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Aktualisierte S2k-Leitlinie COPD

Neue Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie für bessere Patientenversorgung

7.5.2026

Die aktualisierte S2k-Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026“ ist jetzt publiziert, teilt die bei der Erstellung federführende Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) mit. „Diese Leitlinie ergänzt die Nationale Versorgungsleitlinie COPD und integriert die neuesten evidenzbasierten Erkenntnisse, um eine frühere und effektivere Behandlung zu ermöglichen“, betont DGP-Präsident Prof. Dr. med. Christian Taube.

Die Publikation sei für behandelnde Ärzte und Ärztinnen sowie Betroffene ein wichtiges Update und die gute Nachricht des Tages. „Diese Überarbeitung bietet evidenzbasierte Handlungsanweisungen für eine frühere Intervention“, so Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der Universitätsmedizin Essen.

Die Koordination der aktualisierten S2k-Leitlinie lag in den Händen von Profs Dr. med. Kathrin Kahnert und Dr. med. Henrik Watz. „Wir wissen jetzt: Eine detaillierte pneumologische Lungenfunktionsdiagnostik und CT-Thorax bieten hier einen hohen zusätzlichen Mehrwert, insbesondere bei Diskrepanz zwischen Symptomen und Spirometrie. So können wir Betroffene früher identifizieren“, erklärt Kahnert, niedergelassene Pneumologin in München sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Klinik und Poliklinik V, Schwerpunkt Pneumologie, am Klinikum der LudwigMaximiliansUniversität München. Die alleinige Spirometrie, wie bisher empfohlen, erkenne frühe Veränderungen in der Regel zu spät – ein großes Problem.

Bodyplethysmographie, CT-Thorax und AAT-Mangel

Bei klinischem Verdacht auf eine COPD und normaler Spirometrie soll in der spezialfachärztlichen Diagnostik eine erweiterte Lungenfunktionsdiagnostik erfolgen, um die Lungenvolumina, die Atemwegswiderstände und den Gasaustausch der Lunge zu ermitteln und somit mögliche strukturelle Lungenveränderungen früh zu erfassen. Im Zuge der Früherkennung der COPD und dem kommenden Lungenkarzinomscreening gewinnt die Computertomographie des Brustkorbs zunehmend an Bedeutung. Die CT-Thorax-Untersuchung wird aber auch bei Diskrepanz zwischen Symptomen und Lungenfunktion oder häufigen Exazerbationen unbedingt empfohlen.

Neue Kapitel zu Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT) und zu Biomarkern fordern jetzt eine einmalige Screening-Untersuchung auf AAT-Mangel und die Bestimmung des Differentialblutbildes. „Die fachärztliche Kompetenz wird gestärkt, etwa durch Phänotypisierung mittels Lungenfunktion, Biomarker und CT als neuen Standard“, betont Watz, er arbeitet an der Medizinischen Klinik III, Campus Lübeck, am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein und ist dem Airway Research Center North (ARCN) des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) zugeordnet. Das Screening auf AAT-Mangel werde stark empfohlen, so Watz, da das Fehlen von AAT eine der am häufigsten nichtdiagnostizierten Ursachen darstellt.

Verschärfte Risikogruppen, Triple-Therapie und Rauchstopp

Die Einteilung der Risikogruppen anhand der GOLD-Gruppen wurde von den internationalen Empfehlungen in die aktualisierte Leitlinie aufgenommen. In der Initialtherapie wird nun eine duale Bronchodilatation (LAMA/LABA) für GOLD-Gruppe B priorisiert, ICS/LABA allein wird nicht mehr empfohlen. Bei persistierenden Exazerbationen unter Triple-Therapie (LAMA/LABA/ICS) soll eine Reevaluation mit Biomarkern und CT erfolgen. Die Optionen der Therapieeskalation mit Azithromycin, Roflumilast oder Biologika müssen fachärztlich geprüft werden. LAMA/LABA/ICS ist eine Dreifachkombination aus einem langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA), einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem inhalativen Kortikosteroid (ICS), die zur Behandlung schwerer COPD eingesetzt wird, um so genannte Exazerbationen zu verhindern. Hierbei handelt es sich um akute Verschlechterungsereignisse mit Zunahme von Atemnot und verstärkter Schleimproduktion.

„Jede Exazerbation zählt – auch leichte Verschlechterungen bei unseren Patientinnen und Patienten dürfen wir nicht einfach tolerieren, eine zügige Eskalation der Therapie sind entscheidend“, betonen die Leitlinienkoordinatoren Kahnert und Watz einstimmig. Dies beinhaltet unbedingt auch die nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten wie ein strenges Rauchstopp-Programm, pneumologische Rehabilitation sowie die Einhaltung der aktualisierten Impfempfehlungen – beispielsweise gegen Influenza, Pneumokokken oder RSV. Ein kardiovaskuläres Risiko solle abgeklärt werden, da COPD eine kardiovaskuläre Risikoerkrankung darstellt, also Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstige.

Nicht zuletzt sind Behandlungsempfehlungen zur interventionellen oder chirurgischen Lungenvolumenreduktion und Lungentransplantation für Patientinnen und Patienten mit weit fortgeschrittener COPD für die fachärztlicher Leitlinie von großer Bedeutung.

Living Guideline! Praktische Empfehlungen gleich weniger Krankenhauseinweisungen

„Für Patientinnen und Patienten bedeutet das ab 2026: Bessere Phänotypisierung als Standard, Lungenkrebs-Screening und null Toleranz für Exazerbationen“, fasst Watz zusammen. „Die dynamische Entwicklung auf diesem Gebiet wird zu einer fortwährenden Aktualisierung der Leitlinie führen“, ergänzt Kahnert. Damit bietet die Leitlinie immer einen aktuellen und praktischen Nutzen für Ärzteschaft und Betroffene

S2k-Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026“ bei der AWMF abrufen unter https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006

Pressemitteilung: „Aktualisierte S2k-Leitlinie COPD: Neue Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie für bessere Patientenversorgung“. Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP), Berlin, 27.2.2026 (https://pneumologie.de/aktuelles-service/presse/pressemitteilungen/aktualisierte-s2k-leitlinie-copd-veroeffentlicht-neue-empfehlungen-zu-diagnostik-und-therapie-fuer-bessere-patientenversorgung)

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