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Allgemeinmedizin

Liraglutid-Generikum

Gegen Adipositas und Übergewicht

4.2.2026

GLP-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-RA) wirken in vielen Geweben und Organen und werden erfolgreich im ärztlich begleiteten Adipositas-Management eingesetzt. Doch sind die Kosten der Selbstzahler-Leistung für viele Abnehmwillige eine Hürde. Ein neues Liraglutid-Generikum soll das nun ändern.

Der GLP-1-RA Liraglutid wurde bereits 2015 für die Adipositas-Therapie zugelassen. Menschen mit Typ-2-Diabetes hatten unter der Therapie abgenommen. In der aktuellen S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ wird er als ergänzende Option zur gewichtsreduzierenden Basistherapie und zum nachfolgenden Gewichtserhalt empfohlen [1].

Nun steht seit Ende 2025 ein neuer generischer GLP-1-Rezeptoragonist mit dem Wirkstoff Liraglutid als Fertigpen zur Versorgung von Menschen mit Adipositas (BMI ≥ 30) oder mit Übergewicht (BMI ≥ 27) und gewichtsbedingten Begleiterkrankungen zur Verfügung. Das rezeptpflichtige Generikum erfülle die Bioäquivalenzkriterien, somit seien Sicherheits- und Nebenwirkungsprofil einschätzbar. Anwenderinnen und Anwender dürften mit der Markteinführung eine massive Preissenkung erwarten, teilt der Hersteller mit.

Das Generikum wird einmal täglich gespritzt. Das Titrationsschema beginnt mit 0,6 mg/d in der ersten Woche, in den Folgewoche erhöht sich die Tagesdosis über 1,2 mg, 1,8 mg und 2,4 mg bis auf 3,0 mg/d ab Woche 5. So lässt sich die Verträglichkeit früh einschätzen und das Präparat kann aufgrund der täglichen Applikation, z. B. bei Kinderwunsch, kurzfristig abgesetzt werden.

Emotionales Essen und der Vorteil der Langsamkeit

Im Fokus eines nachhaltigen Adipositas-Managements sollte eine realistische, längerfristige Gewichtsreduktion stehen. Dass dies unter einer Liraglutid-Therapie möglich ist, hat die 56-wöchige klinische SCALE-Erhaltungsstudie gezeigt. Hier behielten 81 % der Personen unter Liraglutid den vor Behandlungsbeginn erzielten Gewichtsverlust bei, unter Placebo waren es 49 %.

Neben unausgewogener Ernährung, Bewegungsmangel und genetischen Faktoren betrügen auch emotionales Essen und soziale Einflussfaktoren zur Entstehung der Adipositas bei, berichtete Dr. med. Thomas Kurscheid (Köln) aus seiner Praxis mit Adipologie-Schwerpunkt. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Gelenkbeschwerden und Schlafapnoe seien die schwer­wiegenden Folgen – auch volkswirtschaftlich.

Langsame Gewichtsabnahme unterstützt Verhaltensänderung

Ab einem BMI von 30 sei man „Opfer seiner Hormone“, betonte Kurscheid. Ein kombinierter Ansatz aus Diät, Bewegung, einem GLP-1-Analogon und Psychotherapie sei seiner Erfahrung nach zielführend. Wichtig sei auch, nach den Gründen für emotionales Essen zu suchen. Die langsamere Gewichts­abnahme unter Liraglutid unterstütze eine Verhaltensänderung hin zu mehr Sport und kalorienreduzierter Ernährung, denn neue Gewohnheiten benötigten mindestens 6 Monate, bis sich Gehirn und Körper darauf einstellten. Die geringeren Kosten für das Generikum könnten außerdem vermeiden, dass Patientinnen und Patienten aus finanziellen Gründen die Dosis reduzieren oder die Therapie abbrechen und dann einen Jo-Jo-Effekt erleiden.

  1. S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001

Digitales Pressegespräch „Nevolat® – erstes Liraglutid-Generikum für die Adipositas-Therapie“ (Veranstalter: Zentiva Pharma GmbH), November 2025

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