- Anzeige -
NEWS

Digitalisierung

Weniger als ein Viertel nutzt die elektronische Patientenakte

8.7.2026

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) hat ein Jahr nach der bundesweiten Einführung weiter zugenommen und bleibt dennoch hinter den Erwartungen an eine breite Verankerung im Versorgungsalltag zurück. Das zeigt eine aktuelle Civey-Umfrage im Auftrag von Pharma Deutschland. Demnach ist der Anteil der Nutzerinnen und Nutzer innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen: Während im April 2025 noch 12,5 % der Befragten angaben, die ePA aktiv zu nutzen, liegt dieser Wert im April 2026 bei 23,6 %.

Zwar hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt, dennoch greift nur rund insgesamt jeder Vierte auf die elektronische Patientenakte zurück.

„Ein Jahr nach Einführung der ePA ist ein Anteil von Nutzerinnen und Nutzer unter 25 % kein guter Wert. Wir sind noch weit davon entfernt, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Vorteile der ePA kennt und sie im Alltag nutzt. Damit geht Potential verloren, das wir gerade jetzt im Gesundheitssystem dringend brauchen“, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

Die aktuellen Daten zeigen zudem weiterhin Unterschiede zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. So nutzen Männer die ePA häufiger als Frauen (25,2 % gegenüber 21,7 %). Auch regional bleibt ein Gefälle bestehen: In den ostdeutschen Bundesländern liegt die Nutzungsrate mit 28,9 % über der im Westen (22,2 %).

Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen mit einer Nutzungsquote von 28,8 %. In den übrigen Altersgruppen bewegt sich die Nutzung auf einem etwas niedrigeren, aber vergleichbaren Niveau: 30-39-Jährigen (27,1 %), 40- bis 49-Jährige (21,6 %), 50- bis 64-Jährige (24,5 %) sowie Menschen ab 65 Jahren (20,9 %).

Pharma Deutschland bewertet die ePA als wichtigen Fortschritt für die Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die e-Akte kann den Umgang mit der eigenen Gesundheit deutlich vereinfachen. Wichtige medizinische Informationen sind gebündelt verfügbar, Behandlungen können besser abgestimmt und Risiken früher erkannt werden. Gleichzeitig bieten die Daten eine wichtige Grundlage für Forschung und passgenaue Therapien.

Hintergrund: In dem Dossier „Digitalisierung – Chancen nutzen, Hürden abbauen“ betont die KBV, die ePA sei „zentrales Element einer digitalen Versorgung“, fordert aber, dass sie reibungslos funktionieren, vollständig in die Praxisverwaltungssysteme integriert sein und ohne zusätzliche Bürokratie nutzbar werden müsse. Zugleich verlangt sie konsequenten Schutz sensibler Daten: Krankenkassen und Dritte dürften keinen Zugriff auf medizinische Inhalte erhalten, die ePA dürfe „kein Instrument für Kasseninteressen“ werden. Aktuelle KBVInformationen zur ePA (inkl. Patienteninfo und FAQs) bietet die Seite „Elektronische Patientenakte – Überblicksseite der KBV“ (https://www.kbv.de/praxis/digitalisierung/anwendungen/elektronische-patientenakte).

Pressemitteilung: „Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter auf niedrigem Niveau“. Pharma Deutschland, Bonn, 27.4.2026 (https://www.pharmadeutschland.de/newsroom/news/digitalisierung-im-gesundheitswesen-weiter-auf-niedrigem-niveau/).

No items found.
Lesen Sie mehr und loggen Sie sich jetzt mit Ihrem DocCheck-Daten ein.
Der weitere Inhalt ist Fachkreisen vorbehalten. Bitte authentifizieren Sie sich mittels DocCheck.
- Anzeige -

Das könnte Sie auch interessieren

123-nicht-eingeloggt