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Vektoren im Blick

Wie KI und Bürgerdaten die Surveillance verändern

18.6.2026

Mit dem Projekt ZEMEKI nutzt das Robert Koch-Institut ein Citizen-Science-Format, um die Verbreitung potentiell krankheitsübertragender Vektoren systematisch zu erfassen. Nutzerinnen und Nutzer können Zecken und Mücken fotografieren und über die Plattform observation.org hochladen. Eine KI-basierte Bilderkennung ordnet die Funde zunächst automatisch einer Art zu, bevor eine fachliche Validierung erfolgt. So entsteht eine kontinuierlich wachsende, wissenschaftlich nutzbare Datengrundlage.

Im Fokus stehen neben einheimischen Arten insbesondere invasive Vektoren wie die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), die mit der Übertragung von Dengue- und Chikungunya-Viren assoziiert ist. Hintergrund ist eine klimabedingte Veränderung der Lebensräume von Zecken und Mücken, die auch in Deutschland zunehmend relevant wird. Ziel ist es, Veränderungen in der Verbreitung frühzeitig zu erkennen und daraus Hinweise auf sich verändernde Infektionsrisiken abzuleiten.

Relevanz für die Praxis

Für die Grundversorgung sind solche Daten mehr als ein ökologisches Nebenprojekt. Sie liefern Hinweise darauf, wo sich Expositionsrisiken verändern – und welche Infektionen perspektivisch auch ohne Fernreise differentialdiagnostisch relevant werden könnten.

Zugleich eröffnet das Projekt eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Beteiligung: Beobachtungen aus dem privaten Umfeld oder dem Praxisalltag können mit wenigen Schritten dokumentiert werden und fließen direkt in die Datengrundlage ein. Die Teilnahme ist über die Projektseite (https://de.observation.org/species/ZEMEKI/observations/) oder per Smartphone-App („ObsIdentify“) möglich und verbindet individuelle Beobachtung mit Public-Health-Nutzen.

Pressemitteilung: „Projekt ZEMEKI: Zecken- und Mücken-Erkennung mit Künstlicher Intelligenz“. Robert Koch-Institut (RKI), Berlin, 14.7.2025 (https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Z/Zeckenuebertragene-Erkrankungen/ZEMEKI.html) & Pressemitteilung vom 14.4.2026.

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