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Gesundheitssystem

Die Chancen für Kinder, in Deutschland gesund aufzuwachsen, sind ungleich verteilt

25.10.2023

Bei 78% der Säuglinge und Kleinkinder in Deutschland ist der Gesundheitszustand „sehr gut“ – so lautet das Ergebnis der repräsentativen Studie „Kinder in Deutschland 0-3 2022“ (KiD 0-3) des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH). Die neuen Daten zeigen aber auch: Die Chancen auf ein gesundes und entwicklungsförderliches Aufwachsen sind ungleich verteilt. Die Corona-Pandemie hat diese bestehenden Ungleichheiten weiter vertieft, teilt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit.

Für die Studie wurden von April bis Dezember 2022 insgesamt 7818 Mütter und Väter befragt. Zudem haben sich 258 Kinderärzte beteiligt. Die Erhebungen fanden begleitend zu den Früherkennungsuntersuchungen U3 bis U7a statt. Die Eltern gaben Auskünfte zu ihren Belastungen und vorhandenen Ressourcen sowie zur Inanspruchnahme und Bewertung von Unterstützungsangeboten. Parallel dazu füllten die Ärzte für jede teilnehmende Familie einen Dokumentationsbogen zur Gesundheit und Entwicklung des Kindes aus. Dieser Bogen wurde in enger Kooperation mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. (BVKJ) entwickelt. Die Daten der Befragungen bilden eine wichtige Grundlage, um sowohl aus Elternsicht als auch aus kinderärztlicher Einschätzung die Situation von Familien mit kleinen Kindern in Deutschland nachzuzeichnen und ihren Unterstützungsbedarf zu ermitteln.

Angebot der Frühen Hilfen ist wichtig

Zu den Hauptergebnissen der Untersuchung zählt auch, dass der Gesundheitszustand von Kindern, die in einem armutsbelasteten Familienumfeld aufwachsen, im Vergleich deutlich seltener, nämlich nur bei 64% „sehr gut“ ist. Und: 21% der Kinder, deren Familien von Armut betroffen sind, sind nicht altersgerecht entwickelt. Negative Effekte der Corona-Pandemie stellen Kinderärzte vor allem bei der sozialen und affektiven Entwicklung von Kleinkindern fest.

Die Studienergebnisse unterstreichen auch, so schreibt das BMFSFJ in einer Pressemitteilung, wie wichtig die Angebote der Frühen Hilfen sind: 92% der Eltern, die von einer Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden oder einer Familienhebamme zu Hause begleitet wurden, bewerten das Angebot als „(sehr) hilfreich“.

Der Präsident des BVKJ, Dr. Thomas Fischbach, resümiert: „Familien mit Hilfebedarf sind gleichermaßen angewiesen auf ärztliche und sozialpädagogische Unterstützung. Je früher wir Familien in belasteten Lebenslagen passende Hilfsangebote machen können, desto besser sind die Chancen für ihre Kinder. Hier ist die gezielte Ansprache von Familien in unseren Praxen unverzichtbar. Dass Frühe Hilfen weiterhin verlässlich in zahlreichen kommunalen Netzwerken etabliert sind, dafür setzen wir uns mit vielen Partnern ein.“

Ausgewählte Ergebnisse und Informationen zur Studie „Kinder in Deutschland 0-3 2022“ (KiD 0-3) finden sich unter: https://www.fruehehilfen.de/forschung-im-nzfh/praevalenz-und-versorgungsforschung/kid-0-3-repraesentativbefragung-2022/ausgewaehlte-ergebnisse

Pressemitteilung „So gesund sind kleine Kinder in Deutschland - Neue NZFH-Studiendaten: Chancen gesund aufzuwachsen sind ungleich verteilt“. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 26.9.2023 (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/so-gesund-sind-kleine-kinder-in-deutschland-231184).

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