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Covid-19

„Große Ozon-Eigenbluttherapie“ ohne wissenschaftliche Evidenz

19.6.2023

Das wissenschaftliche Team des IGeL-Monitors (www.igel-monitor.de) hat die IGeL „Große Ozon-Eigenbluttherapie“ zur Behandlung von Patienten mit Long-/Post-COVID mit „unklar“ bewertet. Es liegen keine Studiendaten vor, die darauf hinweisen, dass dieses Verfahren die Symptome von Long-/Post-COVID lindern kann.

Für die Analyse wurden biomedizinische Datenbanken nach relevanten Studien und systematischen Übersichtsarbeiten durchsucht und in Studienregistern recherchiert, in denen Studien aufgeführt sind, die noch nicht abgeschlossen oder veröffentlicht sind. Es konnte keine einzige abgeschlossene Studie gefunden werden, die der Frage nachgeht, ob die „Große Ozon-Eigenbluttherapie“ die Symptome von Long- und Post-COVID lindern kann. Auch laufende oder noch unveröffentlichte Studien konnten nicht ausfindig gemacht werden.

Es gibt hingegen unerwünschte Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit der „Großen Ozon-Eigenbluttherapie“ auftreten können. Diese sind jedoch selten und meist nicht schwerwiegend. Da weder geplante noch laufende Studien in Studienregistern vermerkt sind, ist auch in naher Zukunft nicht mit aussagekräftigen Daten zu rechnen, aus denen sich ein Nutzen oder Schaden ableiten ließe.

Ozontherapie als Oberbegriff mehrerer Behandlungsverfahren

Der Begriff Ozontherapie fasst mehrere Behandlungsverfahren zusammen. Bei der Ozon-Eigenbluttherapie wird Blut aus einer Vene abgenommen, mit einem Ozon-Sauerstoffgemisch angereichert und danach wieder dem Körper zurückgeführt. Gelangt das angereicherte Eigenblut über eine Vene zurück in den Körper, spricht man von einer „Großen Ozon-Eigenbluttherapie“. Die Kosten pro Sitzung liegen bei ungefähr 70 Euro. In der Regel werden sechs bis zehn Sitzungen angeboten. Die Ozontherapie soll eine immunförderliche Wirkung haben und entzündlichen Prozessen entgegenwirken. Auch eine bessere Sauerstoffversorgung soll erreicht werden. Diese Wirkmechanismen sind jedoch weitestgehend Vermutungen; ausreichend wissenschaftlich untersucht und belegt sind sie nicht, stellt der IgEL-Monitor fest.

Hinweis: Der IGeL-Monitor wird vom Medizinischen Dienst Bund (https://md-bund.de/) betrieben und wurde 2012 ins Leben gerufen. Träger des Medizinischen Dienstes Bund sind die 15 Medizinischen Dienste in den Ländern. Der Medizinische Dienst Bund koordiniert die fachliche Arbeit und erlässt Richtlinien, um die Begutachtung und Beratung nach bundesweit einheitlichen Kriterien sicherzustellen. Der IGeL-Monitor bietet aktuell Informationen zu 64 IGeL-Leistungen, 56 davon mit einer Bewertung.

Pressemitteilung „Behandlung von Long- und Post-COVID: keine Hinweise auf Nutzen bei der ‚Großen Ozon-Eigenbluttherapie‘“. Medizinischer Dienst Bund, Essen, 6.6.2023 (https://www.igel-monitor.de/presse/pressemitteilungen/2023-06-06-behandlung-von-long-und-post-covid-keine-hinweise-auf-nutzen-bei-der-grossen-ozon-eigenbluttherapie.html).
* Peter M. Hermanns: GOÄ 2023 Kommentar, IGeL-Abrechnung - Gebührenordnung für Ärzte, Springer, Berlin, 2023.

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