LDL konsequent behandeln
Für eine wirksame Risikoreduktion ist nach Einschätzung der Herzstiftung insbesondere eine leitliniengerechte medikamentöse LDL-Senkung entscheidend. Große klinische Studien zeigen, dass mit zunehmender Absenkung des LDL-Cholesterins auch das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und kardiovaskuläre Todesfälle sinkt. Entsprechend empfehlen die aktuellen europäischen Leitlinien eine zielwertorientierte Therapie, in der Regel zunächst mit Statinen und bei Bedarf in Kombination mit weiteren lipidsenkenden Substanzen.
Für die Versorgung bedeutet dies, Risikopatienten und -patientinnen konsequent zu identifizieren, individuelle LDL-Zielwerte festzulegen und die Therapie entsprechend anzupassen. Regelmäßige Kontrollen und eine kontinuierliche Begleitung der Patientinnen und Patienten sind erforderlich, um die Zielwerte dauerhaft zu erreichen und zu halten.
Pressemitteilung: „Infarkt-Risiko: LDL-Cholesterinsenkung selten und lückenhaft“. Deutsche Herzstiftung, Frankfurt/Main, 22.6.2026 (https://herzstiftung.de/service-und-aktuelles/presse/pressemitteilungen/ldl-cholesterinsenkung-lueckenhaft).