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Kardiovaskuläres Risiko

Intensive LDL-Senkung nach Schlaganfall

23.2.2026

Eine aktuelle Analyse aus der FOURIER-Studie und ihrer Open-Label-Extension (FOURIER-OLE) untersucht den Zusammenhang zwischen dem erreichten LDL-Cholesterin und dem langfristigen kardiovaskulären Risiko bei Patienten und Patientinnen mit zurückliegendem ischämischem Schlaganfall. Analysiert wurden die Daten von 5.291 stabilen Patienten und Patientinnen, deren Schlaganfall mindestens vier Wochen zurücklag. Die Beobachtungszeit betrug – je nach Studienteilnahme – bis zu knapp sieben Jahre.

Im Fokus stand nicht ein randomisiertes LDL-Ziel, sondern der Zusammenhang zwischen frühen, unter Therapie erreichten LDL-Werten und späteren Ereignissen. Dabei zeigte sich über den gesamten LDL-Bereich hinweg eine kontinuierliche Assoziation: Je niedriger das erreichte LDL-Cholesterin, desto geringer war die Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse, einschließlich erneuter Schlaganfälle. Diese Beziehung setzte sich auch bei sehr niedrigen LDL-Werten fort und reichte bis unter 40 mg/dL.

Personen, die LDL-Werte unter 40 mg/dL erreichten, wiesen im Vergleich zu Patienten und Patientinnen mit LDL-Werten über 70 mg/dL eine deutlich niedrigere Rate des kombinierten kardiovaskulären Endpunkts sowie eine geringere Inzidenz erneuter Schlaganfälle auf. Diese Ergebnisse blieben auch nach Adjustierung für relevante klinische Faktoren bestehen und zeigten sich in Sensitivitätsanalysen konsistent, unter anderem bei Patienten ohne vorausgegangenen Myokardinfarkt.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Risiko hämorrhagischer Schlaganfälle. In der Analyse traten solche Ereignisse insgesamt selten auf, und es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen dem erreichten LDL-Cholesterin und der Rate intrakranieller Blutungen. Aufgrund der geringen Ereigniszahl bleibt diese Sicherheitsbeobachtung jedoch explorativ und erlaubt keine endgültigen Schlussfolgerungen für alle Patientengruppen.

Für die klinische Praxis ist wichtig, dass es sich um eine Beobachtungsanalyse innerhalb einer randomisierten Studie handelt. Die Betroffenen wurden nicht gezielt auf unterschiedliche LDL-Zielwerte randomisiert, und das erreichte LDL-Cholesterin wurde anhand früher Messungen definiert. Trotz sorgfältiger statistischer Adjustierung kann ein Rest an Verzerrung nicht ausgeschlossen werden. Zudem wurden Patienten bzw. Patientinnen mit frischem ischämischem Schlaganfall oder mit anamnestischer Hirnblutung nicht eingeschlossen, sodass die Ergebnisse nicht auf diese Gruppen übertragbar sind.

Vor diesem Hintergrund stützen die Daten das Konzept einer intensiven LDL-Senkung in der Sekundärprävention nach ischämischem Schlaganfall und legen nahe, dass auch sehr niedrige LDL-Werte mit einem weiteren Rückgang kardiovaskulärer Ereignisse assoziiert sein können. Sie liefern damit ein wichtiges Argument für eine konsequente lipidsenkende Therapie bei Hochrisikopatienten und -patientinnen, ohne jedoch formell neue Zielwerte festzulegen oder bestehende Leitlinien zu ersetzen.

Monguillon V et al.: Efficacy and Safety of Very Low Achieved LDL-Cholesterol in Patients with Prior Ischemic Stroke. Circulation. 2025 Nov 3 (DOI 10.1161/CIRCULATIONAHA.125.077549).

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