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Epidemiologie

Pankreaskarzinom: Versorgung im Flächenland Brandenburg entspricht internationalen Standards

Ist die Versorgungssituation für das Pankreaskarzinom außerhalb von Metropolregionen möglich? Brandenburger Forscher haben die Versorgung von Pankreaskarzinomen in ihrer Region ausgewertet.

Das Pankreaskarzinom ist die fünft- (Frauen) bzw. sechsthäufigste (Männer) Krebserkrankung in Deutschland, wegen der ungünstigen Prognose ist diese Krebsentität mit mehr als 19.000 Todesfällen pro Jahr aber die zweithäufigste Todesursache aller Krebserkrankungen bei uns. Zur Analyse der Versorgung von Pankreaskarzinom-Patienten wurden Daten von Patienten mit Wohnort im Land Brandenburg mithilfe des Klinischen Krebsregisters Brandenburg-Berlin für die Diagnosejahre 2001 bis 2017 in Bezug auf epidemiologische und therapeutische Parameter ausgewertet.

Insgesamt 5.418 Patienten mit Pankreaskarzinom wurden im Register von 2001 bis 2017 dokumentiert, 49,6% der Patienten wurden im Stadium UICC IV diagnostiziert, berichtet die multidisziplinäre Arbeitsgruppe aus dem Bundesland Brandenburg. Eine Pankreasresektion erfolgte in 26,4% der Fälle. Bei Pankreaskopfkarzinomen war die pyloruserhaltende Resektion mit 51,8% die häufigste Prozedur. In 9,4% erfolgte eine Pankreatektomie bei Pankreaskopfkarzinom. Die R0-Resektionsrate bei allen Pankreaskarzinomen lag in der Zeit von 2014 bis 2017 bei 61,9%. Nach R0-Resektion lag das FünfJahres-Überleben bei 19%. Relevante multivariate Überlebensfaktoren waren Alter, UICC-Stadium und RKlassifikation. Ein Einfluss der Fallzahl pro Klinik auf das absolute Überleben der im Bundesland Brandenburg operierten Patienten bestand nicht.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Versorgungsrealität im Bundesland Brandenburg bei Patienten mit Pankreaskarzinom den Ergebnissen internationaler Publikationen bezogen auf die untersuchten Kennzahlen entspricht. Eine qualitativ international vergleichbare Versorgung dieser Patienten ist auch in Non-Metropolregionen möglich.

Der vom Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch-Institutes (ZfKD) und vom Gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen (GKR) geschätzte Erfassungsgrad aller Krebserkrankungen, aber auch der Erfassungsgrad in der Krankheitsgruppe Krebs von Pankreas, Leber und Galle lag im Land Brandenburg im Analysezeitraum ab 2008 bei etwa 90%, berichtet die Brandenburger Arbeitsgruppe. Gerade hinsichtlich des Pankreaskarzinoms sei die möglichst vollständige Erfassung besonders interessant für Analysen in klinischen Krebsregistern, weil es einerseits in den vergangenen 20 Jahren im Gegensatz zu vielen anderen Karzinomen nicht zu einer relevanten Verbesserung des Überlebens gekommen ist und andererseits aber die Fallzahl pro Klinik als Qualitätsparameter immer wieder ein Diskussionspunkt sowohl in der Wissenschaft als auch in der Öffentlichkeit ist.

Mantke R et al., Chirurg 2022 Jan 7; DOI 10.1007/s00104-021-01561-z, PMID 34994806

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