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Reform der Krankenhausplanung und -vergütung

Viele vollstationär versorgter Fälle ambulant behandelbar

4.2.2026

Eine Anfang Dezember 2025 veröffentlichte Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt ein großes Potential für die ambulante Versorgung von Fällen, die derzeit noch in deutschen Krankenhäusern stationär behandelt werden. Vor dem Hintergrund der anstehenden Reform der Krankenhausplanung und -vergütung quantifiziert die Studie Ambulantisierungspotentiale für die einzelnen Krankenhaus-Leistungsgruppen und beleuchtet die Frage, welche Leistungen künftig überhaupt stationär erbracht werden sollen. Laut der empirischen Modellrechnung, die erstmals mehrere vorhandene Ansätze zur Ambulantisierung hierarchisiert in einer Gesamtanalyse gemeinsam betrachtet, können etwa 60 % der heute vollstationär versorgten Fälle einem Ambulantisierungspotential zugeordnet werden.

Ziel der Analyse war es, verschiedene Ansätze zur Ambulantisierung quantifizierbar zu machen und zu einer Gesamtanalyse auf Ebene der Leistungsgruppen zusammenzuführen. Auf Basis der Abrechnungsdaten sämtlicher vollstationärer Krankenhausfälle von AOK-Versicherten im Jahr 2024 hat das Autorenteam für jeden stationären Fall die mögliche Zuordnung zu einem der betrachteten Ambulantisierungsansätze geprüft. Um das Gesamtpotential zu berechnen, wurde jeder abgerechnete Krankenhausfall nur genau einem dieser Ansätze zugeordnet. Im Ergebnis können nach Berücksichtigung aller Optionen etwa 60 % der Krankenhausfälle des Jahres 2024 einem der Ambulantisierungspotentiale zugeordnet werden. Dies entspricht hochgerechnet über 8 Millionen GKV-Fällen.

Insbesondere in der Grundversorgung mehr als die Hälfte der Fälle ambulantisierbar

In der Analyse der Leistungsgruppen zeigten sich große Unterschiede im Ambulantisierungspotential: Während in der Leistungsgruppe für Herzkatheter-Behandlungen (Ablationen) und elektrophysiologische Untersuchungen (EPU) mehr als 80 % der Behandlungen ambulantes Potential aufweisen, geht das Ambulantisierungspotential im Falle der Leistungsgruppe zur Schlaganfall-Behandlung in sogenannten Stroke-Units gegen Null. In 15 der 21 fallzahlstärksten Leistungsgruppen konnten über 50 % der Fälle als potentiell „ambulantisierbar“ identifiziert werden. Für die mit Abstand fallzahlstärksten Leistungsgruppen „Allgemeine Innere Medizin“ und „Allgemeine Chirurgie“ werden jeweils etwa 60 % der Fälle als ambulantes Potential identifiziert.

Bezogen auf die Belegungstage und die Ausgaben für die Behandlung liegt das Potential zur Ambulantisierung laut der WIdO-Analyse etwa ein Drittel niedriger als bei den Fallzahlen. Es bewegt sich aber mit ungefähr 40 % weiterhin in einer relevanten Größenordnung.

Die sechs in der Analyse berücksichtigten Ambulantisierungs-Ansätze sind die Hybrid-DRG-Kataloge der Jahre 2024 bis 2026 zur sektorengleichen Vergütung ambulanter Leistungen, der aktuelle Katalog ambulant durchführbarer Operationen und stationsersetzende Eingriffe in Krankenhäusern (AOP-Katalog), die in einem IGES-Gutachten von 2022 definierten zusätzlichen Leistungen zur Ergänzung des AOP-Kataloges, die potentiell auch ambulant behandelbaren stationären Notfälle mit relativ geringer medizinischer Dringlichkeit und geringem Ressourcenbedarf sowie vermeidbare Krankenhausfälle mit sogenannten „ambulant-sensitiven“ und „pflegesensitiven“ Haupt-Diagnosen.

Die Analyse des WIdO ist als frei verfügbares e-Paper auf der Webseite des WIdO veröffentlicht worden: https://www.wido.de/publikationen-produkte/wido-e-paper/

Pressemitteilung „Analyse des WIdO: Großes Potenzial zur Ambulantisierung in vielen Krankenhaus-Leistungsgruppen“. Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Berlin, 2.12.2025 (https://www.wido.de/news-presse/pressemitteilungen/2025/ambulantisierungspotenziale-der-leistungsgruppen-im-krankenhaus/).

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