Menschen, die ein Gerät zur Blutdruckselbstmessung haben, wissen mehr über Hypertonie und ihre Folgen als solche ohne. Moderne kontinuierliche Messgeräte ohne Manschette sind eine Option, um Selbstmessungen angenehmer und umfassender zu machen – mit Vorteilen für Anwendende und die hausärztliche Praxis.
Einer aktuellen Online-Befragung in Deutschland zufolge erwartet fast jeder Dritte fälschlicherweise spürbare Warnsignale wie Gesichtsröte oder Kopfschmerz bei Hypertonie [1]. Etwa 68 % der Befragten glaubten zu wissen, ab wann ihr Blutdruck zu hoch ist. Allerdings waren etwa 20 % auch der Ansicht, dass ein Wert von 145 mmHg oder mehr normal ist. Hatten Befragte ein Blutdruckmessgerät zu Hause, wussten immerhin 52,9 %, was Hypertonie bedeutet, das war nur bei 29 % derer ohne Gerät der Fall. Insgesamt war das Wissen über Hypertonie bei Gerätebesitzern deutlich größer und sie gaben auch öfter an, sich für einen gesunden Lebensstil zu engagieren („Messgeräteffekt“). Benutzten sie ein manschettenloses Messgerät, notierten 88,5 % mindestens einen Aspekt ihres Lebensstils geändert zu haben, um ihre Herzgesundheit zu schützen. Verwender eines klassischen Geräts taten dies nur in 58,5 % der Fälle. Auch die Kenntnisse zur korrekten Blutdruckselbstmessung ließen bei vielen Befragten zu wünschen übrig. Nur einem Drittel der Befragten war bekannt, dass spätestens 30 Minuten vor der Messung Koffein, Alkohol und Rauchen tabu sein sollten, nur 25 %, dass immer mindestens 2 Messungen mit einer Minute Abstand sinnvoll sind. In der national repräsentativen Umfrage lag das Durchschnittsalter der 2 000 Teilnehmenden bei 48,1 Jahren.
Messgenauigkeit zumindest nicht schlechter
Ergänzend zur Umfrage wurden deutsche Daten von Nutzerinnen und Nutzern eines am Handgelenk tragbaren, klinisch validierten Gerätes mit CE-Kennzeichnung IIa zur kontinuierlichen Blutdrucküberwachung (Wearable, misst ohne Belästigung per LED bis zu 25 x/d) mit zugehöriger App analysiert (n = 11 545). Hier habe man nach 6 Monaten Nutzung eine Drucksenkung von bis zu 10 mmHg im Vergleich zum Ausgangswert erkennen können, so Stefan Petzer, Geschäftsführer des Herstellers. Dies führte er auf die verstärkte Auseinandersetzung der Anwendenden mit ihrem Blutdruck zurück. Wie Dr. med. Thomas Bothe (Berlin) ausführte, werde durch häufiges Messen die Genauigkeit erhöht, die Druckdynamik besser erfasst und eine bessere Therapie ermöglicht. Die 24-Stunden-Messung mit der Manschette am Oberarm sei aktuell Goldstandard, weil es dazu große Datenpools gebe. Allerdings sei die Messgenauigkeit klassischer Geräte bei Einzelmessungen nicht gut, weshalb Durchschnittswerte nötig seien. Die neue Technologie sei, bei korrekter Kalibrierung, in der Messgenauigkeit zumindest nicht schlechter. Zukünftig sieht Bothe hier Potenzial. Über den Einsatz in der Praxis mit wachsenden Datenmengen könne gar ein Beweis für die Überlegenheit im Vergleich zur Manschettenmessung allein erbracht werden. Aktuell brächten Menschen Wearables in die Sprechstunde mit und wiesen auf auffällige Werte hin. Die seien rasch abrufbar und schnell zu analysieren. Und: „Alles, was Arztzeit spart, ist gut“, so Bothe.
Presse-Event „Blutdruckreport 2026” (Veranstalter: Aktiia SA/Hilo), April 2026