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COVID-19

Gesichtslähmungen nach Impfung?

27.7.2021

In einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Gabe von mRNA-Vakzinen gegen SARS-CoV-2 traten in einzelnen Fällen Gesichtslähmungen (Fazialisparese) auf. Diese neurologische Komplikation bildet sich in 95 % der Fälle innerhalb eines Monats von selbst zurück. Mithilfe einer Therapie mit Kortikosteroiden kann der Genesungsprozess beschleunigt werden.
In einer Phase-III-Studie mit dem BioNtech/Pfizer-Impfstoff wurden die Daten von knapp 38 000 Menschen ausgewertet. Sie wurden zwei Monate lang nachbeobachtet. Vier Fälle einer Fazialisparese in der Gruppe der Geimpften (keinen Fall in der Placebogruppe) konnten beobachtet werden. In einer Zwischenauswertung einer Studie mit über 30 000 Probanden zum Moderna-Impfstoff wurden vier Fälle dokumentiert, drei in der Impfgruppe, einer in der Placebogruppe.
Idiopathische Fazialisparesen sind häufig mit Viruserkrankungen assoziiert. Grippale Infekte, die in vielen Fällen durch Rhinoviren ausgelöst werden, mit einer Häufung im Frühling und Herbst. Weitere Ursachen können jedoch auch andere Viren, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus sein.
„Die allgemeine Häufigkeit von ohne erkennbare Ursache auftretenden Gesichtsnervlähmungen (sogenannten idiopathischen Fazialisparesen) wird mit 7 bis 40 Fällen pro Jahr auf 100 000 Einwohner angegeben, insofern sind die insgesamt acht Fälle, die in den beiden Studien mit 68 000 Teilnehmern beobachtet wurden, noch kein alarmierendes Signal, zumal Fazialisparesen ohnehin gerade Saison haben“, erklärt Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). „Auch die Infektion mit SARS-CoV-2 kann Fazialisparesen auslösen, und zwar wahrscheinlich deutlich häufiger als die Impfung gegen das Virus.“ Eine italienische Studie zeigte einen über 60%igen Anstieg von Gesichtslähmungen in der Pandemiezeit (27. Februar und 3. Mai 2020).
Eine türkische Studie zeigte auf, dass bei 24,3 % von insgesamt 41 während der Pandemie erkrankten Personen mit Fazialisparese Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut nachgewiesen wurden. Bei allen Betroffenen war die Gesichtslähmung das einzige Symptom der COVID-19-Infektion gewesen.

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), April 2021

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