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Schlafzeiten

Kurze Nächte für vier von zehn Erwachsenen

4.11.2026

Neue RKI-Auswertungen aus der repräsentativen telefonischen Bevölkerungsstudie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2023) zeigen: Kurze Schlafzeiten sind in Deutschland weit verbreitet – besonders unter der Woche und bei Männern mittleren Alters.

Von 8.026 befragten Erwachsenen schliefen 39,6 % an Wochentagen und 22,7 % am Wochenende weniger als sieben Stunden pro Nacht – die in internationalen Empfehlungen verwendete Schwelle für eine kurze Schlafdauer. Männer waren häufiger betroffen als Frauen (43,2 vs. 36,2 % an Wochentagen). Besonders ausgeprägt war der Unterschied bei den 45- bis 64-Jährigen: Hier schliefen 53,0 % der Männer und 42,1 % der Frauen unter sieben Stunden. Ab 65 Jahren unterschieden sich Wochentage und Wochenende dagegen kaum noch. Bildungsunterschiede waren nur bei Männern statistisch signifikant.

Kurze Schlafzeiten sind in Übersichtsarbeiten mit Hypertonie und einem erhöhten Risiko für Adipositas, Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Angststörungen und Depression assoziiert. Für die Hausarztpraxis sind die Daten damit vor allem ein Reminder, Schlaf bei passenden Anlässen mitzudenken. Zwei einfache Einstiegsfragen können genügen: „Wie viele Stunden schlafen Sie üblicherweise unter der Woche?“ und „Wie sieht es am Wochenende aus?“ Neben individuellen Schlafgewohnheiten verweisen die RKI-Autorinnen und -Autoren auch auf strukturelle Faktoren wie nächtlichen Lärm, Licht und Temperatur sowie Nacht- und Schichtarbeit.

Bei der Interpretation ist allerdings Vorsicht geboten: Die Schlafdauer beruht auf Selbstauskünften; Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Schlafstörungen wurden nicht erfasst. Zudem bedeutet weniger als sieben Stunden nicht für jeden Menschen Schlafmangel: Laut den von den Autorinnen und Autoren herangezogenen Empfehlungen können bei 26- bis 64-Jährigen auch sechs Stunden und ab 65 Jahren sechs Stunden Schlaf noch im als angemessen angesehenen Bereich liegen. rb

Pressemitteilung: „Neue Daten zu kurzer Schlafdauer und subjektiv wahrgenommenen Hörbeeinträchtigungen im Journal of Health Monitoring“. Robert Koch Institut, Berlin, 19.8.2026 (https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Neuigkeiten-und-Presse/Meldungen-PM/Meldungen/2026-08-19_JoHM-Schlaf-Hoeren.html).

* Kaufholdová N et al.: Welche Bevölkerungsgruppen schlafen eher zu wenig? Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2023). J Health Monit. 2026;11:14 (DOI 10.25646/14300).

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