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Nicht-nährstoffhaltige Süßstoffe

Hinweise auf Veränderungen der Glukose-Insulin-Homöostase

11.9.2026

Eine aktuelle US-Übersichtsarbeit mit neuer Meta-Analyse randomisierter Studien deutet darauf hin, dass nicht-nährstoffhaltige Süßstoffe die Glukose-Insulin-Homöostase geringfügig beeinträchtigen könnten. Ob sich daraus langfristig ein erhöhtes Risiko für kardiometabolische Erkrankungen ergibt, bleibt jedoch offen.

Die Übersichtsarbeit kombiniert eine neue Meta-Analyse von 21 randomisierten kontrollierten Studien mit 27 Vergleichsarmen sowie die Auswertung aktueller prospektiver Kohortenstudien. In den randomisierten Studien erhöhten nicht-nährstoffhaltige Süßstoffe den Nüchtern-Insulinspiegel um durchschnittlich 6,8 pmol/L und den HbA1c-Wert um 0,07 %. Zudem zeigte sich ein Trend zu einer verminderten Insulinempfindlichkeit (Matsuda-Index), während für den Nüchtern-Blutzucker keine signifikanten Veränderungen beobachtet wurden. Ein zunächst gefundener blutdrucksenkender Effekt verschwand weitgehend nach Ausschluss einer einzelnen einflussreichen Stevia-Studie.

In prospektiven Kohortenstudien war ein höherer Konsum nicht-nährstoffhaltiger Süßstoffe mit einem erhöhten Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und Gesamtmortalität assoziiert. Die Autoren und Autorinnen diskutieren als mögliche Mechanismen Veränderungen des Darmmikrobioms. Besonders hervorgehoben wird eine randomisierte Studie, in der Saccharin und Sucralose – nicht jedoch Aspartam oder Stevia – die Glukosetoleranz beeinflussten. Nach Übertragung des Darmmikrobioms auf keimfreie Mäuse ließ sich dieser Effekt teilweise reproduzieren, was für eine Beteiligung des Mikrobioms spricht.

Noch keine konkreten Ernährungsempfehlungen

Die Aussagekraft der Evidenz bleibt allerdings begrenzt. Die meisten randomisierten Studien waren klein und von kurzer Dauer, während die Kohortenstudien anfällig für Reverse Kausalität sind, da Personen mit erhöhtem metabolischem Risiko häufiger bewusst zu kalorienfreien Süßstoffen greifen. Zudem wurden verschiedene Süßstoffe häufig gemeinsam ausgewertet, obwohl sich ihre biologischen Wirkungen offenbar unterscheiden. Die Autorengruppe sieht ihre Ergebnisse deshalb als Hinweis auf mögliche metabolische Effekte, nicht als Beleg für eine erhöhte Krankheitsgefährdung. Größere, langfristige Studien zu einzelnen Süßstoffen sind erforderlich, bevor sich daraus konkrete Ernährungsempfehlungen ableiten lassen.

Einordnung: Nicht alle Süßstoffe sind gleich

Die Übersichtsarbeit weist mehrfach darauf hin, dass die meisten bisherigen Studien verschiedene nicht-nährstoffhaltige Süßstoffe gemeinsam ausgewertet haben. Neuere Untersuchungen sprechen jedoch dafür, dass sich einzelne Substanzen biologisch unterscheiden könnten. In einer randomisierten Studie beeinträchtigten Saccharin und Sucralose die Glukosetoleranz, während für Aspartam und Stevia vergleichbare Effekte nicht beobachtet wurden. Auch Kohortenstudien deuten auf unterschiedliche Zusammenhänge einzelner Süßstoffe mit kardiometabolischen Endpunkten hin. Die Autoren plädieren deshalb dafür, künftige Studien nicht mehr ausschließlich auf die gesamte Stoffgruppe, sondern auf einzelne Süßstoffe auszurichten.

Wang M et al.: Artificial and Other Non-Nutritive Sweeteners, the Microbiome, and Cardiometabolic Health. Curr Atheroscler Rep. 2026 Jun 25;28(1):65 (DOI 10.1007/s11883-026-01429-9).

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