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Schlafapnoe

Inkonsequente CPAP bei obstruktiver Schlafapnoe

17.5.2022

Die geringe Adhärenz von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) bei kontinuierlicher positiver Überdruckatmung (CPAP) liegt wohl am geringen Leidensdruck. Zu dem Ergebnis kommen Forscher der Philipps-Universität Marburg. Die CPAP-Therapie ist zwar zur Dauertherapie mit geringen Nebenwirkungen geeignet und damit der Goldstandard, krankt jedoch an einer unbefriedigenden Therapietreue seitens der Patienten.

Im Zuge der Studie wurden 1.078 OSA-Patienten nach diagnostischer Polygrafie (PG) oder Polysomnografie (PSG) auf eine CPAP-Therapie eingestellt. Die Therapietreue wurde nach drei Monaten nachverfolgt. Es zeigte sich, dass lediglich 54,2% der 830 nachverfolgbaren Patienten über eine gute und durchgängige CPAP-Einstellung und -Nutzung berichteten. Bei allen anderen gab es keine durchgängige resp. keine Nutzung der Therapie (CPAP-Abbruch nach anfänglicher Nutzung -26%, mangelnde CPAP-Nutzung wegen Nebenwirkungen -8,5%, Abbruch wegen fehlender Motivation/geringem Leidensdruck -4,2%, Masken-Unverträglichkeit -1,7%, fehlender Therapieeffekt -0,4% oder Umstellung auf ein anderes Beatmungsverfahren -4,9%).

Aus Sicht der Autoren ist eine effektive Therapienutzung von 54% nach drei Monaten ein suboptimales Ergebnis. Prädiktoren für das CPAP-Versagen waren Parameter, die vor der Therapie auf geringen Leidensdruck der Patienten hindeuteten, allerdings konnten keine signifikanten CPAP-Adhärenz-Prädiktoren in Bezug auf anthropometrische oder PSG-Daten gezeigt werden. Die Marburger Gruppe empfiehlt deshalb eine deutlich individualisiertere Herangehensweise, etwa bei der Anpassung einer optimalen Maske und eine Wiedervorstellung der Patienten in kürzeren Abständen, eventuell gestützt durch telemedizinische oder kurzfristige telefonische Beratungen (v.a. bei drohendem Therapieabbruch).

Koehler J et al., Pneumologie 2021 Nov 29; DOI 10.1055/a-1666-5369, PMID 34844268

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