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COVID-19

Orale Impfung gegen das Corona-Virus wird erforscht

29.7.2021

Eine Impfung, die nicht mit der Spritze verabreicht wird, sondern in einer Kapsel geschluckt wird. An diesem neuartigen Ansatz arbeiten Wissenschaftler der Universität Würzburg gemeinsam mit dem biopharmazeutischen Unternehmen Aeterna Zentaris. Die präklinische Entwicklung, die den Weg zu ersten klinischen Studien an Menschen ebnen soll, hat bereits begonnen. „Wir verwenden einen Ansatz, der schon seit vielen Jahren millionenfach als Schutz vor einer Typhus-Infektion im Einsatz ist“, so Thomas Rudel, Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Der orale Typhus-Impfstoff basiert auf einem speziellen Bakterienstamm, Salmonella Typhi Ty21a. Mit einer Modifikation dieses Bakterienstamms arbeiten Rudel und Forscher im Labor: „Wir haben die Bakterien so programmiert, dass sie SARS-CoV-2-Antigene produzieren“, erklärt er. Die in der Kapsel enthaltenden Bakterien, sollen im Dünndarm des Menschen ihre Wirkung entfalten. Gemäß dem wissenschaftlichen Ansatz können die Bakterien dort die Antigene dem Immunsystem präsentieren. „Spezielle Zellen in der Darmwand sollen dafür sorgen, dass Bakterien und die Antigene von Immunzellen aufgenommen und in lymphoides Gewebe weitertransportiert werden“, sagt Rudel. Dort könnten sie wiederum B- und T-Zellen aktivieren und eine Immunantwort in Gang setzen. Rudel hofft, dass diese Immunantwort im Erfolgsfall so stark ist, dass alle Schleimhäute des Menschen in Alarmbereitschaft versetzt werden, um folglich den Corona-Viren schon dort am Eindringen in den Körper zu hindern. Eine Garantie dafür, dass schon bald eine orale Impfung gegen COVID-19 in den Apotheken liegt, gibt es nicht, warnt Rudel. Schließlich seien schon viele Wirkstoffe selbst in einem späten Entwicklungsstadium gescheitert, weil sie nicht ausreichend wirksam waren oder unerwartete und unerwünschte Effekte gezeigt haben. Dieses Risiko bestehe immer. Umso gespannter wird Rudel die kommenden Monate abwarten.

Quelle: Pressemitteilung Julius-Maximilians-Universität Würzburg, März 2021

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