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Adipositas

Schlafmangel begünstigt abdominale Fettzunahme

17.5.2022

Längerer Schlafmangel prädisponiert nicht nur zur Gewichtszunahme, sondern spezifisch zu viszeraler Adipositas. Das fand eine Arbeitsgruppe der Mayo-Klinik in Rochester (USA) in einer kontrollierten Studie heraus.

Die US-Forscher schlossen zwölf gesunde, nicht adipöse Personen (neun Männer im Alter von 19 bis 39 Jahren) in eine randomisierte, kontrollierte, 21-tägige stationäre Cross-over-Studie ein. Die Untersuchungsphase teilte sich auf in vier Tage Akklimatisierung, 14 Tage experimentelle Schlafbeschränkung (vier Stunden Schlafmöglichkeit) oder Kontrollschlaf (neun Stunden Schlafgelegenheit) sowie eine 3-tägige Erholungsphase. Dabei wurden wiederholt die Energieaufnahme, der Energieverbrauch, das Körpergewicht, die Körperzusammensetzung, die Fettverteilung und zirkulierende Biomarker der Probanden erfasst.

Beim Vergleich der Teilnehmer aus der Gruppe mit Schlafbeschränkung vs. der Kontrollgruppe zeigte sich, dass die schlafbeschränkten Probanden deutlich mehr Kalorien (p=0,015) aufnahmen und eine zunehmende Protein- (p=0,05) und Fettaufnahme (p=0,046) hatten. Der Energieverbrauch war in beiden Gruppen jedoch unverändert (alle p>0,16). Die Teilnehmer mit experimentell beschränkter Schlafdauer nahmen signifikant mehr zu als die Kontrollen mit normaler Schlafdauer (p=0,008). Während sich die Veränderungen des Gesamtkörperfetts zwischen den Gruppen nicht unterschieden (p=0,71), nahm das Gesamtbauchfett nur unter Schlafbeschränkung zu (p=0,011), wobei sowohl die subkutanen als auch die viszeralen Bauchfettdepots signifikant zunahmen (p=0,047 und p=0,042 jeweils).

Die Autoren schlussfolgern aus ihren Studienergebnissen, dass Schlafbeschränkung in Kombination mit ad libitum-Ernährung eine übermäßige Energieaufnahme fördert, ohne den Energieverbrauch zu verändern. Die Gewichtszunahme und insbesondere die zentrale Fettakkumulation weisen darauf hin, dass Schlafmangel zu abdominaler (viszeraler) Adipositas prädisponiert.

Covassin N et al., J Am Coll Cardiol 2022 Apr 5; 79(13): 1254‒1265, DOI 10.1016/j.jacc.2022.01.038, PMID 35361348

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