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COVID-19

Mangelernährung bei COVID-19-Patienten

29.7.2021

Einer der bekanntesten Risikofaktoren für einen schweren Verlauf von COVID-19 ist starkes Übergewicht. Ein guter Allgemeinzustand ist wichtig, um eine Erkrankung gut zu überstehen, das gilt besonders für einen COVID-19-Infekt – so die Annahmen. Welchen Einfluss der Ernährungszustand von COVID-19-Patienten hat, ist bislang jedoch noch weitgehend unbekannt. Nun analysierten französische Forschende Daten aus der ersten Welle der Pandemie. Die Ergebnisse zeigten, dass ein hoher Anteil der Patienten, die stationär versorgt werden, Anzeichen für eine Mangelernährung aufweist.
Mangelernährung beinhaltet auch krankheitsbedingte Störungen der Verdauung, Resorption und Verwertung von Nährstoffen. Ebenso kann ein erhöhter Energiebedarf zu einer unzureichenden Versorgung führen. Sowohl untergewichtige als auch normal- oder sogar übergewichtige Patienten können mangelernährt sein. „Ein niedriger Body-Mass-Index ist somit nur eines der möglichen Kriterien – auch ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust oder eine geringe Muskelmasse können Anzeichen für eine Mangelernährung sein“, erklärt Prof. Dr. oec. troph. Dr. med. Anja Bosy-Westphal, Leiterin der Abteilung Humanernährung an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM).
Die französischen Mediziner stuften 42,1 % der auf einer Normalstation aufgenommenen COVID-19-Patienten als mangelernährt ein; 18,4 % waren sogar gravierend mangelernährt. Zwei Drittel der Patienten, die auf der Intensivstation lagen, waren mangelernährt. In der Untersuchung konnte jedoch leider nicht festgestellt werden, ob der schlechte Ernährungszustand der Patienten von der COVID-19-Erkrankung herbeigeführt wurde oder bereits vor der Erkrankung bestanden hatte. „Es ist jedoch anzunehmen, dass er durch die Krankheit zumindest verstärkt wurde“, sagt Prof. Dr. med. Matthias Pirlich, 2. Vizepräsident der DGEM.
Ein Infekt mit COVID-19 bringt Faktoren mit sich, die das Essen erschweren: starke Abgeschlagenheit und Übelkeit, Geruchs- und Geschmacksverlust, Energie- und Nährstoffverlust aufgrund von Durchfällen und hohem Fieber. Die Entzündungsreaktion führt zu einem Muskulaturabbau.
Aufgrund dieser Erkenntnisse weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin auf die Notwendigkeit eines Ernährungsscreenings und -managements bei stationär behandelten Patienten hin.

Quelle: Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM), März 2021

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