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Dermatoonkologie

Therapieresistenz beim multiplen Myelom: Neue Einsichten mit Einzelzell-Sequenzierung

1.12.2021

Beim multiplen Myelom (MM) kommt es nach der Behandlung fast immer zu einem Rückfall. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg konnten jetzt durch Einzelzell-Sequenzierungen aufklären, wie sich Myelomzellen mit unterschiedlichen genetischen Merkmalen im Zusammenspiel mit den umgebenden Immunzellen in einem Patienten beim Rückfall verändern.

Die Ergebnisse zeigen neue Ansätze auf, so heißt es in einer DKFZ-Pressemitteilung, um die Therapie so anzupassen, dass eine entstehende Resistenz frühzeitig erkannt und besser behandelt werden kann. Bei molekularen Analysen von Tumorerbgut wird normalerweise ein „Mittelwert“ aus zehntausenden von Krebszellen bestimmt. Informationen zur Heterogenität des Tumors sowie der Beitrag der gesunden Zellen in der Probe gehen verloren. Neue Technologien machen es jetzt möglich, auf der Ebene einzelner Zellen alle mRNA zu sequenzieren und zu quantifizieren und daraus auch Veränderungen des Erbguts zu identifizieren. Dadurch lässt sich genau verfolgen, wie sich während der Behandlung einzelne Untergruppen von Krebszellen mit unterschiedlichen Mutationen entwickeln. Dies ist besonders wichtig, um zu verstehen, warum Patienten, die zunächst gut auf eine Therapie angesprochen haben, einen Rückfall erleiden.

„In unserer aktuellen Studie haben wir die RNA-Sequenzen von rund einer halben Million einzelner Zellen analysiert. Wir konnten sehen, wie sich beim multiplen Myelom die Zusammensetzung unterschiedlicher Krebszellklone innerhalb eines Patienten verändert und wie einzelne dieser Klone die Immunzellen in ihrer Umgebung umprogrammieren können“, erläutert Prof. Dr. Karsten Rippe, einer der Studienkoordinatoren. „Wir können jetzt die molekularen Veränderungen einzelner Myelomzellen besser identifizieren, die auf eine entstehende Resistenz hinweisen“, ergänzt Prof. Dr. med. Marc-Steffen Raab, klinischer Leiter des Heidelberger Myelomzentrums. „Dadurch ergeben sich neue Ansätze, um für Patienten zielgerichtete Medikamente oder Kombinationen von Wirkstoffen zu entwickeln, die einem Rückfall entgegenwirken.“ Als nächstes soll untersucht werden, wie neue Immuntherapien sowohl Myelomzellen als auch die Immunzellen im Knochenmark beeinflussen und wie mithilfe der Einzelzell-Sequenzierungen der Erfolg dieser Behandlungen besser vorhergesagt werden kann.

Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), November 2021

Tirier SM et al., Nat Commun 2021 Nov 29; 12: 1‒16, DOI 10.1038/s41467-021-26951-z

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